Shop Apotheke schockt mit Umsatzwarnung - Shop Apotheke-Aktie dreht ins Plus

Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke hat mit einer Prognosesenkung seine Anleger vor den Kopf gestoßen. Der Konzern blickt vor allem angesichts von Engpässen bei der Auftragsabwicklung wegen einer angespannten Situation am Arbeitsmarkt deutlich weniger zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. So wird das Wachstum nicht so hoch ausfallen wie bisher angepeilt und beim operativen Gewinn wird nur noch eine schwarze Null erwartet. Das Problem soll zwar ein temporäres und isoliertes Ereignis bleiben und die künftigen Wachstumsperspektiven nicht in Mitleidenschaft ziehen.

Das Umsatzwachstum dürfte 2021 nur bei 10 bis 15 Prozent liegen, teilte Shop Apotheke am Donnerstagabend nach Börsenschluss im niederländischen Sevenum mit. Zuvor war das Unternehmen von rund 20 Prozent ausgegangen. Die operative Marge bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll zudem nur noch um die Gewinnschwelle ("Break-even") liegen und damit um die 0 Prozent. Bisher hatte das Management die Investoren auf einen operativen Gewinn im Rahmen einer Marge von 2,2 bis 2,8 Prozent des Umsatzes eingestellt.

Shop Apotheke brechen nach Prognosesenkung ein - Kurseinbruch lockt jedoch Käufer an

Die Aktionäre von Shop Apotheke Shop Apotheke haben den anfänglichen Schock über eine niedrigere Jahresprognose der Online-Versandapotheke am Freitag rasch verdaut. Gleich zum Handelsstart sackten die Papiere bis auf 120,80 Euro und damit den tiefsten Stand seit November 2020 ab. Die Erholungsgewinne der vergangenen zwei Handelstage waren damit erst einmal wieder weg. Doch das rief rasch Käufer auf den Plan.

Gegen Mittag gelang der Dreh ins Plus: Die Papiere stiegen im freundlichen MDAX dann aber letztlich um 0,94 Prozent auf 139,60 Euro nach oben. Damit schienen die Anleger vermehrt der Empfehlung von Warburg-Analyst Michael Heider zu folgen, der den gesenkten Ausblick als erwartet bezeichnete und daraus resultierende Kursrückschläge als "Einstiegschance" bezeichnete. Ein Händler sagte, es scheine wohl kein strukturelles Problem bei Shop Apotheke zu geben - die Online-Apotheke habe lediglich wegen Logistikproblemen die Nachfrage nicht bedienen können.

Baader-Analyst Volker Bosse indes sprach von "schlechten Nachrichten", obwohl auch er nach dem vorläufigen Quartalsbericht Anfang Juli der Meinung ist, dass diese nicht ganz überraschend kamen. Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte der Arzneimittelhändler Logistikprobleme im abgelaufenen Quartal gemeldet. Der Vorstand hatte nicht nur von einem verlangsamten Wachstum gesprochen, sondern auch die Jahresprognose als "herausfordernd" bezeichnet.

Die neuen Ziele lägen unter seinen und den Schätzungen des Marktes, konstatierte Bosse. Den Bewertungsaufschlag zur Konkurrentin Zur Rose sieht er nun als gefährdet an, auch wenn die Shop Apotheke ihm zufolge mittel- bis langfristig gut aufgestellt bleibt.

Besonders enttäuscht äußerte sich Jefferies-Analyst Alexander Thiel, der sich tags zuvor noch sehr zuversichtlich geäußert und die Aktie auf "Kaufen" hochgestuft hatte. Im aktuellen Aktienkurs, so hatte er am Donnerstag geschrieben, seien inzwischen alle bestehenden Risiken und Unwägbarkeiten eingepreist.

An diesem Morgen dann wurde Thiel auf dem falschen Fuß erwischt. Auch er habe erwartet, dass die Umsatzzielspanne gesenkt wird. Dass aber auch die Profitabilitätsaussichten gekappt worden seien, "ist nach der zweiprozentigen Steigerung des bereinigten Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen im ersten Quartal erklärungsbedürftig", monierte er. Thiel hob zudem hervor, dass er in seiner jüngsten Studie bereits das Risiko möglicher Mehraufwendungen für das Marketing im Jahr 2022 herausgestellt habe. Shop Apotheke müsse versuchen, so viele Kunden wie möglich für verschreibungspflichtige Medikamente zu gewinnen.

Das Papier der Shop Apotheke wurde mit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 zu einem der Favoriten an der Börse. 2020 waren sie denn auch mit einem Plus von gut 240 der Favorit im MDax.

Seit einigen Monaten aber hakt es. Seit dem Rekordhoch bei 249 Euro Mitte Februar ging es in Wellen abwärts. Einer der wichtigen Gründe dafür ist der Zweifel von Börsianern an einer schnellen Einführung des für Shop Apotheke so wichtigen elektronischen Rezepts im deutschen Gesundheitswesen. Es würde den Kauf von rezeptpflichtigen Medikamenten für Kunden von Online-Apotheken deutlich vereinfachen. /he/bek

SEVENUM (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 23.07.2021 · 17:53 Uhr
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