Russland-Ukraine-Konflikt

Separatisten bitten Putin um militärischen Beistand

23. Februar 2022, 23:32 Uhr · Quelle: dpa
Nach Russlands Anerkennung der Separatistengebiete Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten soll Moskau nun militärisch zu Hilfe kommen. Damit droht nun erstmals eine direkte Konfrontation.

Moskau (dpa) - Die Separatistenführer in der Ostukraine haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin um militärische Hilfe gebeten.

Die Chefs der Volksrepubliken Luhansk und Donezk hätten in Briefen um Beistand gebeten, um Angriffe von der ukrainischen Armee abzuwehren, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Mittwochabend mit. Putin hatte ein militärisches Eingreifen in Aussicht gestellt, sollte er gefragt werden. Damit könnten sich bald erstmals russische und ukrainische Soldaten in dem seit acht Jahren dauernden Konflikt gegenüberstehen.

Am Montag hatte der Kremlchef die Separatistengebiete als unabhängige Staaten anerkannt. In Medien und Blogs hatten Augenzeugen darüber berichtet, dass die russischen Soldaten bereits im Konfliktgebiet seien. Die russische Führung hatte behauptet, es seien keine eigenen Soldaten dort. Die Separatisten hatten zunächst erklärt, sie wollten alleine für die Sicherheit sorgen.

«Volksrepubliken» bedanken sich bei Putin

Putin hatte sich nach der Anerkennung der «Volksrepubliken» vom Föderationsrat in Moskau vorsorglich eine Erlaubnis für den Einsatz von russischen Streitkräften im Ausland erteilen lassen. Die russische Staatsagentur Tass veröffentlichte die Briefe der Chefs der «Volksrepubliken», die um Hilfe Russlands baten, um Opfer in der friedlichen Bevölkerung und eine humanitäre Katastrophe in der Region zu vermeiden. Zugleich dankten sie Putin für die Anerkennung als unabhängige Staaten.

Es gebe nun eine militärische Aggression seitens der ukrainischen Streitkräfte, es werde Infrastruktur zerstört, darunter Schulen und Kindergärten, hieß es. «Die Handlungen des Regimes in Kiew zeugen von der Weigerung, den Krieg im Donbass zu beenden», hieß es in dem Schreiben. Die Ukraine weist zurück, Krieg gegen den Donbass zu führen. Sie sieht Russland als Aggressor und verhängte einen Ausnahmezustand im ganzen Land.

Der Westen wirft Putin einen Völkerrechtsbruch vor. Die EU und die USA verhängten weitreichende Sanktionen gegen Russland. Russland hat nach westlichen Angaben etwa 150.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen.

USA sehen kein Zeichen der Deeskalation

Die US-Regierung sieht währenddessen keine Anzeichen für eine Deeskalation mit Russland im Konflikt um die Ukraine und warnt vor «Verlusten und Zerstörung». Nichts weise darauf hin, dass Russlands Präsident Wladimir Putin bereit sei, Truppen zurückzuziehen und eine ernsthafte diplomatische Lösung zu finden, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch. Er machte auch deutlich, dass die USA «jeden Zentimeter des Nato-Gebiets» verteidigen würden. «Noch einmal: Wir wollen nicht, dass es so weit kommt. Aber wenn es doch dazu kommt, werden die Vereinigten Staaten bereit sein.»

Ein Angriff auf die Ukraine wäre «nicht unblutig», so Kirby weiter. «Wir glauben, dass er erhebliche Verluste und Zerstörungen mit sich bringen wird, und dass er nur zu Instabilität auf dem europäischen Kontinent führen wird.» All das müsse nicht so sein. Putin müsse sich nicht für einen «selbstgewählten Krieg» entscheiden. «Er kann hier einen anderen Weg wählen, der ihm immer noch offen steht, und das ist es, was ich denke, was wir alle von ihm sehen wollen.»

Konflikte / Wladimir Putin / Separatisten / Ostukraine / Luhansk / Donezk / USA / Russland / Ukraine / International
23.02.2022 · 23:32 Uhr
[17 Kommentare]
Überschwemmungen in Indonesien
Jakarta (dpa) - Nach wochenlangen Überschwemmungen und Erdrutschen im Norden der indonesischen Insel Sumatra ist die Zahl der Toten auf fast 1.000 gestiegen. Knapp eine Million Menschen seien aus ihren Häusern vertrieben worden, teilte der nationale Katastrophenschutz (BNPB) am Montag weiter mit. Hunderte Menschen wurden demnach zudem verletzt, und mehr als 230 galten als vermisst. Schwer […] (00)
vor 4 Minuten
Erster Eindruck & Verarbeitung Der Metz Traveller Electric Shaver gehört zu den Rasierern, bei denen man sich im ersten Moment fragt: Kann so ein kleines Gerät im Alltag wirklich überzeugen? Das Gehäuse ist äußerst kompakt, leicht und wirkt sauber verarbeitet. Der Rasierer liegt überraschend gut in der Hand, obwohl er eher die Größe einer kleinen Box als eines klassischen Elektrorasierers hat. […] (00)
vor 1 Stunde
Netflix übernimmt Warner Bros.
Washington (dpa) - Laut US-Präsident Donald Trump könnte der hohe Marktanteil von Netflix im Streaming-Geschäft ein Problem bei den Übernahmeplänen für das Hollywood-Studio Warner Brothers sein. Er verwies auf die anstehende Wettbewerbsprüfung und sagte, er werde auch in die Entscheidung involviert sein. Netflix will das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers in einem gut 82 Milliarden […] (01)
vor 3 Stunden
Kultentwickler Suda51 sprach über “Romeo Is A Dead Man” und die Zukunft seines Studios 
Den großen Mainstream-Hit hat Suda 51 alias Goichi Suda zwar nie hingelegt. Durch den schrägen Stil seiner Games, die oft auf Sparflamme entwickelt wurden, baute der japanische Produzent trotzdem eine Fangemeinde auf. Manchen dürfte er durch das parodistische Wii-Gemetzel No More Heroes bekannt sein, anderen durch das surreale Killer7 oder das überdrehte Shadows of the Damned, das mit Resident- […] (00)
vor 2 Stunden
Kristen Stewart
(BANG) - Kristen Stewart glaubt, dass das Filmemachen zu einer "kapitalistischen Hölle" geworden ist und es an Vielfalt mangelt. Die 'Twilight'-Darstellerin – die mit dem Drama 'The Chronology of Water' ihr Regiedebüt gefeiert hat – fordert einen "kompletten Systembruch", der sich von den "unglaublichen Hürden" löst, die künstlerischen Ausdruck in der Branche verhindern. Momentan sei es zu schwer, […] (00)
vor 1 Stunde
Großer Preis von Abu Dhabi
Abu Dhabi (dpa) - Auf dem Weg in die lange Party-Nacht mit Familie, Freunden und der Crew machte Lando Norris noch eine ganz besondere Bemerkung. «Ich habe meine Leute glücklich gemacht. Darum geht es mir wirklich am Ende des Tages. Ich werde morgen nicht aufwachen, damit ich einfach nur sagen kann: 'Ich bin Weltmeister'», sagte der 26 Jahre Brite, ehe er als 35. Champion der Formel 1 das […] (00)
vor 1 Stunde
Trump verschiebt die Verantwortung – und macht Selenskyj zum Hindernis seines eigenen Friedensplans
Trumps Darstellung dreht den Konflikt auf eine innenpolitische Bühne Donald Trump nutzte am Sonntagabend eine kurze Fragerunde mit Reportern, um ein neues Narrativ zu platzieren: Nicht Russland, sondern der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bremse die amerikanischen Bemühungen um einen Friedensplan aus. Nur „einige Stunden“ habe Selenskyj den Vorschlag gehabt, erklärte Trump, und dennoch […] (00)
vor 1 Stunde
Das „Galileo-Haus der Zukunft“ steht bei SchwörerHaus
Hohenstein, 08.12.2025 (lifePR) - Wie werden wir 2050 wohnen? Das ProSieben-Wissensmagazin Galileo stellt ein visionäres Zukunftshaus vor. Dafür wurde ein Schwörer-Musterhaus umgebaut – zum Beispielhaus, das Anregungen gibt, uns den Alltag zu erleichtern, und die Energie- und Platzprobleme der Zukunft löst. Vor dem Hintergrund von Wohnraummangel, demografischem Wandel, Digitalisierung, neuen Familienformen und […] (00)
vor 1 Stunde
 
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Archiv)
Wiesbaden - Zum Jahresende 2024 sind in Deutschland 28.800 als staatenlos anerkannte Menschen […] (00)
Menschenrechtsbericht des DIMR am 08.12.2025
Berlin - Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) hält Hausdurchsuchungen wegen […] (00)
Büros (Archiv)
Trier - Leistungsorientierte Bezahlung kann zu mehr Stress, Einsamkeit und höherem […] (00)
Siemtje Möller (Archiv)
Berlin - Vor dem E-3-Treffen von Friedrich Merz, Keir Starmer und Emmanuel Macron in London - […] (00)
ARC Raiders: Quest-Guide – So gelingt dir „Marked for Death“
Die Quest „Marked for Death“, ein Auftrag von Händler Tian Wen in der Basis Esperanza, stellt […] (00)
New York Knicks - Orlando Magic
New York (dpa) - Der deutsche Basketball-Topstar Franz Wagner hat sich in der NBA verletzt und droht […] (00)
Zweistelliges Staffelfinale für Julia Leischik sucht: Bitte melde dich
Der sagenhafte Run von Julia Leischik sucht: Bitte melde dich fand am gestrigen Sonntag sein Staffel- […] (00)
Unter 100.000 Jobs: UBS rutscht nach Credit-Suisse-Deal in neue Krise
Eine neue Kürzungsrunde wirft ihre Schatten voraus Die UBS bereitet einem Bericht des […] (00)
 
 
Suchbegriff