Selenskyj warnt vor Verzögerung westlicher Hilfen: Ukraine in großer Krise
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos eindringlich vor einer weiteren Verzögerung der westlichen Hilfen für sein von Russland angegriffenes Land gewarnt. Er betonte, dass dies zu einer großen Krise für ganz Europa führen würde. Selenskyj betonte, dass die Ukraine zwar weiterhin kämpfen werde, jedoch ohne finanzielle Unterstützung seitens des Westens Russland in der Lage sein könnte, das Land zu erobern. Er warnte, dass dies zu einem Krieg zwischen der NATO und Russland führen würde, sobald Russland die Ukraine erobert habe. Selenskyj erklärte, dass der russische Präsident Wladimir Putin genau diese Situation anstrebe, um das Militärbündnis herauszufordern.
Eine direkte Auswirkung der ausbleibenden westlichen Unterstützung wäre laut Selenskyj eine Schwächung auf dem Schlachtfeld. Er wies darauf hin, dass es einen erheblichen Mangel an Artillerie und Luftverteidigung geben würde, da Raketen fehlen würden. Er warnte vor einer großen Anzahl von Toten und Verletzten, sollten die Hilfen ausbleiben.
Neben den menschlichen Verlusten warnte Selenskyj auch vor weiteren Herausforderungen für Europa im Falle einer Niederlage der Ukraine gegen Russland. Neue Flüchtlingsströme würden Europa erreichen, und auch die Lieferungen von Getreide und Strom wären gefährdet.
Die Ukraine kämpft seit fast zwei Jahren mit Unterstützung des Westens gegen eine russische Invasion. Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft wurden bisher insgesamt über 240 Milliarden Euro an Hilfen für die Ukraine bereitgestellt. Die Gewährung neuer Milliardenhilfen seitens der USA, dem wichtigsten Unterstützer des Landes, ist derzeit aufgrund eines innenpolitischen Streits blockiert. Auch die EU konnte ein geplantes Hilfsprogramm in Höhe von 50 Milliarden Euro für die Ukraine für die kommenden vier Jahre nicht freigeben, da Ungarn sein Veto eingelegt hat. (eulerpool-AFX)

