Selenskyj konfrontiert Polen mit UPA-Pantheon – Warschau schweigt noch
Selenskyj setzt auf bewusste Konfrontation
Der ukrainische Präsident hat am Samstag das Gesetz für ein nationales Helden-Pantheon in Kiew unterzeichnet. Damit wird ein staatlicher Gedenkort geschaffen, der ab der Zeit der Kiewer Rus historische Figuren ehren soll – einschließlich Mitgliedern der Ukrainischen Aufstandsarmee. Diese Einheit war für Massenmorde an Polen und Juden in Wolhynien mit Zehntausenden Opfern verantwortlich.
Nur die Ukrainer entscheiden, wer Held ist – so Selenskyjs Position vor Kriegsveteranen. Das Pantheon soll auch als Begräbnisstätte für ukrainische Präsidenten dienen und international umstrittene Persönlichkeiten beherbergen, die die Ukraine als Unabhängigkeitskämpfer betrachtet. Die Entscheidung fällt ausschließlich in Kiew, nicht in Warschau oder Brüssel.
Warschau reagiert bisher nur verhalten
Die polnische Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell. Doch nach der Parlamentsverabschiedung im Juli hatte die Kanzlei von Präsident Karol Nawrocki bereits klar Stellung bezogen: Die Verherrlichung von Wolhynien-Verbrechern sei kein Weg in die westliche Welt. Bereits im Juni hatte Warschau den Orden des Weißen Adlers an Selenskyj zurückgenommen, nachdem dieser einer militärischen Einheit den Ehrentitel "Helden der UPA" verliehen hatte.
Mehrere ukrainische und polnische Politiker gaben zudem Ehrungen aus dem Nachbarland zurück. Die Eskalation zeigt: Selenskyj betreibt bewusst Konfrontation mit einem wichtigen westlichen Verbündeten. Die Ukraine setzt nationale Geschichtspolitik über diplomatische Rücksichten.
Was das für Investoren bedeutet
Für westliche Investoren und strategische Partner ist diese Entwicklung ein Warnsignal. Wer sich auf langfristige Stabilität und verlässliche Bündnisse verlässt, muss diese neue Eskalation einpreisen. Nationale Mythenbildung und die Ehrung von Kriegsverbrechern schaffen keine verlässlichen Rahmenbedingungen für Kapitalallokation.
Die Ukraine priorisiert innenpolitische Narrative über internationale Rücksichten – das ist ihr gutes Recht, aber auch ihr Risiko. Wer heute in ukrainische Projekte investiert, sollte diese Geschichtspolitik als strukturelles Risiko bewerten, nicht als vorübergehende Störung.

