Schleusernetzwerke reagieren auf härtere Grenzsicherungsmaßnahmen
Die Schleusernetzwerke passen sich kontinuierlich den zunehmenden Sicherungsmaßnahmen an den Grenzen an, wie David Suber, Experte für Migrationspolitik am University College London, warnt. Bei einer Veranstaltung des Projekts "Mediendienst Integration" erklärte Suber, dass die Schmugglergruppen ihre Arbeitsweise ständig verändern, um der Grenzpolitik zu entgehen. Die erhofften Auswirkungen der Anti-Schleusungspolitik bleiben aus, so fügte er hinzu. Insbesondere kleinere Gruppen und spontan handelnde Schleuser werden durch das Vorgehen gegen die Schleusung abgeschreckt.
Subers Recherchen zu den Schleusungsrouten in Bosnien und Serbien, der Türkei und entlang der Balkanroute zeigen, dass die Eingriffe und Kontrollen an den Grenzen kurzfristig zu einer geringeren Anzahl an Übertritten führen. Die Sicherung der Grenzen hat jedoch nur geringen Einfluss auf die Fluchtpläne der Menschen. Die Schleuser passen sich an und handeln strategischer. Sie organisieren die Reise der Migranten und werben ihre Kunden bereits während der Reise an, anstatt nur direkt an den Grenzen. Zusätzlich verlagern sich die Migrationsrouten auf gefährlichere Wege, als Reaktion auf die härteren Sicherungsmaßnahmen. Suber stellte außerdem fest, dass die Zusammenarbeit mit korrupten Behörden dadurch zunimmt.
Eine potenzielle Lösung sieht Suber in der Einführung von Arbeitsvisa. So könnten Menschen, die in Europa arbeiten möchten, Visa-Anträge bereits von ihrem Heimatland aus stellen. Laut Suber sind humanitäre Korridore als alleinige Strategie nicht effektiv, da sie nur einer kleinen Gruppe von Flüchtlingen Schutz vor Krieg und Verfolgung bieten und für Migranten nicht zugänglich sind. (eulerpool-AFX)

