Schlachtplan gegen Tesla: Volkswagen-Chef Diess sieht Konzern gut aufgestellt

• Volkswagen greift Tesla mit "Mission T" an
• Milliardenschwere Investitionen geplant
• Diess will bis 2030 26 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft haben

Bei Elektroautos und Digitalisierung "spät dran"

Der Fahrzeughersteller Tesla erkannte unter der Führung von Elon Musk bereits früh den Trend um Elektroautos und baute seine Marktposition deutlich aus. Dementsprechend haben es Hersteller von konventionellen Pkw, die erst später auf den Zug aufsprangen, nun schwer. So erging es auch dem Volkswagen-Konzern, wie Vorstandschef Herbert Diess im November in einem Textbeitrag auf LinkedIn eingestand. Demnach gab er zu, dass das Unternehmen in den letzten Jahren oft zu langsam reagiert habe und blickt auf den Beginn seiner Führungstätigkeit bei Volkswagen vor fünf Jahren. "Schon damals war Volkswagen spät dran bei der Elektrifizierung und vor allem bei der Digitalisierung", so der Vorstandschef. "Daher haben wir vor 5 Jahren schnell begonnen, die Strategie radikal neu zu denken, die Weichen neu zu stellen. Breit implementieren kann man eine neue Strategie nur, wenn sie von allen Führungskräften und Stakeholdern getragen wird."

"Mission T"

Ein genaueres Konzept, wie man sich gegen die Konkurrenz durchsetzen könne, tüftelte der Konzern aber erst in diesem Jahr aus. Unter der Bezeichnung "Mission T" fand im April 2020 ein Workshop statt, im Zuge dessen sich 31 Führungskräfte aus dem ganzen Konzern mit der Frage beschäftigten, wie das Unternehmen den Marktführer bei E-Autos einholen könne. Diess lobt Tesla etwa als "ein Unternehmen, das sich ohne traditionelles Pkw-Geschäft ausschließlich auf die Zukunft konzentriert" und "geprägt ist durch Software-Fähigkeiten, Technologiefokus und Risikokultur". Nach dem dreitägigen Treffen, das trotz der Corona-Pandemie vor Ort in den Unternehmensräumen stattfand, wenn auch "mit Maske und Abstand", sei klar gewesen, dass man deutlich an Volkswagens Softwarelösungen arbeiten müsse.

Diess sagt Tesla den Kampf an

Nachdem die Führungsriege des DAX-Konzerns eine Strategie entwickelte, sieht sich Volkswagen gegenüber dem US-Unternehmen aber nicht mehr benachteiligt, wie auch das österreichische Internetportal "futurezone" berichtet. Demnach habe Diess nun eine genaue Vorstellung davon, wie sich der weltgrößte Autobauer gegenüber seinen Mitbewerbern behaupten könne. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern, darunter eben auch Tesla, könne VW mit einer großen Auswahl an Modellen und Automarken punkten. Weiterhin sieht Diess den Konzern auch aufgrund des verbreiteten Händlernetzwerks gut aufgestellt. So gibt sich der Volkswagen-Chef laut futurezone siegessicher: "Mit unserem Engagement, den Investitionen und der Produktivität in unseren Werken werden wir Tesla schlagen."

Volkswagen mit milliardenschwerem Schlachtplan

Und was das Investitionsvolumen angeht, hat Volkswagen einiges zu bieten: So soll das Unternehmen 73 Milliarden Euro in die Hand nehmen, um seine Marktposition zu stärken. Alleine in den Jahren 2021 bis 2025 will VW 35 Milliarden Euro in neue Elektromodelle sowie den Umbau seiner Produktionsstätten investieren. Aber auch die bereits von Diess angekündigten, notwendigen Softwareverbesserungen will sich der Konzern einiges kosten lassen - und 27 Milliarden Euro in Digitalisierungsmaßnahmen stecken. "In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, auch bei der Software im Fahrzeug eine Spitzenposition einzunehmen", so Diess. Demnach soll das Unternehmen nicht nur als Fahrzeughersteller, sondern auch als Anbieter von eigenen Diensten in Erscheinung treten. Damit sollen Softwarefehler, wie sie etwa beim Elektro-VW ID.3 vorkamen, der Vergangenheit angehören.

Elektroautomarkt soll mit langfristigen Zielen erobert werden

Dass der Trend um Elektrofahrzeuge am Automarkt nicht mehr wegzudenken ist, zeigt sich auch an den langfristigen Zielen des Unternehmens. So will der Volkswagen-Konzern bis 2030 70 E-Modelle in seinem Portfolio führen und bis dahin etwa 26 Millionen Elektroautos verkauft haben, davon ungefähr 19 Millionen Autos, die mithilfe des eigenen Baukastensystems MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten) hergestellt wurden, und rund sieben Millionen Pkw auf Basis des Premium-Äquivalents PPE (Premium Platform Electric). Auch die dafür benötigte Versorgung mit leistungsfähigen Batterien sei gesichert, so futurezone. Dazu habe der Konzern bereits auf eine lange Partnerschaft angelegte Verträge mit asiatischen Lieferanten abgeschlossen. Außerdem wolle Volkswagen langfristig, gemeinsam mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt, eigene Akkus herstellen.

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[finanzen.net] · 02.12.2020 · 22:23 Uhr
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