Saudi Aramco: Wertvoller als Apple und Microsoft

• Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco will noch dieses Jahr an die Börse gehen
• Das Unternehmen gilt als profitabelster Konzern der Welt
• Analysten schätzen die Bewertung auf bis zu 2,3 Billionen US-Dollar

Ein Börsengang mit Verzögerung

Nach dem dreitägigen Forum "Future Investment Initiative" berichtete der staatliche saudische Nachrichtensender Al-Arabiya, dass der Börsengang von Aramco am 11. Dezember erfolgen soll, nachdem der Start immer wieder verzögert wurde. Bereits vor drei Jahren hatte der saudische Ölkonzern angekündigt, an die Börse gehen zu wollen, doch der Startschuss für die Börsennotierung wurde in den letzten Jahren aufgrund starker Schwankungen der Ölpreise, der Bewertungsunsicherheit und geopolitischer Ereignisse immer weiter in die Zukunft verschoben. Doch nun scheint der Zeitpunkt gekommen zu sein und bereits am 17. November soll der Preis für die Aktie bekannt gegeben werden, berichtet das Handelsblatt. Analysten von Bernstein sagen zu dem Ereignis gegenüber der Tageszeitung: "Wir glauben, dass der Börsengang von Aramco eine branchenprägende Veranstaltung sein wird."

Der größte Börsengang der Geschichte

Der Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco soll noch dieses Jahr geschehen und die Schätzungen der Analysten könnten kaum unterschiedlicher ausfallen. Während das Unternehmen selbst zunächst die Zwei-Billionen-Dollar-Bewertung anstrebte, sind die Experten sich uneinig. Gehen manche von 1,2 Billionen aus, sehen sie andere bei 2,3 Billionen US-Dollar. In jedem Fall wäre Saudi Aramco mehr wert als internationale Tech-Giganten wie Microsoft, Apple oder Google. Erst Anfang Oktober hatte Apple sich den Titel als wertvollstes Unternehmen der Welt von Microsoft zurückerobern können. Doch schon jetzt gilt Saudi Aramco als der teuerste und profitabelste Konzern der Welt und erwirtschaftete allein im letzten Jahr einen Gewinn von mehr als 110 Milliarden US-Dollar. Die Analysten sind sich sicher, dass der Börsengang auch trotz schlecht laufender Aktien der Konkurrenten ein Erfolg wird und es der größte Börsengang der Geschichte werden könnte.

Die Zukunft der Wirtschaft Saudi-Arabiens

Mit Saudi Aramcos Börsengang sollen die Pläne von Kronprinz Mohammed bin Salman vorangebracht werden. Denn Saudi-Arabien befindet sich derzeitig im Umbau und der Prinz und die Regierung wollen die Wirtschaft auf eine Zeit nach dem Öl vorbereiten. Auf die Frage, inwiefern der Börsengang zu diesem Vorhaben beitragen kann, antwortete JPMorgans Christyan Malek gegenüber CNBC: "Denken Sie an Vision 2030 und diesen nationalen Umgestaltungsplan - der springende Punkt dabei war, das Königreich grundlegend umzugestalten, um Investitionen zu erhalten." Der Kronprinz hat es sich zum Ziel gemacht, die Wirtschaft über das Erdöl hinaus zu diversifizieren und sie weitgehend unabhängiger zu gestalten. "Das Königreich betrachtet dies als einen Weg, um die Nicht-Öl-Seite effektiv zu diversifizieren. Für das Königreich ist es so wichtig, das Profil zu verbessern, ausländische Direktinvestitionen in das Land zu bringen, und der Börsengang ist wohl einer dieser Kanäle", sagte Malek in Bezug auf den bevorstehenden Börsengang des Unternehmens.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 08.11.2019 · 12:57 Uhr
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