Saudi Aramco vor Börsengang: Was der 15-Milliarden-Dollar-Deal für Saudi Aramco und Reliance bedeutet

• Reliance Industries erfährt größte ausländische Investition
• Reliance Industries mit 75 Milliarden US-Dollar bewertet
• Saudi Aramco träumt von Börsengang

Milliarden-Deal in Ölindustrie

Saudi Aramco, ein staatliches Unternehmen und die weltweit größte Erdölförderungsgesellschaft aus Dhahran, Saudi-Arabien, arbeitet von nun an mit dem Erdöl- und Chemikalienunternehmen Reliance zusammen. Es handelt sich um eines der größten internationalen Geschäfte jeher, wobei der vermögendste Mann Asiens, Vorstandsvorsitzender Mukesh Ambani des indischen Mischkonzern Reliance Industries und das global profitabelste Unternehmen Saudi Aramco, weltweit größter Öllieferant, aufeinander treffen.
Der Deal beschreibt Indiens größte Direktinvestition von ausländischen Unternehmen und stellt zusätzlich die Basis für den historisch größten Börsengang der globalen Märkte dar - das Saudi Aramco IPO.

Börsengang für Saudi Aramco ist möglich

Die Konzernchefs Mukesh Ambani (Reliance) und Amin Nasser (Saudi Aramco) einigten sich auf eine Beteiligung des Ölgiganten Saudi Aramco an Reliance in Höhe von 20 Prozent. Hierfür erhielt Reliance rund 15 Milliarden US-Dollar, wodurch sich ein gesamter Unternehmenswert von 75 Milliarden US-Dollar ergibt. Zusätzlich beinhaltet die Übernahme Verträge, um enge Zusammenarbeit und gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, wobei die Unternehmen auf gegenseitige Unterstützung der jeweiligen Konzernpläne setzen.
Trotz 12-prozentigem Rückgang des Nettogewinns im ersten Halbjahr 2019, behauptet sich Saudi Aramco mit 46,9 Milliarden US-Dollar Gewinn als das profitabelste Unternehmen weltweit. Apple als profitabelstes börsennotiertes Unternehmen erwirtschaftete im gleichen Zeitraum 31,5 Milliarden US-Dollar Profit und somit knapp 33 Prozent weniger als der Öl-Konzern.
Ein Ende 2020 geplanter Börsengang von Saudi Aramco könnte demnach Grund für die Erweiterung des Unternehmensportfolios und der zugrundeliegenden Übernahme sein, denn der Ölkonzern liebäugelte schon in den vergangenen Jahren den Schritt zum Aktienunternehmen zu wagen, scheiterte jedoch.
Die Ratingagentur Moody’s gab den 2018 erzielten Nettogewinn von Saudi Aramco auf 111,1 Milliarden US-Dollar an und schätzte den Gesamtwert des Konzernes auf 500 Milliarden US-Dollar, somit wäre der geplante Börsengang der größte jemals vollzogene.

Weshalb der Aramco-Reliance-Deal zustande kam

Konzernchef Ambani konnte durch Reliance Industries laut Forbes ein Nettovermögen von 46 Milliarden US-Dollar aufbauen. Die Geschäfte beliefen sich zu großen Teilen auf die Weiterverarbeitung von Öl aus Saudi-Arabien, wodurch eine enge Partnerschaft und nun Teil-Übernahme durch Saudi Aramco dem indischen Unternehmen Umsatzwachstum versprechen.
Der saudische Öl-Gigant profitiert durch gesicherten Absatz auf dem asiatischen Markt, von welchem Saudi Aramcos hohen Gewinne abhängig sind. Der Zusammenschluss sichert dem Konzern eine vertragliche Absatzmenge von mindestens 5 Prozent der gesamten Ölförderung des Unternehmens und stellt so zusätzliche Profitgarantien dar.
Bei diesem Deal der Superlative profitieren die Unternehmen voneinander und die Fusion war somit ein logischer Schritt für beide Seiten, denn ein Börsengang für Saudi Aramco wird hierdurch vereinfacht und Reliance Industries kann mit gewonnenem Kapital und starkem Partner ambitionierte Pläne sowie Unternehmenserweiterungen verfolgen.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 14.08.2019 · 12:52 Uhr
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