Sachsen-Anhalt: AfD vor CDU, Rekord-Wahlbeteiligung, keiner will mitspielen
Rekordbeteiligung schon am frühen Nachmittag
Bis 14 Uhr hatten 54,4 Prozent der rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt ihre Stimme abgegeben. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor fünf Jahren zum gleichen Zeitpunkt. Die stichprobenartige Erhebung aus repräsentativen Urnenbezirken zeigt, dass die Bürger dieses Mal tatsächlich wählen wollen.
AfD vorne, CDU abgehängt
In der letzten Umfrage vor der Wahl liegt die AfD bei 41 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze bei 23 Prozent. Die Linke folgt mit 11,5 Prozent, die SPD mit 8,5 Prozent. Grüne, BSW und FDP würden die Fünf-Prozent-Hürde verfehlen.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat klargestellt: Nur bei absoluter Mehrheit stellt er sich zur Wahl als Ministerpräsident. Koalitionen lehnt er ab. Die anderen Parteien lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD ohnehin ab.
Keine Mehrheit für die sogenannte Mitte
Schulzes Traum einer Koalition aus CDU, SPD und Grünen gilt als unrealistisch. Die CDU lehnt zudem jede Zusammenarbeit mit der Linken ab. Eine Minderheitsregierung unter CDU-Führung wäre daher auf Duldung durch die Linke angewiesen – ein Szenario, das die Partei selbst ausschließt.
Merz unter Druck
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Spekulationen zurückgewiesen, er könne nach einem schlechten Abschneiden der CDU bei den September-Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin von der eigenen Partei gestürzt werden. Das zeigt, wie nervös die CDU-Spitze bereits ist.
Was danach kommt
Der neue Landtag muss spätestens am 6. Oktober erstmals zusammentreten. Bis dahin führen Schulze und seine Minister die Geschäfte kommissarisch weiter. Eine Frist für die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten gibt es nicht – wohl aber für mögliche weitere Wahlgänge, falls der erste scheitert.

