RWE-Aktie zieht an: RWE erhöht Gewinnprognose

Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn werde jetzt ein Wert zwischen 1,05 und 1,45 (2020: 1,2) Milliarden Euro erwartet, teilte das Unternehmen überraschend am Freitag in Essen mit. Die neue Spanne liegt damit 300 Millionen Euro über der alten. Die Aktie legte in einem schwachen Umfeld zu.

Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll der neuen Prognose zufolge zwischen 3,0 Milliarden und 3,4 Milliarden Euro nach 3,2 Milliarden Euro im Vorjahr liegen. Zuvor hatte RWE einen Wert zwischen 2,65 bis 3,05 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Grund für die erhöhte Prognose war ein außerordentlich gutes Ergebnis im Unternehmensbereich Energiehandel.

Hier lag der operative Gewinn bis Ende Juni bereits bei 525 Millionen Euro und damit über der bislang angepeilten Spanne bis zu 350 Millionen Euro im Gesamtjahr. Jetzt werde mit einem Jahreswert deutlich darüber gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte RWE in dieser Sparte operativ 539 Millionen Euro verdient.

"Nachdem unser Ausblick für 2021 wegen der Jahrhundertkälte in Texas niedriger ausgefallen ist, ist es erfreulich, dass wir nun die Prognose anheben können", sagte Finanzchef Michael Müller.

Die Handelssparte mit dem Namen Supply & Trading ist nach Angaben des Unternehmens die Schnittstelle zwischen dem Konzern und den Energiemärkten in aller Welt. Rund 1600 Mitarbeiter aus 40 Nationen handeln in dem Segment mit Strom, Gas, Rohstoffen und CO2-Emissions­zerti­fi­katen.

An der Börse wurde die erhöhte Prognose positiv aufgenommen. Die Aktie stieg im Tageshoch bis auf 30,77 Euro. Im Bereich der 50-Tage-Linie ging es für die Versorgerpapiere dann jedoch nicht weiter und sie konnten das Niveau nicht halten - letztlich stand noch ein Plus von 0,20 Prozent auf 30,01 Euro auf der Kurstafel.

Im bisherigen Jahresverlauf sieht es allerdings anders aus. Seit Ende 2020 büßte der Kurs rund zwölf Prozent ein, womit das RWE-Papier einer der schwächsten Titel im deutschen Leitindex ist. Die Aktie hatte Anfang des Jahres mit 38,65 Euro ein Mehrjahreshoch erreicht - seitdem bröckelte der Kurs peu a peu ab.

Der Mittelpunkt der neuen Überschuss-Zielspanne bedeute 16 Prozent Spielraum für die Markterwartungen, errechnete der Jefferies-Experte Ahmed Farman. Er sieht die höheren Ziele gleichwohl nur als kleinen Kurstreiber, ließen sich die Erfolge im Handelsgeschäft doch nicht über 2021 hinaus fortschreiben.

/zb/men/mis

ESSEN (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 30.07.2021 · 17:56 Uhr
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