Russland setzt Angriffe auf die Ukraine fort - Zahlreiche Verletzte und Tote
Russland hat die Ukraine erneut mit einer Reihe von Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen bombardiert. Dies war bereits der dritte Angriff innerhalb weniger Tage. Laut ukrainischen Behörden kamen bei dem jüngsten Angriff am Montagmorgen mindestens vier Menschen ums Leben, während Dutzende weitere verletzt wurden. Die Raketen trafen dieses Mal nicht die Hauptstadt Kiew, sondern vor allem den Osten und Süden des Landes, da diese Regionen weniger gut durch Flugabwehrsysteme geschützt sind.
Die ukrainische Armee berichtet, dass Russland insgesamt 59 Marschflugkörper, Raketen und Drohnen eingesetzt hat. Die meisten davon konnten jedoch abgewehrt werden. Unter anderem seien alle acht Shahed-Drohnen iranischer Bauart sowie 18 von 24 Marschflugkörpern der Typen Ch-101, Ch-555 und Ch-55 erfolgreich abgefangen worden. Unabhängige Bestätigungen dieser Angaben liegen jedoch noch nicht vor.
Allerdings gab es bei diesem Angriff weniger abgefangene Raketen als zuvor. Vier Hyperschallraketen vom Typ Kinschal konnten nicht abgewehrt werden. Sie wurden von russischen Kampfjets MiG-31 aus dem Luftraum über Russland abgeschossen. Auch acht Marschflugkörper Ch-22 konnten nicht gestoppt werden. Diese wurden von Bombern des Typs Tupolew TU-22M3 nahe der Grenze abgefeuert. Die abgewehrten Raketen sollen von Langstreckenbombern Tu-95MS bei Engels an der Wolga gestartet worden sein. Russland setzte zudem sieben umfunktionierte Luftabwehrraketen der Systeme S-300 und S-400 sowie sechs Iskander-Boden-Boden-Raketen ein. Aufgrund der kurzen Vorwarnzeit konnten auch diese nicht abgefangen werden.
Der Angriff hatte schwere Auswirkungen auf die Infrastruktur der Ukraine. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe vor allem militärische Objekte angegriffen. Allerdings berichten ukrainische Behörden, dass auch zivile Einrichtungen Schaden genommen haben. In der ostukrainischen Stadt Charkiw wurden mindestens vier Treffer verzeichnet. Dort wurden unter anderem eine Fabrik und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Im Gebiet Charkiw wurden auch Menschen unter Trümmern verschüttet. Eine Frau kam dabei ums Leben.
Auch in anderen Städten wie Saporischschja und Kriwyj Rih wurden Brände bekämpft und es gab weitere Verletzte und sogar Todesopfer. Die genaue Anzahl der Opfer ist bisher nicht bekannt. Es wird vermutet, dass Russland gezielt Betriebe der Rüstungsbranche angreift, aber auch zivile Ziele treffen will. Diese kombinierten Luftangriffe in mehreren Wellen sollen dazu dienen, die ukrainische Flugabwehr zu überfordern und auszuschalten.
Seit Februar 2022 wehrt sich die Ukraine mit Hilfe ausländischer Streitkräfte gegen eine großangelegte russische Invasion. (eulerpool-AFX)

