Russische Il-76 abgestürzt - Ukraine bestreitet Transport von Kriegsgefangenen
In Bezug auf den abgestürzten russischen Militärtransportflugzeug Il-76 in der Nähe der ukrainischen Grenze gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass sich Kriegsgefangene an Bord befanden. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez erklärte gegenüber dem Nachrichtenfernsehen, dass es keine Anzeichen dafür gebe, dass sich eine große Anzahl von Personen, ob ukrainische Bürger oder nicht, in dem Flugzeug befunden habe. Präsident Wolodymyr Selenskyj und Lubinez sprechen sich für eine internationale Untersuchung des Vorfalls aus. Zudem wurde bestätigt, dass der Gefangenenaustausch gescheitert ist.
Lubinez betonte, dass gemäß der Genfer Konvention das Aufenthaltsland die volle Verantwortung für das Leben und die Gesundheit der Kriegsgefangenen trage. In diesem Fall sei dies die Russische Föderation, so der Ombudsmann. Moskau sei verpflichtet gewesen, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz über den Transportweg der Kriegsgefangenen zu informieren, bevor der Austausch stattfindet. Lubinez warf der russischen Seite eine gezielte und lang geplante Verleumdungskampagne gegen die Ukraine vor.
Am Vortag stürzte eine russische Iljuschin 76 nahe Belgorod, nahe der ukrainischen Grenze, ab. Moskau beschuldigte Kiew, das Flugzeug mit zwei Raketen abgeschossen zu haben. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge befanden sich neben der sechsköpfigen Besatzung und drei Begleitpersonen auch 65 ukrainische Kriegsgefangene an Bord der Iljuschin. Die ukrainische Seite bestätigte den geplanten Gefangenenaustausch, jedoch wurden nach kurzer Zeit anfängliche Medienberichte über den Abschuss des Flugzeugs zurückgezogen.
Die Ukraine wehrt sich weiterhin gegen eine russische Invasion, die bereits fast zwei Jahre andauert. (eulerpool-AFX)

