Review: Pokémon Schild & Schwert – Aufbruch in die Galar-Region in diesem Test

Pokémon ist ein ganz eigenes Phänomen. Seit dem 08. Oktober 1999 begeistert es viele europäische Fans und erweitert das Repertoire an den Taschenmonstern. Mittlerweile gibt es davon ganze 890, welche gefunden, gefangen und erforscht werden wollen. Diese Tradition wurde 2018 mit Lets Go Evoli und Lets Go Pikachu auf die Switch gehoben. Waren die beiden Let`s Go-Titel damals noch ein Remake der ersten Versionen Pokémon Rot und Blau für die Switch, so finden sich dieses Jahr mit Pokémon Schwert und Schild die ersten “richtigen” Versionen für die Switch. Doch diese Version spaltet die Community – die einen lieben Pokémon Schild und Schwert, andere wiederum schimpfen darüber und machen diese Versionen schlecht. Wieso das Ganze? Statt aller 890 kleinen Monstern können in dieser Version nur 400 der Pokémon gesammelt werden. Dabei setzen diese sich quer aus den ganzen Versionen zusammen. Dies mag angesichts der vielen Monster sinnvoll erscheinen, ist aber der Hauptgrund, warum die Community zum Teil nicht ganz zufrieden ist.

Aber ich wollte mir selbst ein Bild von den Versionen machen und habe bei Release direkt zugeschlagen und mir Pokémon Schild zugelegt. Wie von Beginn der Serie üblich, gibt es natürlich auch zwischen Pokémon Schild und Schwert wieder Unterschiede. Auf der einen Seite gibt es natürlich nicht alle der sammelbaren Pokémon in einer einzigen Version – möchtet ihr alle sammeln, so benötigt ihr zwangsweise beide Versionen oder einen Freund, der mit euch tauscht. Das betrifft natürlich auch die legendären Titelpokémon. Darüber hinaus gibt es in diesen Versionen erstmals auch Unterschiede in den möglichen Arenen.

Die legendären Pokémon

  • Zacian ist in Pokémon Schwert erhältlich
  • Zamazenta ist in Pokémon Schild erhältlich

Die Arenaleiter

  • Saida (spezialisiert auf Typ Kampf) gibt es nur in Schwert
  • Christopher (spezialisiert auf Typ Gestein) gibt es nur in Schwert
  • Nio (spezialisiert auf Typ Geist) gibt es nur in Schild
  • Ina (spezialisiert auf Typ Eis) gibt es nur in Schild

Bereits mit Pokémon Sonne und Mond wurden die Arenan angepasst – damals waren es keine Arenen mehr sondern eine Inselprüfung, welche zu bestehen galt. In Pokémon Schild und Schwert sind es zwar wieder Arenen, aber hier entsteht ein ganz anderes Gefühl. Die Arenen sind Stadien und die gesamte Reise gleicht der eines Fußballers. Diejenigen welche für die Arena-Challenge zugelassen sind und eine entsprechende Empfehlung vorzeigen, werden in der Galar-Region zu geiferten Rockstars und mit jedem Sieg steigt dieses Ansehen. In jeder Arena stehen andere Challenge-Teilnehmer und hier und da kann man in den Gesprächen und Erzählungen der unzähligen Personen mehr darüber erfahren. Ich hatte zum ersten Mal in einem Pokémon-Spiel das Gefühl, dass ich tatsächlich nicht neben meinem Rivalen der Einzige bin, der auf Reise geht.

Bevor man jedoch die Änderungen in der Welt entdecken kann und das Abenteuer so richtig beginnt, lernen wir Hop kennen. Seine Familie lebt in der gleichen Stadt wie wir und er entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem unserer Rivalen in der Arena-Challenge. Ja – richtig gelesen: Es gibt mehr als nur einen Rivalen, was das Gefühl der Arena-Challenge abrundet und größer macht! Gemeinsam mit Hop, welcher bereits zu Beginn ein eigenes Pokémon – ein Wolli – besitzt, reisen wir etwas gen Süden zur Assistentin der Professorin der Galar-Region. Dort lernen wir Sania kurz kennen und ebenso den Bruder von Hop – Delion, aktueller Champion der Galar-Region. Dieser hat drei Pokémon dabei, von denen wir und Hop und jeweils eines aussuchen dürfen.

Die drei neuen Starter sind hierbei äußert gut in Szene gesetzt und zeigen kurz ihr eigenes Element auf. Hier wirkt Pokémon definitiv auf dem Fernseher besser, als auf der Konsole selbst. In dieser kurzen Sequenz lernen wir Chimpep (Pflanze), Hopplo (Feuer) und Memmeon (Wasser) kennen. Einer dieser süßen Gesellen wird unserer – Hop wählt jeweils den schwächeren Typ als eigenes. In meinem Fall habe ich Hopplo gewählt, einen sehr unruhigen feurigen Hasen. Damit lag fest, das Hop sich Chimpep nimmt.

Natürlich darf an dieser Stelle auch nicht der erste Kampf gegen den neu gewonnen Rivalen fehlen! Nachdem dieser gewonnen ist, setzen wir unsere Reise zum ersten Bahnhof fort, von dem aus es zur Eröffnungszeremonie der Arena-Challenge gehen soll – leider hält der Zug eine Station vorher, sodass wir gezwungen sind, in der Naturzone auszusteigen. Diese Zone enthält besonders viele Pokémon und auch deutlich stärkere.
Doch bevor ich den Bahnhof verlassen habe, habe ich alle Personen angesprochen und bin dabei auf eine interessante Sache gestoßen: Spricht man mit dem Jungen und dem Mädchen in der Ecke des Bahnhofs und hat zuvor mit dem selben Switch-Konto Lets Go Evoli und / oder Lets Go Pikachu gespielt, so erhält man das jeweilige Monster. Allerdings muss man diese tatsächlich zuvor gespielt haben; im Falle meiner Freundin, die nie Let`s Go Pikachu mit ihrem Switch-Konto gespielt hat, war es so, dass sie nur ein Evoli erhalten hat. Auf jeden Fall eine schöne Sache, dass bereits so früh zu Beginn solche kleinen Besonderheiten eingebaut sind. Mit diesen drei Pokémon kann die Naturzone im handumdrehen erforscht werden – gleich zu Beginn wartet ein Onix auf uns. Allerdings ist dieses Stufe 30 und zeigt damit die Besonderheit der Naturzone und eine weitere von Pokémon Schild und Schwert. Mit dem sammeln der einzelnen Arena-Challenge Abzeichen wird erst die Möglichkeit gegeben, Pokémon der höheren Stufen zu fangen! Erst mit zwei Orden sind wir in der Lage, ein Stufe 30 Pokémon in den Pokéball zu stecken. Gleichzeitig bietet die Naturzone aber jederzeit das Potenzial, hier auf Pokémon dieser Stufen zu treffen. Das war bisher durch den linearen Ablauf anders – hier hatten Pokémon immer ungefähr das gleiche Level wie die eigenen.

Das Wetter spielt ebenso eine Rolle, wie die Stufe der Pokémon. Im Test hatte ich auch das Gefühl, dass daneben die Uhrzeit – also Tag oder Nacht – ebenso eine Rolle spielte. Im Gegensatz zum Wetter, bin ich mit bei der Tageszeit allerdings nicht sicher. So wechselt das Angebot an Pokémon je nach Wetter oder auch Region in der Naturzone. Gelangt man in kältere Bereiche kann man Eispokémon finden, während auf den weiten Ebenen Pampulis ihre Heimat gefunden haben. Daneben gibt es diverse Teiche und See in denen geangelt oder später auch geschwommen werden kann um somit Goldini, Garados und Karpador sein Eigen nennen zu können.

In der Naturzone stoßen wir dann auch zum ersten mal auf die neue temporäre Entwicklungsstufe der Dynamaximierung kennen. Überall verteilt sind Pokémon-Nester, welche jederzeit aktiviert werden können. Sofern diese rot leuchten startet ein sogenannter Dyna-Raid, welcher besonders starke Pokémon herbeiruft. In diesen Raids erhalten wir stets die Unterstützung von drei weiteren Mitstreitern – wenn die Switch mit dem Internet verbunden ist, sind dies reale Spieler, sofern sich zu dem Zeitpunkt welche finden lassen. Alternativ stellt das Spiel andere Trainer zur Seite. In diesen Raids kämpft immer das erste eigene Pokémon und erhält auch die Möglichkeit der Dynamaximierung. In diesem Kampf ist es die Aufgabe zu viert das Pokémon zu besiegen – erst dann erhält man die Chance es zu fangen. Nach erfolgreichem Kampf gibt es noch besondere Items, wie zum Beispiel EP-Bonbons, welche das Leveln beschleunigen. Spielerisch macht die Dynamaximierung allerdings keinen großen Unterschied – da wirkte die Mega-Entwicklung ausgereifter.

Wie in anderen Teilen bisher auch gibt es keine Möglichkeit, die Schwierigkeit einzustellen. Das wiederum bedeutet für Trainer der alten Tage wiederum, dass die Schwierigkeit nie wirklich hoch ist. Gutes Training, das Beachten der Schwächen und Stärken und nahezu jeder Kampf wird einfach. Doch hier ist es wieder jedem selbst überlassen, wie viel Zeit man in das Training investiert und dergleichen. Motivation bietet Pokémon Schild und Schwert auf jeden Fall genug!

Auch wenn die Story nicht für jeden etwas besonderes ist in einem Pokémon Spiel ist, so begeistert mich genau dies immer wieder und bringt mich dazu, immer weiter zu wollen. Da bildet die Galar-Region keine Ausnahme – eher im Gegenteil. Die Tatsache, dass neben Hop noch zwei weitere aktive Rivalen existieren, das neue Team “Yell”, welche liebevoll passend zum Fussballstadion-Setting als eine Art Hooligans auftreten und die Tatsache, dass man das Geheimnis der Galar-Region und des legendären Pokémons aufklären möchte motivieren mich immens. Hinzu kommen kleine Details wie das neue Poké-Camping, bei dem man mit den eigenen Pokémon spielen kann oder ihnen ein leckeres Curry zu bereiten kann ergänzen diese Motivation.

Letztendlich bleibt Pokémon eben Pokémon. Auch Schwert und Schild bringen dieses Gefühl fantastisch rüber. Auch wenn es Kritiker an dem Design gibt, empfinde ich diese als sehr toll! Auch die Naturzone mit der Möglichkeit die Kamera zu drehen und den Dyna-Raids macht extrem Spaß! Leider fehlt es nach wie vor an Vertonung – hier hätte Gamefreak wirklich die Möglichkeit gehabt, vieles besser zu machen! Bei der Technik wäre sicherlich mehr möglich gewesen, doch darf man nicht vergessen, dass wir hier mit einem Pokémon-Spiel zocken, was wohl allein aus Nostalgie-Gründen das ein oder andere verzeiht. Doch unterm Strich bleibt eine wundervoll gestaltete Region mit Burgen, Städten und Wäldern sowie den grandios in Szene gesetzten Arenen. Pokémon Schild und Schwert sind durch und durch das, was man von einem Pokémonspiel erwartet!

Gaming / Nintendo / Tests / Pokémon / Pokémon Schild & Schwert / Review / Switch / Test
[topgamingnews.de] · 15.12.2019 · 06:40 Uhr
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