Review – Beyond a Steel Sky

Es gibt Spielreihen, auf die stößt man erst, wenn man den geistigen Nachfolger davon vor sich hat und etwas darüber recherchiert. So ist es mir zumindest mit Beyond a Steel Sky gegangen! Mir war nicht bekannt, dass Beyond a Steel Sky einen theorethischen Vorgänger in Beneath a Steel Sky hat. Letzteres wurde 1994 veröffentlicht und dürfte den wenigsten aktuellen Spielern bekannt sein.

Doch wie auch sein Vorgänger und andere Spiele wie zum Beispiel Baphomets Fluch ist auch dieses von Charles Cecil (Baphomets Fluch). Und wer die Spiele von Cecil jemals gespielt hat weiß, dass ihn hier ein kultiges Spiel des Point-and-Click Adventures erwartet. So ist es auch mit Beyond a Steel Sky, welches ein wenig auch an Tell Tale Games erinnert mit seiner Erzählart. Der Spieler übernimmt die Rolle von Robert Foster. Als dieser muss man mit ansehen, wie Milo, ein Kind aus dem Dorf in welchem Robert lebt, bei einem Angriff entführt wird. Robert Foster zögert nicht lange, packt seine notwendigsten Sachen zusammen und verfolgt die Spur durch die Gaplands – das Ödland rund um die größeren Städte – bis nach Union City. In dieser Megastadt wird alles von einer KI kontrolliert und die Roboter erledigen nahezu jede Aufgabe allein.

Auf den ersten Blick wirkt Union City wie ein wahres Paradies. Die Überwachung führt hier MINOS durch, eine Künstliche Intelligenz, welche die Bewohner der Stadt mit kleinen Belohnungen bedenkt, wenn diese für ein reibungsloses Zusammenleben sorgen. Speziell für Menschen ausgelegte Bars und Plätze ermöglichen den Bewohnern ein gutes Leben. Doch Robert ist nun hier um ein entführtes Kind und das Geheimnis dahinter zu erfahren.

Gesteuert wird Robert immer in der Third-Person-Perspektive. An gewissen Stellen lassen sich Objekte sammeln oder untersuchen. Das Gameplay an sich ist hier klassisch gehalten: Um ein Rätsel zu lösen, muss der Weg dahin erstmal beschritten werden. So hatte ich im Spielverlauf oft das Gefühl, dass ich genau weiß, wo ich hin will und was ich dafür brauche, doch der Weg zu diesem war der Schwierige. So gibt es immer wieder verschiedene Personen, die ich involvieren kann und muss, um Hilfe zu erhalten – doch bevor ich diese Hilfe erhalte, muss ich oftmals selbst erst tätig werden. Die Schwierigkeit dieser Rätsel variiert dabei, sodass immer auch mal die ein oder andere Situation auftritt, bei der ich ins Grübeln gerate.

Richtig lustig wird das Spiel, sobald man einen MINOS-Hacker besitzt. Dieser ermöglicht es Robert, verschiedene Maschinen mit Künstlicher Intelligenz zu beeinflussen. Hierbei kann man seiner Kreativität fast komplett freien Lauf lassen. So lässt sich zum Beispiel ein Bot, der “gemütlich” spricht durch “aggressiv” von einem anderen austauschen. Das Ergebnis wird sofort sichtbar und führt zu dem ein oder anderen lustigen Moment. Doch auch sinnvolle Sachen lassen sich damit gestalten und lassen hier viele Möglichkeiten entstehen. Das eröffnet dem ganzen neue Wege, die verschiedenen Rätsel anzugehen. Doch nicht immer ist das Hacken die richtige Lösung. So gibt es auch Stellen, an denen Vögel mit Knackwürstchen gelockt werden müssen oder man sich einer anderen Identität bemächtigt. Die Lösungen der verschiedenen Rätsel bleiben oft nicht lange verborgen, doch die Wege dahin wiederum schon. Hier ist dann der Spieler gefragt. Kommt man gar nicht weiter, hilft ein Blick in das Pausenmenü – hier können diverse Hinweise angefordert werden. Damit man sich nicht selbst hintergeht, gibt es eine kurze Wartezeit zwischen den Hinweisen, bevor der nächste erscheint.

Grundsätzlich ist das Spiel linear, wirkt aber an manchen Stellen nicht so und lässt durch die begehbaren Bereiche mehr Möglichkeiten und die ein oder andere Freiheit. Beyond a Steel Sky kommt mit einem ganz eigenen Design daher, was eventuell den ein oder anderen abschrecken könnte. Von der maschinellen Umgebung bis hin zu den einzelnen, teilweise sehr verschrobenen Charakteren wirkt es zwar sehr glaubwürdig, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Technisch gab es den ein oder anderen Bug, doch hier listen die Entwickler eine ganze Reihe bekannter Fehler auf. Diese werden zum Release auf Steam behoben sein, was das Spielerlebnis natürlich noch runder gestalten wird. Aber auch die aktuell noch vorhandenen Bugs stören den Spielablauf nur selten.

Beyond a Steel Sky ist leicht zugänglich und erklärt viele seiner Schritte optisch hübsch und sinnvoll. Wer Unterstützung benötigt, findet diese in angenehm gestalteten Menüs. Am ehesten lässt sich Beyond a Steel Sky tatsächlich mit einem Point-and-Click Adventure beschreiben, auch wenn anders als in den Klassikern von damals natürlich nicht jeder Ort angeklickt werden muss, an dem man laufen möchte. Das Spiel fordert aber von Beginn an mal mehr mal weniger das eigene Denken. Bemängeln könnte man die Kamerabewegungen, welche manchmal verwirrend sind, aber definitiv nicht spielstörend oder tragisch. Eher ist es so, dass man plötzlich in der eigenen Spielfigur steht, weil die Kamera direkt in den Toros wandert. Beim Sound haben die Entwickler definitiv sehr gute Arbeit geleistet! Ganz gleich, ob man von der Hintergrundmusik spricht oder von des Sounds an sich – Beyond a Steel Sky weiß hier zu überzeugen! Auch hat jeder Charakter eine eigene Sprachausgabe. Besonders lustig: Die Antworten sind nicht immer die gleichen. Fragt ihr wiederholt nach dem gleichen, ändert sich die Antwort gerne und ihr bekommt auch mal zu hören “Das hatten wir doch besprochen”.

Insgesamt erhält man damit ein solides Spiel mit tollen Rätseln. Sicherlich ist das lineare Gameplay nicht jedermanns Sache, doch schadet es dem Spielverlauf ganz und gar nicht. Eher im Gegenteil, da man somit nicht durch eine große Stadt irrend losen Enden folgt, sondern immer ein Ziel bzw. Rätsel vor Augen hat. Das Ganze wird von guten Grafiken mit tollen Sounds untermalt und ergänzt sich wundervoll. Insgesamt wird die Stimmung sehr gut getragen. Lediglich bei der Steuerung und der Kameraführung ist Kritik angebracht, da diese leicht hakelig wirkt. Doch ist immer zu beachten, dass der Release noch ein paar Tage hin ist (16. Juli 2020 auf Steam) und mit Sicherheit noch das ein oder andere Fehlerlein behoben wird.

Review – Beyond a Steel Sky
8
Grafik
8.5
Sound
7
Steuerung
8
Spiele Spaß
7.5
Preis Leistung
Gesamtwertung 7.8 / 10
Unser Fazit
Beyond a Steel Sky zählt definitiv zu den Spielen, die ich mir ohne weiteres nicht sofort gekauft hätte. Doch nachdem ich einen Einblick erhalten habe, bin ich tatsächlich begeistert! Die Herangehensweise mit dem Hacken war doch eine positive Überraschung. Und grundsätzlich genieße ich es, gemeinsam mit meiner Frau die diversen Rätsel durchzugehen und lösen zu können. Auch die Geschichte, die sich entfaltet, ist interessant geschrieben und verlockt zum weiterspielen. Beyond a Steel Sky hat einen festen Platz bei mir erhalten!
Gaming / PC-Computer / Tests / Adventure / Pc / Review / Revolution Software / Steam / Wishlist
[topgamingnews.de] · 11.07.2020 · 09:01 Uhr
[1 Kommentar]
 

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