Rediker: Powells Sitz im Rat hält Warsh davon ab, die Zinsen überhitzt zu treiben

Powells dämpfende Hand
Doug Rediker, ehemaliger US-Exekutivdirektor des IWF, bezeichnet Powells fortbestehenden Sitz im Federal Reserve Board als den eindeutigsten Grund, warum Märkte keine aggressive Zinserhöhung vor den Midterms im November erwarten sollten. Rediker stuft Powell als „dämpfenden Einfluss“ auf Vorsitzenden Kevin Warsh ein und räumt ein, dass er sich weiterhin zurückhält, eine Erhöhung vorherzusagen, genau weil der politische Kalender eine so große Rolle spielt.
Bond-Vigilante wieder im Spiel
Rediker weist zudem darauf hin, dass die US-amerikanischen und französischen Anleihemärkte erneut von Vigilanten kontrolliert werden, die nicht auf die Ergebnisse der Wahlen oder die Erklärungen der Zentralbank warten werden. Er schließt nicht aus, dass die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen tatsächlich auf 6 Prozent klettert, und unterstreicht damit, dass die Kapitalmärkte – und nicht der politische Kalender – letztlich den Preis für Staatsverschuldung festlegen.
Der vergessene Steuerzahler
Die wahren Kosten eines jeden politischen Fehltritts werden auf arbeitende Familien und Sparer abgewälzt, deren Hypotheken-, Autokredit- und Kreditkartenzinsen im Takt mit den Vigilanten gehen. Redikers Warnung ist eine Mahnung, dass jeder Basispunkt-Anstieg der privaten Wirtschaft reale Kaufkraft entzieht, während die politische Klasse über die eigene Imagepflege debattiert.

