Querelle um den Panamakanal – Eine geopolitische Herausforderung
Der neu gewählte US-Präsident hat jüngst in seiner markanten Art und Weise die Kontrolle über den Panamakanal thematisiert, indem er China beschuldigt, das Transitgeschäft zu beherrschen und amerikanische Konsumenten abzuzocken. In einem öffentlichen Auftritt erklärte Donald Trump seinen Unterstützern, dass durch die Rückgabe des Kanals an Panama der internationale Handel gefördert und das Ansehen der Vereinigten Staaten in Lateinamerika gestärkt wurde. Diese Meinung wurde jedoch von Trump scharf kritisiert. In seiner Ansicht fordert Panama überhöhte Transitgebühren, die Amerikaner belasten.
Vor langer Zeit, im Jahr 1903, sicherte sich Präsident Theodore Roosevelt die Übernahme des Kanalprojekts aus Sicherheitsgründen für die USA. Damals war es entscheidend, dass die amerikanische Marine problemlos zwischen dem Pazifik und dem Atlantik navigieren konnte. Die Kanalverträge von 1977 sollten Neutralität garantieren, mit der Möglichkeit einer militärischen Intervention der USA zum Schutz dieser Vereinbarung.
Der Panamakanal wurde jedoch erst mit der Eröffnung größerer Schleusen im 21. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelsweg. Doch trotz dieser Erneuerungen äußerte Trump den Wunsch, den Panamakanal möglicherweise wieder unter US-amerikanische Kontrolle zu bringen. Doch obgleich Trumps Vorstellungen von einer chinesischen Einmischung sprechen, weisen Experten darauf hin, dass die Gebühren im Wesentlichen nach der Nachfrage geregelt seien und dass amerikanische Schiffe bereits günstige und bevorzugte Konditionen genießen.
Die eigentliche Motivation hinter Trumps Rhetorik könnte in geopolitischen Überlegungen liegen. Während seiner ersten Präsidentschaft hatte Panama die diplomatische Anerkennung von Taiwan zugunsten Chinas beendet, was zu verstärkten Investitionen aus Peking führte. Um diese chinesische Präsenz einzuschränken, könnte Trump versuchen, Panama dazu zu bewegen, die Beziehungen mit Taiwan zu intensivieren und damit chinesische Investitionen zu dämpfen.
Der gegenwärtige Präsident Panamas, José Raúl Mulino, bemüht sich aktiv um eine Versöhnung mit den USA. Unter anderem hat er Verträge zur Eindämmung irregulärer Migration unterzeichnet und einem amerikanischen Unternehmen den Auftrag für ein großes Infrastrukturprojekt erteilt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Beziehungen entwickeln, besonders da Trumps Einflussnahme weiterhin ein kritisches Thema bleiben könnte.

