QIX Dividenden Europa: Inditex erklimmt neues Jahreshoch und Henkel wächst organisch

Inditex will Aktionären nach Corona-bedingter Kürzung trotz Milliardeninvestitionen ins E-Commerce-Geschäft künftig wieder höhere Dividenden zahlen. Henkel überwindet in Q1 mit starker Klebstoffsparte (+13%) die Auswirkungen der Covid-19-Krise und erzielt mittlerweile gut 17% seiner Erlöse online.

Bereits am Donnerstag konnte im Dividenden-Index die Aktie von Inditex ein neues Jahreshoch markieren, am heutigen Handelstag gibt sie jedoch erstmal wieder leicht auf 30,95 Euro nach. Die Kurserholung der letzten Monate kommt dabei nicht von ungefähr, denn der spanische Textil- und Modehändler hatte in der Pandemie auf das richtige Pferd gesetzt. Vor allem durch den umfassenden Ausbau seiner Online-Sparte konnte der H&M-Konkurrent, der für Marken wie Zara und Pull&Bear steht, und gerade unter jungen Leuten beliebt ist, den Umsatzschwund im stationären Handel im abgelaufenen Corona-Jahr zumindest etwas abfedern. Insbesondere die Lockdowns vieler europäischer Länder hatten die Inditex-Gruppe dabei mit ihren rund 6.800 Filialen schwer belastet und auch die Aktie entsprechend in Mitleidenschaft gezogen. Die Gesamterlöse gingen im Vergleich zum Vorjahr jedenfalls um 28% auf nur noch 20,4 Mrd. Euro zurück. Ergebnisseitig musste der "Fast Fashion" -Anbieter sogar noch deutlichere Einbußen hinnehmen. Die Aktionäre können jetzt aber wieder aufatmen, immerhin sind viele Lockdown-Lockerungen wie Shop-Eröffnungen in ganz Europa im Gange, und Inditex ist nach der jüngsten Krisenzeit bei der Überarbeitung seines Filialnetzes nach eigenen Angaben inzwischen auf der Zielgeraden angekommen. Dabei konzentriert sich das Management nunmehr auf den Ausbau nur noch gut laufender Geschäftsläden und solcher in Toplagen. Allein in 2020 schrumpfte das Filialnetz um mehr als 600 Shops, die Verkaufsfläche betrug letztendlich aber nur 5% weniger als ein Jahr zuvor.

Zudem will der Modepionier, der für sein schnelles Abkupfern von Laufstegtrends bekannt ist, und die neuen trendigen Modeartikel zu günstigen Preisen in seinen Läden verkauft, mehr in die Digitalisierung stecken. Und hier macht Inditex Corona-bedingt derzeit richtig Druck, denn Online-Händler wie Zalando und Amazon setzten dem Unternehmen schon seit geraumer Zeit zu. Mit Milliardeninvestitionen soll vor allem die Vernetzung der Lagerlogistik und der weitere Ausbau des E-Commerce-Geschäfts vorangetrieben werden. Im vergangenen Jahr etwa war die Modekette Zara allein in 25 Märkten online gegangen. Und Inditex will auch seinen Investoren trotz hoher Investitionen künftig wieder mehr Dividende auszahlen, nachdem die Ausschüttung für 2019 wegen der Virus-Umstände im vergangenen Frühling gekürzt worden war. So wurde nun für 2020 eine Zahlung von zunächst 0,70 Euro beschlossen, bestehend aus regulärer Gewinnbeteiligung und einer Sonderausschüttung von 0,48 Euro. Weitere 0,30 Euro Sonderdividende für 2020 sollen zudem dann wie angekündigt erst im Kalenderjahr 2022 fließen. Das Modeunternehmen bleibt damit aber ihrer jahrelangen Dividendenpolitik treu, durch die die Inditex-Aktie meist zwischen 2,5% und 3,5% an Rendite abwarf.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Auch die Aktie von Henkel verzeichnet am Freitag nach der jüngsten Kurserholung im Dividenden-Index wieder leichte Zugewinne und notiert damit aktuell bei 96,15 Euro. Dabei wuchs der Umsatz des Markenartiklers im 1.Quartal auf den ersten Blick mit 0,8% auf rund 5 Mrd. Euro eher bescheiden. Doch verzerrten massive Währungseffekte diesbezüglich das operative Bild. Organisch also auch ohne Zu- und Verkäufe lag das Umsatzwachstum des Unternehmens von Januar bis März bei beachtlichen 7,7%. Und die zuletzt gesehene Aktienentwicklung hat dies bereits vorweggenommen. Stärkster Wachstumstreiber war für Henkel dabei wie in alten Zeiten das Klebstoffgeschäft mit einem organischen Umsatzplus von 13%. Hier war in erster Linie die wieder starke Nachfrage aus der weltweiten Automobil- und Elektronikindustrie sowie dem Handwerk zu spüren. Für die Düsseldorfer lief es im Quartal auch im Konsumentengeschäft mit den Kernmarken Persil, Pril, Bref und Somat wieder gut. Dementsprechend zogen die Umsätze der Wasch- und Reinigungsmittelsparte um solide 4,1% an. Und auch für den Kosmetikbereich legte Henkel leicht um 2,3% höhere Erlöse vor. Hier waren es insbesondere die Geschäfte mit Haarcolorationen und Haarpflegeprodukte. Das Friseurgeschäft profitierte dabei von einer deutlich gestiegenen Absatz in Märkten wie Nordamerika und China.

Gute Fortschritte machte das Unternehmen zudem auch beim Ausbau seines Online-Geschäfts. Insgesamt 17% der gesamten und global erzielten Umsätze wurden zum Jahresauftakt bereits digital eingenommen. Innerhalb von 12 Monaten hat Henkel damit seinen Internet-Anteil um über 50% erhöht, was allerdings auch der Covid-19-Ausbreitung geschuldet ist. Die Aktie selbst notiert zwar derzeit fast auf einem neuen Jahreshoch, die Dividendenrendite bringt Anlegern dennoch fast 2%. Angesichts aber des erfolgreichen Starts und der erhöhten Jahresprognose dürfte für 2021 bei Henkel nach den zweimal in Folge unveränderten Ausschüttung von 1,85 Euro auch wieder eine leichte Anhebung zu erwarten sein.

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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[finanzen.net] · 07.05.2021 · 15:06 Uhr
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