QIX Dividenden Europa: Allianz will verstärkt Kundengelder in Aktien und alternative Anlagen investieren

Allianz plant das Geld deutscher LV-Kunden künftig bis zu 18% in renditestarke Produkte wie Aktien anzulegen. Neuer WPP-Vorstand will aktuellen Strukturwandel in der Werbebranche überwinden und das Unternehmen für stärkeres Wachstum positionieren.

Nach dem Kursanstieg der vergangenen Tage notiert die Aktie der Allianz heute im Dividenden-Index wieder leicht im Plus bei 185,65 Euro. Der Münchener Versicherer plant das Geld seiner deutschen Lebensversicherungskunden bald zur Hälfte in Aktien und alternative Anlagen zu stecken. Die übrige Hälfte solle sich in wenigen Jahren nur noch auf Staats- und Unternehmensanleihen erstrecken, kündigte der Allianz-Leben-Chef am Mittwoch in Frankfurt an. Dagegen will sich der Konzern aus dem Pfandbrief, bislang eines der wichtigsten Investmentprodukte für deutsche Lebensversicherer, schrittweise fast komplett zurückziehen. In den kommenden 3 bis 4 Jahren solle die Aktienquote von derzeit 10% auf 13 bis 18 % wachsen, sagte der Manager. Zudem solle jeder dritte Euro in alternative Anlagen wie Immobilien, Infrastruktur, Private Equity und erneuerbare Energien fließen. Von den gesamten Geldern der Allianz Leben von rund 250 Mrd. Euro steckten derzeit bereits rund 60 Mrd. Euro in solchen Produkten. Mittelfristig solle diese Summe auf etwa 100 Mrd. Euro ansteigen. Möglich sei dies aufgrund der Freiheiten, die das seit 2016 geltende Regelwerk "Solvency II" den Unternehmen biete, betonte der Allianz-Leben-Vorstand. Während Lebensversicherer das Geld ihrer Kunden früher nur in bestimmte Anlageklassen investieren durften, seien ihnen die Anlageziele nun freigestellt - vorausgesetzt, sie könnten die damit verbundenen Risiken beurteilen und finanziell tragen. Lebensversicherer wie die Allianz haben in den letzten Jahrzehnten das Geld der Kunden traditionell vor allem in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Pfandbriefe investiert. Doch angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase fällt es ihnen aber immer schwerer, die Garantiezinsen für ihre Kunden zu erwirtschaften. Diese belaufen sich bei alten Verträgen auf teilweise bis zu 4%.

Für die Aktionäre der Allianz indes waren die letzten Jahre dank der soliden Ausschüttungen ausgesprochen einträglich. Denn die Allianz hat in den letzten 9 Jahren die Dividende deutlich erhöht. Erst im Mai wurden insgesamt 8,00 Euro als Gewinnbeteiligung für 2017 ausgeschüttet, und damit 0,40 Euro mehr als im Jahr zuvor. Lag die Dividende im Jahr 2008 noch bei 3,50 Euro, so hat Management sie bis heute mehr als verdoppelt. Alle Anleger der Allianz konnten sich dabei über eine Dividendenrendite von im Schnitt 4,8% freuen. Basierend auf dem derzeitigen Kurs ergibt zwar immer noch eine stattliche Rendite von 4,3%, diese liegt aber etwas unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Als einer der heutigen Favoriten im Dividenden-Index verbucht die Aktie von WPP ein Plus von 1,0% und steht damit aktuell bei 12,80 Euro. Die größte Werbeagentur der Welt hatte erst kürzlich ihren neuen Chef im eigenen Unternehmen gefunden, um die Nachfolge des legendären Werbers Martin Sorrell anzutreten. Mit Mark Read übernahm ein erfahrener Manager den Vorstandsvorsitz, der das Unternehmen mit seinen 200.000 Mitarbeitern zuletzt schon in dieser Funktion geführt hatte. Zu WPPs größten Kunden weltweit zählen unter anderem Marken wie Ford, Procter & Gamble und Unilever, die über traditionelle Werbeagentur-Netzwerke wie Ogilvy, J Walter Thompson und Grey betreut werden. Allerdings steht der britische Werbekonzern in seinem klassischen Geschäft arg unter Druck. 2017 war das schwächste Jahr seit der Finanzkrise vor mehr als 10 Jahren. Vor allem weil Internetkonzerne wie Facebook oder Google immer öfter große Werbe-Etats abgreifen, und auch Unternehmensberatungen wie Accenture zunehmend in den Wettbewerb um Marketing-Budgets drängen. Auch der Spesenskandal um Sorrell im März und dessen darauf folgender Abtritt als Vorstandsvorsitzender von WPP trug zur Unruhe bei.

Der neue Mann an der Spitze muss also einige Entscheidungen treffen, um das Unternehmen wieder in die richtige Spur zu bringen, Gerüchte über mögliche Abspaltungen von einigen der mehr als 400 Tochteragenturen machen schon länger die Runde. Derweil verströmt der Manager viel Optimismus. Unsere Branche befindet sich in einer Phase des Strukturwandels und nicht des strukturellen Niedergangs, sagte er jüngst bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Wenn wir diesen Wandel annehmen, können wir auf eine aufregende und erfolgreiche Zukunft blicken. Read kennt WPP indes gut, vor fast 30 Jahren fing er dort an zu arbeiten. Nach einer Zwischenstation bei Booz Allen & Hamilton in den Jahren 1995 bis 2002 kehrte er zu WPP zurück und war vor allem für das beachtliche Wachstum im Digitalgeschäft verantwortlich. Nun wolle er die Transformation beschleunigen und WPP für ein stärkeres Wachstum positionieren, teilte Read mit.


Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

Marktberichte
[finanzen.net] · 14.09.2018 · 14:42 Uhr
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