QIX Deutschland: Siemens mit überraschend starken Liquiditätsaussagen lässt Aktie zeitweise 9% explodieren

Einer der heutigen Spitzenwerte im Qualitäts-Index ist mit einem Plus von zwischenzeitlich fast 9% die Siemens-Aktie. Aktuell liegt das Papier aber wieder etwas niedriger bei 72,90 Euro. Getrieben wird der Anstieg unter anderem von Aussagen des Vorstands, bestens für die gegenwärtige Corona-Krise gerüstet zu sein. Wir haben exzellente Liquidität, sagte der Manager des Münchner Technologiekonzerns kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Wir haben gerade erst für 5 Mrd. Euro eine Anleihe zu noch hervorragenden Konditionen platziert und wir haben 10 Mrd. Euro Kreditlinien, betonte er. Auch die Lieferketten würden noch funktionieren. Siemens steuere derzeit durch die größte Krise in Friedenszeiten und das machen wir gerade ganz erfolgreich. Der Konzernchef verwies allerdings auch darauf, dass Umsatz und das Ergebnis im 2. Quartal belastet werden würden. Insbesondere mit Blick auf die zyklischen Geschäftsbereiche, wie dem weltweiten Maschinenbau oder der Autoindustrie rechne er mit größeren Schwierigkeiten. Zudem halte der Konzern auch weiterhin am Zeitplan für die Abspaltung der zusammengelegten Sparte Siemens Energy fest. Ende September solle das neue Unternehmen, das das krisengeplagte Energiegeschäft von Siemens und die Beteiligung am Windanlagenbauer Siemens Gamesa enthalte, an die Börse gehen, bestätigte der Manager.

Letztlich wird der Industriekonzern zwar derzeit von der Krise schwer belastet, insgesamt dürfte er aber besser durch die konjunkturellen Verwerfungen kommen als andere Unternehmen. Und auch die Aktie hat zwischenzeitlich deutlich gelitten. Auf dem aktuellen Kursniveau sind die Siemens-Papiere viel zu niedrig bewertet. Für 2020 ergibt sich gerade mal ein KGV von 10, und angesichts der zuletzt erfolgten Dividendenanhebung liegt die Rendite bei mittlerweile soliden 5,3%. Das Unternehmen selbst glänzt aber nicht nur mit seiner nachhaltigen Ausschüttungspolitik. Die hohe im operativen Geschäft erzielte Eigenkapitalrendite von 11% sowie die operative Marge von über 10% sind ebenfalls bemerkenswert. Mit diesen Kennzahlen notiert die Aktie jedenfalls zu Recht im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Im Qualitäts-Index verzeichnet heute hingegen die RATIONAL-Aktie nur leichte Zugewinne und steht damit aktuell bei 466,00 Euro. Der zuletzt beeindruckende Wachstumskurs des Großküchengeräteherstellers ist trotz herausragender Marktposition aufgrund der sich verschärfenden Corona-Krise ins Stottern geraten. Dabei rechnet das Management in Anbetracht der weltweit zunehmenden Ausbreitung des Lungenvirus von immer deutlicher spürbaren negativen Auswirkungen auf die Branche. Dies geht aus dem heute veröffentlichten endgültigen Geschäftsbericht für 2019 hervor. Das Unternehmen, das vor allem für seine Combi-Dämpfer und VarioCookingCenter international geschätzt wird, erwartet demnach einen schwieriger werdenden Geschäftsverlauf. Allerdings hatte RATIONAL schon vor rund 2 Wochen wegen der sich abzeichnenden Corona-Epidemie und der damit zu erwartenden nachlassenden Nachfrage aus dem Gastronomiebereich seine Prognose für 2020 gesenkt. Das Umsatzwachstum soll dabei nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen, während aber weiterhin eine starke EBIT-Marge zwischen 20 bis 25% erreicht werden dürfte. Mittelfristig verspricht der Vorstand aber wieder ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich, mit einer operativen Marge von rund 26%. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete RATIONAL dank zuletzt noch gut laufender Großküchen- und Restaurantgeschäfte gerade in Amerika und Asien mehr. Insgesamt stieg der Umsatz um 8% auf 844 Mio. Euro. Darüber dürften sich insbesondere alle Aktionäre freuen, immerhin wurde eine Dividendenerhöhung auf 10,70 Euro angekündigt. Das wäre 1,20 Euro mehr als vor einem Jahr. Letztlich bleibt das Unternehmen aber neben der hohen Marge mit einer Eigenkapitalrendite von 33 % weiterhin hochprofitabel. Außerdem zeugt die beachtliche Eigenkapitalquote von 74% von einer ausgesprochen gesunden Bilanz.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

Marktberichte
[finanzen.net] · 24.03.2020 · 15:15 Uhr
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