QIX Deutschland: Deutsche Post glänzt in Q4 dank Online-Paketboom

Anstieg der weltweiten E-Commerce-Aktivitäten treibt 2020er Wachstum der Deutschen Post. CANCOM kauft deutschen IT-Berater Anders & Rodewyk und stärkt somit seine rechenzentrumsnahen Dienstleistungen.

Angesichts überragender Geschäftszahlen gehört am Mittwoch im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Post mit zu den Gewinnern und klettert um 1,8% auf ein Mehrjahreshoch bei 42,55 Euro. Immerhin konnte der Logistikdienstleister vor allem dank des Online-Paketbooms das Konzernergebnis allein im 4.Quartal laut vorläufigen Zahlen um beachtliche 56% auf 1,96 Mrd. Euro steigern. Das Unternehmen, das seine Eckdaten bereits Dienstagabend vorgelegt hatte, profitierte dabei stark vom Anstieg der weltweiten E-Commerce-Aktivitäten. Der gruppenweite Umsatz der Deutschen Post zog in 2020 demnach auch um 5% auf 66,8 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 4,13 auf 4,84 Mrd. Euro. Darin enthalten sind auch die bekannten Sonderbelastungen in Höhe von rund 600 Mio. Euro aus den ersten 9 Monaten des Jahres, wie der verkündete Produktions-Stopp des eigenen E-Transporters StreetScooter, der einmalig mit 300 bis 400 Mio. Euro abgeschrieben wurde. Das Geschäftsmodell der Deutschen Post habe sich auch in turbulenten Zeiten als widerstandsfähig erwiesen, kommentierte der Vorstand die beeindruckende Entwicklung. Der Anstieg der Sendungsmenge im Express- sowie im nationalen und internationalen Paketgeschäft habe sich im Weihnachtsgeschäft noch einmal beschleunigt, so der Manager. Folglich wuchs das weltweite Gesamtpaketvolumen im Schlussquartal um 23% gegenüber dem Vorjahresquartal auf ein Rekordniveau.

In Deutschland musste die Deutschen Post mit ihrer Paket- und Briefsparte im Weihnachtsgeschäft ebenfalls 23% mehr Paketsendungen bewältigen als im Vorjahr. Die Zahl der Briefsendungen war mit -7% hingegen weiter rückläufig. Und auch in diesem Jahr soll das Ergebnis des Logistikers über dem Wert von 5,4 Mrd. Euro aus dem Vorjahr liegen. 2022 soll es dann noch einmal steigen. Das weitere Wachstum führt bei den Bonnern auch zu langfristig ausgerichteten Investitionen. Denn die Deutschen Post-Tochter DHL Express bestellte in dieser Woche jedenfalls 8 weitere Frachtflugzeuge vom Typ Boeing 777F. Die Investition sei ein weiterer Schritt beim Ausbau des interkontinentalen Luftfrachtnetzes, betonte das Unternehmen. Die ersten Maschinen sollen bereits 2022 ausgeliefert werden. Die Aktie der Deutschen Post wird derweil aber weiter nur mit einem 2021er KGV von 16 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,9 bewertet. Mit dem robusten Kerngeschäft und der Eigenkapitalrendite von 15% erfüllt sie zudem auch noch wichtige Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Abgaben verbucht im heutigen Marktumfeld im Qualitäts-Index dagegen die CANCOM-Aktie. Somit notiert sie aktuell bei 44,30 Euro. Allerdings hinkt die zuletzt gezeigte Performance des IT-Infrastrukturanbieters derzeit noch der allgemeinen Marktentwicklung hinterher. Dabei wurde vom Management die Transformation vom reinen Systemhaus zum Anbieter von Hybrid-Cloud, Managed Services und eigenen Software-Lösungen bereits in 2020 eingeleitet. Ziel sollte es sein, den Umsatzanteil der Cloud-Sparte von rund einem Fünftel auszubauen, da es bereits deutlich über die Hälfte zum Vorsteuergewinn beiträgt. CANCOM kann in diesem Geschäftszweig starke Margen von über 20% erzielen. In diesem Jahr dürfte auch wieder ein insgesamt höheres Gewinnwachstum zu erwarten sein, da mehr Unternehmenskunden auf eine Cloud-Infrastruktur wechseln und mit einem Abklingen der Pandemie endlich auch das margenstärkere Consulting-Geschäft wieder forciert werden kann. Einen wichtigen strategischen Zug hat der IT-Komplettanbieter zudem im Dezember mit der Übernahme des deutschen IT-Beraters Anders & Rodewyk gemacht. CANCOM baut mit der Akquisition insbesondere die eigene Präsenz im Norden Deutschlands aus und verstärkt das Portfolio von Anders & Rodewyk durch die Einbindung in die eigenen Service-Angebote.

Der Kundenstamm sowie das hochwertige und margenstarke Geschäft mit rechenzentrumsnahen Dienstleistungen passen hervorragend zu CANCOM, erklärte der Vorstand. Dabei bedient die zukünftige Tochter insbesondere Kunden im Gesundheits- und Bildungssektor sowie dem Mittelstand und erwirtschaftet mit 70 Mitarbeitern zuletzt einen Jahresumsatz von 27 Mio. Euro. Vor allem aber der Ausbau des eigenen Cloud-Geschäfts könnte zu einer Höherbewertung der Aktie führen. Immerhin ist die CANCOM-Gruppe durchaus profitabel und erzielte in den letzten Geschäftsjahren immer solide Eigenkapitalrenditen, die meist immer über 10% lagen.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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[finanzen.net] · 13.01.2021 · 15:00 Uhr
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