QIX Deutschland: Das sind die Gründe für den zuletzt starken Lauf von Carl Zeiss Meditec und Knorr-Bremse

Dabei gibt der Index am Nachmittag leicht um 0,7% auf 15.805 Punkte nach. Medizintechnik-Geschäfte erweisen sich bei Carl Zeiss Meditec nach jüngster Krise mit einem Umsatzplus von 15% in Q2 wieder sehr robust. Zulieferer Knorr-Bremse vermeldet dank boomender LKW- und Zug-Sparte mit zuletzt 5 Mrd. Euro einen Auftragsbestand auf Rekordniveau.

Einen kräftigen Kursanstieg verbunden mit einem frischen Jahreshoch konnte am Montag im Qualitäts-Index die Aktie von Carl Zeiss Meditec für sich verbuchen. Und auch heute liegt sie wieder leicht im Plus bei 146,35 Euro. Immerhin konnte der Medizintechnik-Hersteller die doch offensichtliche Robustheit seines Geschäftsmodells selbst nach dem schwierigen Corona-Jahr auch mit Beginn des neuen Geschäftsjahres eindrucksvoll unter Beweis stellen. Die Pandemie hatte zwar auch in Q2 durchaus Auswirkungen auf die Zielmärkte des Unternehmens. Geholfen bei der stabilen Entwicklung hat dabei vor allem aber die wieder zunehmende Nachfrage nach innovativen Lösungen für medizinische Bereiche wie Augenheilkunde und Mikrochirurgie. In den Monaten Januar bis März stiegen bei Carl Zeiss Meditec folglich die Erlöse um gut 15% auf knapp 399 Mio. Euro, wie das Unternehmen gestern anhand vorläufiger Zahlen mitteilte. Der operative Gewinn (EBIT) verdoppelte sich sogar auf 89,3 Mio. Euro. Dabei profitierte der Medizintechnik-Spezialist mit seinen auf Zukunftsmärkte wie Medical and Research Solutions, Industrial Solutions, Eye Care und Lifestyle Products ausgerichteten Anwendungen, unter anderem von weiterhin niedrigen Vertriebs- und Marketingkosten im Vergleich zum Vorjahr. Dementsprechend verbesserte sich auch die entsprechende Marge des Unternehmens auf 22,4%.

Zudem stellte das Management von Carl Zeiss Meditec am Montag eine weitere operative Erholung für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 in Aussicht, nachdem der Gesundheits-Dienstleister im vergangenen Jahr zeitweise mit einer sinkenden Nachfrage zu kämpfen hatte. Vor allem weil im Zusammenhang mit der Pandemie planbare Operationen, etwa in der Augenheilkunde, verschoben werden mussten und Patienten den Gang zum Arzt scheuten. Dies dürfte sich aber in diesem Jahr ändern, schließlich soll der Gesamtumsatz von rund 1,3 Mrd. auf ungefähr 1,6 Mrd. Euro ansteigen, was einem Plus von knapp 20% entsprechen würde. Und auch die Umsatzrendite soll bei Carl Zeiss Meditec auf wieder 20% zulegen, nach 13% im Vorjahr. Inzwischen wird die Aktie aber in Anbracht des jüngsten Kursanstiegs mit einem KGV von über 50 hoch bewertet. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen in den letzten 5 Jahren eine solide Eigenkaptalrendite von im Schnitt 12%. Damit entspricht das Papier auch wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX).

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Ebenfalls gut behaupten konnte sich in den letzten Tagen im Qualitäts-Index die Aktie von Knorr-Bremse. Aktuell steht das Papier erneut leicht im Plus bei 103,30 Euro. Was den Kurs des Produzenten von Bremssystemen und anderen sicherheitsrelevanten Lösungen für Schienen- und Nutzfahrzeuge zuletzt antrieb, waren Nachrichten, wie es nach dem überraschenden Tod von Heinz Hermann Thiele, dem früheren Chef und Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats bezüglich der Mehrheitsverhältnisse im Unternehmen weitergehen wird. Immerhin war es Thiele, der Knorr-Bremse als Bremsenspezialist mit all seinen Sparten zum Weltmarktführer mit fast 30.000 Beschäftigten gemacht hat. Dabei hat er die einst darbende Gesellschaft als Visionär sukzessive aufgebaut und 2018 dann auch an die Börse gebracht hatte. Nach der jüngst erfolgten testamentarischen Verfügung Thieles ist nun für Investoren aber letztlich klar, dass die Familie Thiele auch künftig über eine Stiftung wichtigste Ankeraktionärin bei dem Unternehmen sein wird.

Aber abseits der personellen Wechsel hatte Knorr-Bremse, zu dessen Produktpalette auch Klimaanlagen, Steuerungs-Komponenten und Scheibenwischer sowie Bahnsteigtüren, elektrische Antriebsausrüstungen und Leittechnik gehören, im vergangenen Jahr auf operativer Ebene die Folgen der Virus-Ausbreitung deutlich zu spüren bekommen. Im 2ten Halbjahr hatten sich die Geschäfte dann nach und nach erholt, so dass Umsatz und Gewinn in 2021 wieder zulegen dürften. Vor allem in der Lkw-Sparte des Zulieferers dürfte das 1.Quartal das stärkste des Jahres überhaupt sein, allerdings bremsen insbesondere der anhaltende Halbleiter-Mangel und China das Erholungstempo gegenwärtig aus. Auch im Zug-Geschäft von Knorr-Bremse sind derzeit alle Werke gut ausgelastet, in China und Indien wurden aber zuletzt einige Aufträge verschoben. Der Auftragsbestand des Unternehmens insgesamt liegt dem Vorstand zufolge aber mit zuletzt 5 Mrd. Euro auf Rekordniveau.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

Marktberichte
[finanzen.net] · 20.04.2021 · 14:40 Uhr
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