QIAGEN-Aktie steigt klar: QIAGEN steigert Gewinn im zweiten Quartal kräftig

Eine schwächere Kundennachfrage in anderen Produktbereichen sei dadurch überkompensiert worden, teilte das Diagnostikunternehmen am frühen Donnerstagabend überraschend mit.

Nach vorläufigen Berechnungen kletterte der Umsatz den Angaben zufolge bei konstanten Wechselkursen um ca. 18 bis 19 Prozent, Anfang Mai hatte der Konzern eine Zunahme um mindestens 12 Prozent in Aussicht gestellt. Der bereinigte Gewinn je Aktie bei konstanten Wechselkursen dürfte 0,55 bis 0,56 US-Dollar betragen, ein Zuwachs von etwa 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hier lautete die Planung des Konzerns auf mindestens 0,40 Dollar.

Die Nachfrage nach Coronavirus-Testprodukten sei weiter "beispiellos", so QIAGEN. Angesichts der ungedeckten Nachfrage von Kunden weltweit sei das Unternehmen weiter darauf fokussiert, die Produktionskapazitäten für diese Produkte umfassend und kontinuierlich zu erweitern.

Weitere Informationen sollen in der ersten Julihälfte bekanntgegeben werden. Dann werde QIAGEN einen "umfassenderen Überblick" über vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal und die erste Hälfte des Jahres sowie Ausblicke auf die erwartete Geschäftsentwicklung für das dritte Quartal veröffentlichen. Zusätzlich will das Unternehmen die bisher kommunizierten Wachstumstrends für 2020 "aktualisieren". Die Veröffentlichung der vollständigen Quartalszahlen für das zweite Quartal sei weiterhin für den 4. August geplant.

So reagiert die QIAGEN-Aktie

Die überraschend gute Geschäftszahlen haben Anlegern am Freitag Hoffnung auf ein lukrativeres Übernahmeangebot durch Thermo Fisher gemacht. Die Papiere des Gendiagnostikspezialisten kletterten schlussendlich via XETRA um 2,8 Prozent auf 39,67 Euro. Mit ihrem Tageshoch von 40,36 Euro erreichten sie einen weiteren Höchststand seit 2001. QIAGEN erlebt wegen der Pandemie eine nach eigenen Worten beispiellose Nachfrage nach seinen Coronavirus-Testprodukten. Erste Zahlen zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal übertrafen die eigenen Prognosen von Anfang Mai deutlich.

Bereits vorher hatten Analysten angemerkt, dass das voraussichtlich gute zweite Quartal Druck auf den US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific mache, sein Übernahmeangebot für QIAGEN zu erhöhen. Die Amerikaner wollen QIAGEN eigentlich für rund zehn Milliarden Euro schlucken, das wären 39 Euro je Aktie. Einem Börsianer zufolge könnte die Pandemie den Umsatz von QIAGEN in den nächsten anderthalb Jahren um etwa 400 Millionen US-Dollar ankurbeln. Der sich daraus ergebende, zusätzliche Zufluss an frei verfügbaren Barmitteln würde seiner Meinung nach einen um etwa 2 Euro je Aktie höheren Übernahmepreis rechtfertigen.

Auch der Experte Ulrich Huwald vom Analysehaus Warburg Research hält eine Aufstockung des Übernahmeangebots für wahrscheinlich. Nach der "hervorragenden Geschäftsentwicklung" von QIAGEN und angesichts eines einmaligen Gewinns aus einer veräußerten Minderheitsbeteiligung sei es wahrscheinlich, dass Anleger Thermo Fisher Scientific zu einer Erhöhung des aktuellen Barangebots zwingen werden. Der Ausblick von QIAGEN für den Rest des Jahres könnte nun entscheidend sein und die Frage beantworten, inwieweit sich die Pandemie negativ auf andere Produktbereiche auswirkt.

Die Frist für die Annahme des Übernahmeangebots begann am 18. Mai 2020 und wird nach gegenwärtigem Stand am 27. Juli 2020 um 24:00 Uhr MESZ (18:00 Uhr New Yorker Ortszeit) enden. Laut einem Händler könnte sich der US-Technologiekonzern erst kurz vor dem Ende der Frist entscheiden, ob er das Angebot erhöhen will.

Die Aktien von QIAGEN haben sich im bisherigen Jahresverlauf wacker geschlagen. Der coronabedingte Marktcrash von Ende Februar bis Mitte März hat die Papiere im Prinzip kalt gelassen. Zu Gute kam den Anteilsscheinen unter anderem der Start der weltweiten Auslieferungen von Coronavirus-Testkits und deren Prüfung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA. Als Thermo Fisher Scientific dann Anfang März ein konkretes Übernahmeangebot auf den Tisch legte, machten die Papiere einen Freudensprung nach oben. Damit haben die Aktien seit Jahresbeginn gut 31 Prozent gewonnen, während der MDax für diesen Zeitraum immer noch einen Verlust verzeichnet.

Aus charttechnischer Sicht haben sich die Perspektiven mit dem Kurssprung am Freitag deutlich aufgehellt. Nun notieren die QIAGEN-Aktien deutlich über den 21- und den 50-Tage-Durchschnittslinien, die den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend beschreiben. Langfristige Unterstützung liefert bereits seit Anfang März die 200-Tage-Linie, die als Indikator für die langfristige Entwicklung gilt.

DJG/kla/cln

FRANKFURT (Dow Jones) / (dpa-AFX Broker)

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[finanzen.net] · 10.07.2020 · 17:55 Uhr
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