ProSiebenSat.1: Quotenerfolge, joyn-Erfolge, Umsatzerfolge?

Der Fokus auf lokale Inhalte beginne bereits sich auszuzahlen, da der Konzern durch das Wachstum der Zuschauermarktanteile und der digitalen Viewtime eine steigende Total Video Viewtime verzeichne.

ProSiebenSat.1-Chef Max Conze hat erste Erfolge der Umstrukturierung seines Konzerns geerntet. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen von ProSiebenSat.1 verwies er auf einige schöne Ziffern. "Wir sind weiter voll auf die Umsetzung unserer Strategie fokussiert und haben zuletzt wichtige Meilensteine erreicht“, erklärte er. „Gerade erst hat unsere Show «The Masked Singer» ganz Deutschland in ihren Bann gezogen. Beim Finale haben wir mit 38,1 Prozent den besten ProSieben-Marktanteil in der Prime-Time seit 2010 geknackt. Im zweiten Quartal waren unsere Zuschauermarktanteile die besten seit vier Jahren und unsere digitale Viewtime wächst weiter zweistellig. Damit haben wir es geschafft, im zweiten Quartal den Rückgang der linearen Reichweite mehr als auszugleichen“, jubelte Conze.

Die digitale Viewtime stieg im zweiten Quartal um 26 Prozent – die Gruppe macht dafür neben der Maskenshow auch das «Frühstücksfernsehen» von Sat.1 und die Show «Joko & Klaas gegen ProSieben» verantwortlich. Durch das starke digitale Wachstum sowie die steigenden Zuschauermarktanteile konnte ProSiebenSat.1 den Rückgang der linearen Reichweite mehr als ausgleichen: Im zweiten Quartal lag die Total Video Viewtime, also die Gesamtsumme der gesehenen Minuten auf allen linearen Kanälen und digitalen Entertainment-Plattformen des Konzerns, bei 257 Milliarden Minuten – ein Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2018.

Aber: Die Werbeerlöse sanken – gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurden drei Prozent eingebüßt. Im Entertainment-Segment ging der Außenumsatz im zweiten Quartal 2019 um vier Prozent zurück. Organisch sank der Außenumsatz leicht um ein Prozent. Das digitale und smarte Werbegeschäft des Konzerns entwickelte sich erneut dynamisch: Es legte im zweiten Quartal deutlich um 26 Prozent zu und kompensierte so einen Teil des Rückgangs der gesamten TV-Werbeerlöse. Den Umsatz konnte die Gruppe dennoch steigern. Zwischen April und Juni wurden 947 Millionen Euro verdient, ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies war durch das Wachstum der Segmente Content Production & Global Sales sowie Commerce getrieben, die damit die schwächere Entwicklung im Entertainment-Segment mehr als ausgleichen konnten: Content Production & Global Sales sowie Commerce steigerten ihre Umsätze im zweiten Quartal um 28 Prozent und 18 Prozent, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Das adjusted EBITDA ging jedoch um 18 Prozent auf 213 Millionen Euro zurück – dies war jedoch so erwartet worden. Begündet wird dies durch die „aufwandswirksamen Investitionen in die Zukunft“ sowie das rückläufige Werbegeschäft. Im zweiten Halbjahr will der Konzern weiterhin an Kostenverbesserungen im Kerngeschäft arbeiten.

Der neue Hit: Joyn

Regelrecht euphorisch äußerte man sich zur neuen Streaming-App Joyn, die kürzlich startete. 2,4 Millionen Mal sei die App mittlerweile installiert, 3,8 Millionen monatliche Nutzer wurden verzeichnet. Laut Conze sei das vier Mal so viel wie beim Vorgänger 7TV.

Der Geschäftsverlauf der ProSiebenSat.1 Media SE im ersten Halbjahr liegt trotz des schwächer als erwarteten TV-Werbemarkts im Rahmen der Gesamtjahresziele für Umsatz und Ergebnis, die der Konzern bei der Bilanzpressekonferenz im März für das Jahr 2019 vorgestellt hat.
News / Wirtschaft
07.08.2019 · 07:09 Uhr
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