Post ersetzt hunderte Filialen durch Automaten – Versorgungslücken sollen geschlossen werden
Der Hintergrund: Die Post ist gesetzlich verpflichtet, flächendeckend Filialen anzubieten. In Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern muss es mindestens eine geben, zudem darf der Weg zur Filiale in Wohngebieten maximal zwei Kilometer betragen. Diese Vorgaben erfüllt der Konzern seit Jahren nicht vollständig – aktuell fehlen 160 Filialstandorte, obwohl sie vorgeschrieben wären.
Die neuen Automaten bieten zentrale Post-Funktionen wie Paketabgabe, Paketabholung, Briefmarkenkauf, Posteinwurf – und neu sogar Videoberatung mit Mitarbeitern. Für die Post hat das Modell klare Vorteile: Die Automaten sind 24/7 verfügbar und benötigen kein Personal. Bereits heute gibt es bundesweit über 900 Poststationen, zusätzlich zu rund 15.600 Packstationen.
Kritik kommt von Kommunen und Sozialverbänden. Der Deutsche Landkreistag betont, echte Filialen seien „wichtige Einrichtungen der Daseinsvorsorge“. Der Sozialverband VdK warnt, Automaten seien für viele Menschen – etwa Ältere oder Menschen mit Behinderung – schwer nutzbar. Der Gesetzgeber will verhindern, dass künftig ein Großteil des Netzes nur noch aus Automaten besteht.
Für Anleger relevant: Die Post versucht, Kosten zu senken und gleichzeitig ihre gesetzlichen Pflichten zu erfüllen. Automatisierung reduziert Personal- und Standortkosten – ein struktureller Effizienzhebel, der sich mittelfristig positiv auf die Marge auswirken kann.


