Poligy: Diese Bipolymere verwandeln Abwärme in Strom

Das Rad, das die Energiewelt verändern soll, sieht noch eher nach Bastelarbeit aus. Doch es dreht sich, wenn auch ganz langsam, wenn es mit infrarotem Licht bestrahlt wird. Es könnte einen kleinen Generator antreiben.

Die Speichen des Rades sind das Entscheidende. Sie bestehen aus einem Bipolymer. Klingt nach dem seit Jahrzehnten genutzten Bimetall, das beim Erreichen einer bestimmten Temperatur den Stromkreis unterbricht, etwa in einem Heizlüfter. Und es ähnelt ihm auch. Es besteht aus einem schmalen Band aus Kohlenstofffaserverbundwerkstoff (CFK), auf das Polybutylenterephthalat (PBT) auflaminiert wurde. Das Band hat der Wirtschaftschemiker Martin Huber erfunden. Um es zu kommerzialisieren gründete er gemeinsam mit Artur Steffen in Düsseldorf das Unternehmen poligy.

Grüne Energie

Das Bipolymer kringelt sich ein

Wenn das Bipolymer erwärmt wird dehnt sich das PBT stark aus. Das CFK, das praktisch unverändert bleibt, hält dagegen. Um die Kräfte auszugleichen kringelt sich das Band gewissermaßen ein. Diese Bewegung setzen die Unternehmensgründer in eine Rotationsbewegung um, sodass ein Generator angetrieben werden kann.

Das Gerät soll mi Abwärme betrieben werden, die in großen Mengen in der Industrie anfällt, aber bisher kaum genutzt wird. Auch kann Sonnenwärme in Strom umgewandelt werden. Generatoren, die sich mit der Niedertemperatur-Energie begnügen, sind bisher zu teuer. Das wollen Huber und Steffen ändern. Das Bipolymer besteht aus kostengünstigen Basismaterialien, sodass der komplette Stromerzeuger möglicherweise konkurrenzfähig ist. Nachdem bereits mehrere Proof-of-Concepts gebaut wurden, sollen im vierten Quartal 2019 Implementierungen bei ersten Pilotkunden durchgeführt werden, erklärt Steffens.

Premiere mit einer Kraft von 30 Newton

Das erste Band, mit dem Huber experimentierte, war vier mal acht Zentimeter groß. Als er es auf 100 Grad Celsius erwärmt wurde verformte es sich. Dabei erreichte es eine Kraft von 30 Newton. Das fühlt sich etwa so an als würde man ein Drei-Kilogramm-Gewicht anheben.

Wenn die Industrie ihre Abwärme nutzen würde, um Strom zu erzeugen, ließen sich in Deutschland fast 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Das hat die Deutsche Energie-Agentur in Berlin errechnet. Das sind fast fünf Prozent der Emissionen. Die Abwärme fällt meist bei Temperaturen zwischen 50 und 200 Grad Celsius an, zu wenig, um sie in großem Stil zu nutzen.

via http://poligy.com/

Wissenschaft / Energie / Strom
[trendsderzukunft.de] · 19.07.2019 · 16:20 Uhr
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