Plants vs. Zombies: Battle for Neighborville im Test – Unterhaltsamer Shooter für Groß und Klein

Was vor mehr als zehn Jahren als Tower-Defense-Spiel seinen Ursprung nahm, ist heutzutage längst viel mehr. Ich weiß gar nicht mehr wie viele unzählige Stunden ich mit „Pflanzen Vs. Zombies“ auf meinem iPhone verbracht habe und liebte jedes einzelne Detail an dem Spiel. Nachdem Electronic Arts das zuständige Entwicklerstudio PopCap Games im Jahr 2011 aufkaufte, folgte im Jahr 2013 der zweite free-to-Play Ableger „Plants Vs. Zmobis 2: It´s about Time“ für iOS und Android. Danach verlor ich die Serie ein wenig aus den Augen, da mich die experimentierfreudigen Ableger für die Konsolen sowie den PC wenig interessierten. Mit den beiden Ablegern „Plants vs. Zombies: Garden Warfare“ und „Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2“ veröffentlichte EA eine Mischung aus Third-Person-Shooter und Tower-Defense-Spiel, die sowohl bei Kritikern als auch bei den Spielern sehr gut ankamen. Mit „Plants Vs. Zombies: Battle for Neighborville“ meldet sich die beliebte Reihe zurück und möchte vor allem mit frischen Ideen Punkten. Seit dem 18. Oktober 2019 dürfen Spieler erneut die Kontrolle über verrückte Pflanzen oder urkomische Zombies übernehmen und sich in Gärten, Vorstadtgebieten oder Höhlen bekämpfen.

Wer braucht schon eine Story?

Wer bei „Plants Vs. Zombies: Battle for Neighborville“ auf eine vollwertig ausgearbeitete Story Kampagne gehofft hat, den muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Zwar werden imposante Bossgegner, Schauplätze und andere Ereignisse gerne mal in einer kurzen Zwischensequenz präsentiert, aber eine zusammenhängend erzählbare Geschichte wird nicht geboten. Stattdessen dürfen sich Einzelspieler wahlweise im Koop mit bis zu drei Freunden oder eben alleine auf vier mittelgroßen Karten austoben. Für jede Fraktion werden zwei Karten geboten, wobei das Vorstadtgebiet hier sowohl für die Pflanzen als auch für Zombies gleichermaßen serviert wird. Somit hat man, wenn man es ganz genau nimmt nur drei unterschiedliche Karten. Zumal die Tacos, eine Karten spezifische Ingame Währung in der Vorstadt, sowohl für die Pflanzen als auch die Zombies gleichermaßen verdient werden.

In jeder Fraktion werden euch insgesamt zehn unterschiedliche Helden geboten, die jeweils über ihre eigenen Fähigkeiten verfügen und in drei unterschiedliche Kategorien eingestuft werden. So habt ihr die Wahl einen Helden aus der Kategorie Angriff, Verteidigung oder Unterstützung auszuwählen. Darüber hinaus lassen sich die Helden zusätzlich mit sogenannten Upgrades ausrüsten, die unterschiedliche Boni einbringen. Für jeden Charakter habt ihr sieben Ausrüstungspunkte für die Upgrades. So könnt ihr zum Beispiel ein Upgrade ausrüsten, wodurch euer Held mehr Erfahrungspunkte verdient und somit schneller in einem Rang aufsteigen kann. Dieses Upgrade kostet drei Punkte, wollt ihr das eurer Held zusätzlich bei jedem Abschuss Leben wiedergewinnt, dann werden weitere drei Punkte fällig. Auf diese Weise passt ihr den Charakter an euren jeweiligen Spielstil an.

Jede Kategorie bietet unterschiedliche Basis-Upgrades. Erreicht ihr mit einem Helden das maximale Level von Zehn, dann könnt ihr diesen im Rang aufsteigen lassen, um Charakter spezifische Upgrades freizuschalten, wodurch die individuellen Fähigkeiten verstärkt werden können. Jeder Held kann dabei fünf Mal im Rang aufsteigen. Etwas nervig ist, dass ihr zum Aufstieg eines Helden immer wieder zum Schwindel-Park -dem Social-Hub – zurückkehren müsst. Seid ihr zum Beispiel gerade auf einer Story-Karte unterwegs und erreicht mit einem Helden das Maximal-Level, dann müsst ihr den Helden wechseln oder in den Social-Hub zurückkehren, um Fortschritte zu erzielen. Ab Level 10 sammelt der Held keine Erfahrungspunkte mehr und alle weiteren Aktionen sind somit verschenkte Punkte sowie Zeit.

Wenig Abwechslung, trotzdem viel Spaß

Bei insgesamt 20 Helden kommt schon allein durch das Rangsystem ziemlich viel Spielzeit zusammen. Auf den mittelgroßen Karten wird euch wenig Abwechslung geboten. Der Ablauf ist auf allen Karten identisch gestrickt. Die Story-Questreihe besteht daraus drei Gegenstände zu finden, um den Zugang zum Boss freizuschalten. Wem das ausreicht, der wird nicht wirklich viel vom Spiel erleben und nach etwa vier Stunden Spielzeit den Boss auf einer Karte erlegt haben. Wie in allen Dingen in dem Spiel, sind auch die Bossgegner mit viel Liebe zum Detail designt worden. Jeder Boss erfordert spezielle Strategien und besitzt mehrerer Phasen, um euch zu fordern.

Neben den Missionen könnt ihr euch auf die Suche nach Kisten machen, die euch Münzen oder die Karten spezifische Währung einbringen. In der Vorstadt sind es zum Beispiel Tacos, im Western bei den Pflanzen sind es Sheriffsterne und im Sommercamp bei den Zombies sind es Marshmallows. Mit dieser individuell auf die Karten abgestimmten Währung könnt ihr euch auf der Karte alle Truhen, Zwerge oder andere Gegenstände aufdecken lassen. Zudem könnt ihr damit auch kosmetische Items kaufen. Die einzige Hürde, die ihr zusätzlich überwinden müsst, um in diesen Shops einkaufen zu können sind Herausforderungen. Für jede Karte wurden unterschiedliche Herausforderungen kreiert, die ihr meistern müsst. Habt ihr eine Herausforderung geschafft, dann winkt eine Medaille, die euch unterschiedliche Items im Shop freischaltet. So könnt ihr zum Beispiel erst bei 50 Medaillen besondere Kostüme für die Figuren erwerben.

Keine Mikrotransaktionen

Mit den Gold Münzen wiederrum könnt ihr im Schwindel-Park zufällige kosmetische Items für die Charaktere erwerben oder aber eure Erfahrungspunkte erhöhen. Für die kaufbaren Erfahrungspunkte gibt es jedoch ein Tageslimit, habt ihr die maximale Anzahl erreicht, dann müsst ihr auf den üblichen Weg für euren Levelaufstieg nutzen. Trotz aller kaufbaren Möglichkeiten verzichtet EA auf die Anwendung von Mikrotransaktionen, was ich persönlich sehr begrüße. Alles müsst ihr euch erspielen und habt nicht die Möglichkeit noch mehr Geld in den Titel zu investieren. Da das Spiel mit seiner kindgerechten Grafik sicherlich auch ein jüngeres Publikum ansprechen dürfte, ist der Verzicht auf Mikrotransaktionen besonders schön. Zumindest was den jetzigen Zeitpunkt anbelangt, ob EA diese Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt integriert ist nicht bekannt. Darüber hinaus bietet sich der Titel für weitere Inhalts-Updates an. So werden in Zukunft mit Sicherheit weitere Inhalte per DLC nachgereicht.

Zusammen oder Gegeneinander

Auch im Multiplayer müsst ihr nicht immer im Wettstreit mit anderen Spielern treten. Neben den typischen Multiplayer-Shooter Partien wie Team-Deathmatch, könnt ihr auch mit anderen Spielern zusammentun und den Kommandomodus spielen. Der Kommandomodus existierte bereits in dieser Form auch in den Vorgängern und besinnt sich auf die Ursprünge des Tower-Defense-genres zurück. So steht ihr vor der Aufgabe alleine oder mit bis zu drei weiteren Spielern einen kleinen Turm vor den anstürmenden Feinden zu verteidigen. An einigen Stellen könnt ihr feste Verteidigungsvorrichtungen setzen. Bei den Pflanzen setzt ihr unterschiedliche Pflanzen in Blumentöpfe und bei den Zombies sind es Roboter, die ihr fest installiert. Diese kleinen Helfer helfen euch dann bei der Verteidigung. Bei beiden Fraktionen besitzen die Helfer dieselben Eigenschaften, so installiert ihr eine Gatling-Gun Pflanze oder Roboter, einen Nahkämpfer oder einen Unterstützer, der euch jederzeit hilft, sobald ihr in seine Nähe kommt.

Fans der vorigen Teile werden sich über die bekannten Multiplayer Modi „Team-Sieg“, „Gartenzwerg-Bombe“ sowie „Abschuss bestätigt“ freuen, doch es gibt auch einen vollkommen neuen Spielmodus namens „Kampfarena“. Hier treten zwei vierer Teams gegeneinander an. Werdet ihr abgeschossen, so haben eure Teamkameraden nur einen ganz kurzen Moment, um euch wiederzubeleben. Schaffen sie es nicht in der angegeben Zeit, dann ist die Runde erstmal für euch gelaufen und ihr müsst euch für den Wiedereinstieg bis zur nächsten Runde gedulden. Darüber hinaus werden die von euch bereits genutzten Charaktere für die nächste Runde gesperrt, sodass ihr zwangsläufig mit mehreren Charakteren spielen müsst. Wer zuerst vier Runden für sich entscheiden kann, hat gewonnen.

In dem Multiplayer-Modus „Revierübernahme“ treten 24 Spieler gegeneinander an und dürfen unterschiedliche Aufgaben in einem gewissen Zeitrahmen erfüllen. So erinnert der Spielmodus ein wenig an Blizzards „Overwatch“. Entweder als Verteidiger oder als Angreifer müsst ihr Ladungen begleiten, bestimmte Bereiche einnehmen oder aber wichtige Objekte beschützen.

Fazit

„Plants Vs. Zombies: Battle for Neighborville“ sieht dank der Frostbite-Engine wunderschön aus und zaubert besonders in 4K und HDR zauberhafte kindgerechte Schlachten auf den Bildschirm. Sowohl für Solisten als auch Multiplayer Freunde wird viel geboten. Einzelspieler toben sich auf den zwar Story technisch armen, jedoch inhaltlich üppig gefüllten PvE Karten aus und lernen auf diese Weise die jeweiligen Charaktere besser kennen. Da dieser Helden-Shooter in jeder Fraktion jeweils zehn Helden bietet, wird jeder Spieler schnell seinen Lieblingscharakter finden können. Das Upgrade- sowie Fortschrittssystem ist belohnend und hält auch nach etlichen Spielstunden bei Laune. Der Titel ist ein gelungener Third-Person-Shooter, der sicherlich mit der Zeit mit weiteren Inhalten versorgt werden wird. Erfreulicherweise verzichtet EA bisher auf jegliche Mikrotransaktionen im Spiel, sodass ich den Titel auch einem jüngeren Publikum ans Herz legen würde.

Gaming
[next-gamer.de] · 23.10.2019 · 07:56 Uhr
[0 Kommentare]
 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News