Plantronics RIG 700 HS im Test – Ultraleichtes Stereo-Headset protzt mit sattem Sound

Auf der diesjährigen Gamescom 2019 stellte das globale Kommunikationsunternehmen Plantronics, Inc. („Poly“ – früher Plantronics und Polycom) sein neustes Gaming-Headset vor. Das schnurlose Gaming-Headset RIG 700 ist das neuste Mitglied der preisgekrönten RIG-Gaming-Headset-Familie und soll vor allem durch sein federleichtes Gewicht sowie den damit einhergehenden Tragekomfort beim Kunden punkten. Erst vor kurzem durften wir euch das Allround-Gaming-Headset „SteelSeries Arctis 1 Wireless“ vorstellen. Dem gegenüber haben wir von Plantronics freundlicherweise das Gaming-Headset RIG 700HS zur Verfügung gestellt bekommen, um es ebenfalls ausführlich testen zu können und euch zu präsentieren. Die RIG 700er Serie ist ab sofort in drei unterschiedlichen Varianten erhältlich. So habt ihr die Wahl zwischen dem RIG 700HD für Windows PCs, dem RIG 700HS für die Playstation 4 und dem RIG 700HX für die Xbox One. Alle Varianten werden zu einem UVP von 129,99 Euro angeboten. Was ihr für das Geld zu erwarten habt, verrate ich euch in meinem Test.

Technische Daten

Mic frequency response 100 Hz–10 kHz
Mic sensitivity -45 dBV/Pa
Mic signal-to-noise ratio >42 dB
Mic pick-up pattern Uni-directional
Headphone weight 241 g/8.5 oz
Headphone frequency response 20 Hz–20 kHz
Headphone impedance 32 ohms
Headphone sensitivity 111 dBSPL/V
Headphone maximum input power 40 mW
Headphone drivers Dynamic 40 mm
Compatibility PS4

Ausstattung

In der Verpackung des Plantronics RIG 700HS Gaming-Headsets findet sich neben dem Headset selbst, ein Ladekabel des USB-Typs A zu Micro USB-TYP B, ein optisches Kabel, ein abnehmbares Mikrofon, der Verbindungsadapter, eine Anleitung zu den Funktionen sowie Bedienung und den üblichen Warnhinweisen bei der Benutzung. An der linken Ohrmuschel des Headsets befinden sich die verschiedenen Regler und Knöpfe. So findet ihr am oberen Rand den Gaming-/Chat-Balance-Regler, in der Mitte den An- und Aus-Schalter, weiter unten den Lautstärke-Regler und ganz unten den Stummschaltknopf.

Sound

Fangen wir doch bei der Soundqualität des Gaming-Headsets an. Für den Preis ist die Soundqualität des RIG 700HS echt spitze. Der Bass wird euch satt um die Ohren gehauen und sowohl die Höhen als auch die Tiefen kommen hervorragend zur Geltung. Nur die Mitte geht etwas unter, was man besonders bei Musik Tracks heraushört. Aber da das Headset vor allem als Gaming-Headset beworben wird und eigentlich nicht zum Musik hören gedacht war kann man das dem Produkt nicht ankreiden. Zumal der Sound beim Spielen überragend ist. In den getesteten Spielen „Apex Legends“, „Call of Duty Black Ops 4“ oder „Rainbow Six Siege“ konnte ich die Schritte der anderen Spieler besonders gut heraushören, sodass ich deutlich einen Vorteil verspüren konnte. Aber auch bei anderen Spielen wie „The Surge 2“, „Control“ oder „FIFA 20“ überzeugte der Sound auf ganzer Linie. Zudem schirmt das Headset alle Umgebungsgeräusche gekonnt ab, sodass ihr nur etwas von eurem Umfeld mitbekommt, wenn die Lautstärke sehr leise eingestellt ist. Sobald ihr die Lautstärke auf mittel oder hochstellt, seid ihr nur noch für das Spiel vorhanden. Und dank dem sogenannten Gaming-/Chat-Balance-Regler könnt ihr auf die Schnelle zwischen der Gesamtlautstärke und dem Sprachchat wechseln. So könnt ihr eure Freunde auch in lauten Spielsituationen noch hervorragend verstehen. Schade nur, dass der Ton nicht fließend zwischen diesen Bereichen wechselt, sondern abrupt. Schaltet ihr auf den Chat, dann hört ihr zwar eure Freunde, doch der Ton vom Spiel ist abgestellt. Wechselt ihr zurück, dann kommt der Sound in voller Lautstärke wieder, was ich persönlich als etwas störend empfand.

Tragekomfort

Dank des Gewichts von gerade einmal 241g, spürt man das Headset auch nach mehreren Spielstunden nicht auf dem Kopf. Es ist erstaunlich, wie bequem es sich anfühlt und die Ohren gut umschließt. Somit steht euch nur noch der Akku einer nie enden wollenden Spielsession im Weg. Mit dem RIG 700 ist die Zeit des Ohren- oder Kopfschmerzes vorbei. Auch Brillenträger werden mit diesem Headset keine Schmerzen empfinden. Oft kam es bei anderen Headsets vor, dass die Brillenbügel gegen die Schläfen gedrückt wurden und somit an diesen Stellen nach einiger Zeit schmerzen auftraten, doch bei diesem Headset war dies auch nach drei intensiven Spielstunden nicht der Fall. Das hat mich echt überrascht. Jedoch muss man bei der Anpassung einige Abstriche machen, denn die Höhenverstellung funktioniert nicht wie üblich durch eine Schiene, sondern durch feste Punkte. Hierfür hat man im Rahmen drei Löcher konzipiert. Um das Headset an die eigene Kopfgröße anpassen zu können, muss man die Ohrmuscheln leicht aus dem Rahmen herausdrücken und diese jeweils in das benötigte Loch wieder hineindrücken. Da durch dieses Konzept jedoch nur drei unterschiedliche Kopfgrößen abgedeckt werden, ist es nur semi-optimal gelöst. Was macht der Gamer, dessen Kopf genau zwischen diesen drei Größen geformt ist? Wie sitzt das Headset dann auf? Um diesen Fragen nachzugehen, habe ich das Headset mehrere Personen aufsetzen lassen und unter den acht Testern konnte leider keiner ermittelt werden, dem das Headset nicht passte. Somit bleibt diese Frage leider ungeklärt.

Mikrofon

Wie bereits erwähnt ist das Mikrofon jederzeit abnehmbar. Somit könnt ihr das Headset auch als normale Kopfhörer nutzen und müsst euch nicht sorgen, dass euch ungewollt jemand zuhört. Zudem befindet sich auch ein Stumm-Schalter am unteren Rand der linken Ohrmuschel, mit dem ihr jederzeit das Mikrofon ausstellen könnt. Im Chat konnten mich meine Freunde deutlich besser verstehen, als mit meinem vorigen Headset und wie sie mir berichteten haben sie deutlich weniger Nebengeräusche wahrgenommen.

Akku

Laut Hersteller soll der Akku bis zu 12 Stunden durchhalten. Ich hatte das Gefühl, dass das Headset sogar länger durchhält. Ich habe es jeden Tag zwischen 1 – 3 Stunden täglich genutzt und musste es erst am sechsten Tag wieder aufladen. Für meinen persönlichen Gebrauch war die Akkuleistung somit völlig ausreichend. Eine weibliche Stimme informiert euch immer über den aktuellen Akkustand. Beim Einschalten gibt sie euch immer zu verstehen, dass ihr das Headset gerade eingeschaltet habt, wie es um den Akku steht und ob das Headset mit dem beigefügten Adapter verbunden ist oder eben nicht. Das schöne ist, dass der Akku sehr schnell wieder aufgeladen ist. Innerhalb von zwei Stunden ist das Headset wieder vollständig aufgeladen und einer weiteren langen Spielsession steht nichts mehr im Wege.

Kompatibilität

Was mich ebenfalls im Test überraschte, ist die Kompatibilität des RIG 700er Gaming-Headsets, denn laut Hersteller ist das Headset nur für die Playstation 4 konzipiert. Aus Neugier probierte ich das Headset aber auch am PC, am Handy, Tablet sowie Xbox One aus und kam zu dem Schluss, dass das RIG 700 Gaming-Headset mit allen probierten Endgeräten wunderbar funktionierte. Sobald ich den mitgelieferten Verbindungsadapter an ein Endgerät angeschlossen hatte, konnte sich das Headset augenblicklich und ohne Latenzen verbinden. Somit ist das Headset an jedem Gerät nutzbar, welches über einen USB-A Eingang verfügt. Beim Handy und Tablet musste ich auf einen Zwischenadapter setzen, um den Verbindungsadapter verbinden zu können, doch auch an diesen Endgeräten funktionierte das Headset wunderbar. Es ist gut möglich, dass die Windows sowie Xbox One Variante über zusätzliche Funktionen verfügen. So fehlte mir zum Beispiel am PC ein Equalizer, womit ich den Sound spezifischer hätte einstellen können.

Fazit

Das Plantronics RIG 700er Gaming-Headset überzeugt vor allem durch seinen hervorragenden Sound und bequemen Tragekomfort. Der Akku hält, wie vom Hersteller angegeben, mindestens 12 Stunden und sorgt somit für lange Spielsessions ohne Unterbrechung. Trotz der Tatsache, dass das Headset eigentlich nur für die Nutzung mit der Playstation 4 beworben wird, kann es universell mit weiteren Geräten genutzt werden. So könnt ihr das Headset problemlos auch am PC sowie der Xbox One verwenden. Sowohl die Ohrmuscheln als auch das Mikrofon schirmen die Umgebungsgeräusche ausreichend ab, sodass ihr euch voll und ganz auf das Spiel konzentrieren könnt. Etwas sorgen bereitet mir die Verarbeitung des Headsets, welches komplett aus Kunststoff gefertigt ist. Ein langzeit-Test muss zeigen, wie langlebig der Verzicht auf Verstärkungen aus Metall oder ähnlichem Material das Headset ist. Zudem kann das Headset nur auf drei unterschiedliche Kopfgrößen angepasst werden. Fest steht jedoch: wer auf das Plantronics RIG 700er Headset setzt, der bekommt ein ausgezeichnetes Gaming-Headset geboten, dass sich hinter großen Namen nicht verstecken muss.

Gaming
[next-gamer.de] · 11.10.2019 · 20:12 Uhr
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