Pendix: Der sichere E-Bike-Nachrüstsatz mit intelligenter Smartphone-App im Test

E-Bikes und Pedelecs liegen nach wie vor im Trend. Das in Zwickau ansässige Unternehmen Pendix hat einen intelligenten Mittelmotor-Nachrüstsatz für nahezu jedes Fahrrad entwickelt. Intelligent, da der Antrieb sich stets auf das Tretverhalten des Nutzers einstellt und dazulernt. Der Pendix-Antrieb kann selbst oder auch vom Fahrradhändler des Vertrauens angebracht werden. Es gibt zwei Jahre Garantie seitens des Herstellers und eine erweiterte Betriebshaftpflichtversicherung. Im Mai hat Pendix zudem seine neue App „Pendix.bike PRO“ gelauncht. Anlass genug für uns, nach drei Jahren noch einmal einen Blick auf die Pendix-Neuerungen zu werfen.

E-Bike-Antriebe müssen sich der Tagesform und Leistungsfähigkeit des Fahrers anpassen

Im November 2016 haben wir den neuen Pendix-Nachrüstsatz für das eigene Fahrrad näher unter die Lupe genommen. Überzeugt haben dabei der intelligente, getriebelose Mittelmotor, der in ausgeschaltetem Zustand keinen Widerstand erzeugt und bei Zuschaltung im Sport-Modus ordentlich lospowert. Pendix hat die Qualitätsanforderungen im Nachrüstbereich für E-Bikes sehr hochgeschraubt und räumte damit erfolgreich auch die Defizite bisheriger Anbieter aus dem Weg. Nach wie vor muss jedoch auch das Zwickauer Unternehmen sich den Kritikern stellen, die behaupten, dass E-Bike Nachrüstsätze generell in die Bastelrubrik gehören, und ein Sicherheitsrisiko darstellen. Nach über drei Jahren Erfahrung zeigen die Zahlenschließlich, das dem nicht so ist. Der Pendix-Antrieb macht das eigene Fahrrad nicht unsicherer, sondern erweitert dieses lediglich durch eine Tretunterstützung. Dennoch wird als Basisplattform ein Fahrrad aus dem mittleren Preissegment empfohlen, welches dann auch beispielsweise über Scheibenbremsen verfügt.

Pendix eDrive-Antrieb
Herztstück des Pendix-Antriebs ist nach wie vor der Pendix eDrive Antrieb, der das natürliche Tretgefühl bewahrt. Aber wie funktioniert das? Zunächst wird beim Nachrüsten das Tretlager des Bikes ersetzt. Das Pendix-Tretlager ist mit einem Sensor ausgestattet, der die Drehbewegung und die Kraft misst, die der Fahrer auf die Pedale überträgt. Diese Informationen interpretiert die Fahrsteuerung und berechnet in der Folge die proportionale Kraftabgabe an den Motor. Die im Elektromotor befindlichen Spulen werden mit Strom versorgt und erzeugen ein Magnetfeld. Dieses setzt dann den Rotor in Bewegung, der beim Treten final unterstützt. Die Kombination aus eigener Tretkraft und der durch den Pendix-Antrieb erzeugten Unterstützung wird dann über die Kette oder den Zahnriemen an das Hinterrad des Bikes übertragen. Die Motorregelung kalibriert sich innerhalb der ersten 500 Meter nach Anbau und Erstinbetriebnahme. Danach stellt sich der Pendix-Antrieb immer wieder neu auf das Tretverhalten des Fahrers ein. Das System erkennt stets, in welchem Winkel, mit welcher Kraft und Geschwindigkeit getreten wird. „Das ist wichtig, um den Zeitpunkt der Kraftabgabe durch den Motor zu steuern. Davon merkt der Fahrer natürlich nichts.“ erklärt Christian Hennig, der den Pendix-Antrieb mit entwickelt hat.

Test im bergigen Gelände
Während wir vor drei Jahren ein City-Bike als Testfahrrad nutzten, fiel dieses Jahr die Wahl auf ein sportlicheres Mountainbike. Schließlich wollten wir den Antrieb auf die Geländetauglichkeit testen. Die dezente Kraftunterstützung lässt teilweise recht starke Steigungen mühelos überwinden, dabei steht dem Tretverhalten des eines nichtmotorisierten Bikes gleich. Entsprechend passt sich der eDrive-Antrieb den wechselnden Situationen an. Die „Unkultiviertheit“, die von den Kollegen der FAZ erklärt wurde, können wir nach unseren beiden Tests mit einer Fahrstrecke von knapp 400 Kilometern nicht bestätigen. Auch ist der Motor geräuscharm und fällt kaum auf. Über die Sicherung des Akkus lässt sich jedoch streiten. Bisher ist der intelligente eDrive-Antrieb von Pendix noch ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt der E-Bike-Nachrüstsätze. Allerdings statuiert der mitlernende Motor auch ein wesentliches Sicherheitsmerkmal, was in Zukunft bei allen E-Bike-Antrieben nicht fehlen sollte. Gerade ältere Nutzer von E-Bikes haben in der Vergangenheit Probleme mit Antrieben gehabt, die lediglich über eine Drehzahlregelung bis auf 25 km/h beschleunigen. Eine genau abgestufte Reaktion auf die Tagesform und persönliche Leistungsfähigkeit des Fahrers trägt daher wesentlich zur Sicherheit bei. „Unser System stellt sich individuell auf das Tretverhalten ein, unterstützt proportional zur eingebrachten Kraft des Nutzers und verhindert so bestenfalls Unglücke, da die Nutzer nur Geschwindigkeiten erreichen, welche sie mit ihrer eigenen Kraft und etwas Unterstützung gut und sicher fahren können.“, so Hennig weiter.

Mit voller Garantie und Versicherung: Der Pendix-Antrieb kann nun selbst nachgerüstet werden

Wer sein eigenes Fahrrad mit dem Pendix-Antrieb nachrüstet, wird rechtlich gesehen selbst zum Produzenten des Werks. Die Herstellerhaftung auf neue Fahrräder, die gesetzlich zwei Jahre beträgt, erlischt demnach. Diesem zunächst rechtlichen Nachteil, wirkt Pendix mit einer eigenen Versicherung für die Nutzer des Nachrüstsatzes entgegen. Dank der Kooperation mit der HDI Versicherung AG, kann der Versicherungsschutz in der Betriebshaftlichtversicherung erweitert werden. Inkludiert sind dabei auch Haftpflichtansprüche, die sich aus der Montage des Pendix-Antriebs ergeben. „Der Antrieb ist so sicher, dass er – wenn er sachgemäß angebaut wird – nicht mehr Gefahren birgt als ein herkömmliches Rad ohne Elektro-Antrieb. Durch den statisch günstigen Sitz am Rahmen kann eigentlich nicht viel passieren. Bisher hatten wir noch keinen einzigen Schadensfall  (Stand: Januar 2018).“, betont Jan Schroer, Accountmanager der HDI Niederlassung.

Pendix App im Einsatz; Bild: Pendix

Eine neue Pendix-App

Mit dem Start der neuen Pendix.bike PRO-App bietet Pendix seinen Nutzern nun auch weitere Funktionen für ihre Smartphones. Erfasst vom Funktionsspektrum sind eine Navigationsfunktion, sowie spezifische Streckeninformationen als auch Daten zur Trittfrequenz, die wiederum zur Unterstützungsstufe in das Verhältnis gesetzt werden. „Ohne Bordcomputer geht beim Auto seit Jahren gar nichts mehr, und diese Entwicklung sehen wir auch im Fahrradmarkt. Wer ein smartes E-Bike haben will, dem bietet unsere neue App alle Möglichkeiten. Wer dies nicht möchte, nutzt den Pendix ohne App. Unser System denkt auch ohne App im Verborgenen mit.“, so Thomas Herzog, Gründer und Geschäftsführer von Pendix. Neben den neuen Features, ermöglicht die Pendix.bike PRO-App nun auch eine Kommunikation mit dem Pendix-Akku. Das bedeutet, dass fortan auch neue Firmware Updates direkt auf den Akku gespielt werden können. Pendix-Nutzer und auch Händler können sich ein Nutzerkonto einrichten, und dieses mit nützlichen Informationen, wie Größe und Gewicht des Fahrers speisen. Die Trittfrequenzanzeige ist ein weiteres nützliches Feature, das zur Reichweitenoptimierung des Pendix eDrive beiträgt. In naher Zukunft sollen weitere Funktionen folgen, sodass das eigene Fahrrad immer mehr mit dem Fahrer eins werden kann.

Downloadlinks

Die Zukunft des Pendix-Antriebs

„In Zukunft möchten wir gern erreichen, dass die Nutzer die einzelnen Unterstützungsstufen über die App noch feiner einstellen und an ihre jeweiligen Bedürfnisse anpassen oder auch verschiedene Fahrprofile anlegen können. Dafür ist die Motorsteuerung gefragt. Dabei muss man auch die sich derzeit im stetigen Wandel befindlichen normativen Vorgaben im Blick haben, um mit allen neuen Funktionen auch die Richtlinien und gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.“, erklärt Hennig abschließend.

Pendix-Montage im Video

Fazit

Pendix geht mit der Zeit und entwickelt sich stets weiter, ohne dabei Einbußen im Hinblick auf die Qualität zu verzeichnen. Die intuitive App wurde um weitere interessanten Zusatzfeatures erweitert und setzt dabei jedoch keine neue Hardware voraus. Generell wird auf wenige Teile gesetzt, sodass die Anfälligkeits- und Ausfallrate stark begrenzt werden kann. Wer die Pendix-App nicht nutzen möchte, kann die Vorteile des nachrüstbaren Elektroantriebs für das eigene Fahrrad dennoch vollends nutzen. Dass die Umrüstung nun auch selbst vorgenommen werden kann, ohne das der Versicherungsschutz erlischt, ist begrüßenswert. Vor allem radversierte Nutzer dürften mit dem Umbau der Kurbel und der Kettenführung zurechtkommen. Der Akku nutzt die Bohrungen für die Trinkflaschenhalterung als Verankerungsmöglichkeit. Optional können aber auch Schellen angebracht werden. Wer sich gerade erst ein neues Fahrrad gekauft hat und nun jedoch aufgrund körperlicher Einschränkungen auf Unterstützung angewiesen ist, der dürfte mit dem Nachrüstsystem von Pendix gut beraten sein. Praktisch ist die Elektrifizierung des eigenen Bikes auch dann, wenn ein Verkauf nicht in Frage käme, der E-Bike Trend aber dennoch lockt.

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[trendsderzukunft.de] · 14.07.2019 · 19:07 Uhr
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