Peking zielt mit seiner Korruptionsfalle auf globale Reichweite
Der Entwurf der Gesetzgebung, der derzeit vor dem Nationalen Volkskongress liegt, würde extraterritoriale Befugnisse formalisieren und chinesischen Ermittlern ermöglichen, Personen und Vermögenswerte außerhalb des chinesischen Festlands zu verfolgen. Für ausländische Unternehmen und Führungskräfte mit jeglicher China-Exposition ist die Botschaft unmissverständlich: Die Regeln haben sich geändert, die Zuständigkeit ist gewachsen.
Die Märkte sollten dies mehr als eine innenpolitische Geste behandeln. Sobald auch ausländische Staatsangehörige und Offshore-Haltungen zum legalen Jagdrevier werden, steigt die Risikoprämie für jeden China-bezogenen Vertrag oder jede Bilanz deutlich an. Anleger, die den Schutz der Rechtsstaatlichkeit und vorhersehbare Durchsetzung schätzen, werden nach Alternativen suchen.
Peking setzt darauf, dass seine wirtschaftliche Anziehungskraft das Kapital auch dann fließen lässt, wenn die rechtliche Sicherheit schwindet. Diese Wette wird gerade in Echtzeit auf die Probe gestellt. Die Unternehmen, die das neue Risiko als Erste in ihre Kalkulation einbeziehen, werden ihre Kapitalflüsse als Erste umlenken.

