Papst Franziskus fordert Dialogbereitschaft

Papst Franziskus
Foto: Johannes Neudecker/dpa
Papst Franziskus besucht am letzten Tag seiner Slowakei-Reise die westslowakische Stadt Sastin-Straze.

Sastin-Straze (dpa) - Am letzten Tag seiner Slowakei-Reise hat Papst Franziskus mehr Dialogbereitschaft von den Menschen gefordert. «Es geht nicht darum, der Welt feindlich gesinnt zu sein, sondern darum, «Zeichen des Widerspruchs» in der Welt zu sein», sagte das katholische Kirchenoberhaupt in der westslowakischen Stadt Sastin-Straze.

Es brauche Christen, die den Dialog förderten, wo Positionen verhärtet seien und solche, die Aufnahmebereitschaft und Solidarität verbreiteten, wo oft persönlicher und kollektiver Egoismus vorherrschten, erklärte er vor den Gläubigen, die zur Messe in den Wallfahrtsort gekommen waren.

Franziskus besuchte dort das nationale Heiligtum der Slowakei im Stadtteil Sastin. Für die Messe waren 45.000 Menschen angemeldet. Anlass für seinen Besuch war der für die slowakischen Katholiken wichtige Gedenktag der sieben Schmerzen Mariens am 15. September - die Schutzpatronin der Slowakei. Der Gedenktag ist in dem mitteleuropäischen Land ein gesetzlicher Feiertag.

Besuch eines «Schandflecks»

Am Nachmittag will Franziskus in den Flieger zurück nach Rom steigen und seine 34. internationale Reise beenden. Die viertägige Reise begann in Budapest und führte in die Slowakei.

In den vergangenen Tagen hatten unter anderem sein Treffen mit Ungarns Regierungschef Viktor Orban in Budapest und sein Besuch in der ostslowakischen Stadt Kosice in der Roma-Plattenbausiedlung Lunik IX für Aufsehen gesorgt. Die Zusammenkunft mit Orban war mit Spannung erwartet worden, da Franziskus sich im Gegensatz zu Orbans Anti-Migrationspolitik immer wieder in seinen Reden für die Belange von Menschen auf der Flucht einsetzt.

In der Slowakei hatten sich Politiker kritisch geäußert, als bekannt wurde, dass Franziskus in das Viertel Lunik IX fahren will, da die umstrittene Siedlung bei einigen als Schandfleck gilt. Mit seinem Besuch brachte Franziskus auch internationale Aufmerksamkeit. Die Menschen vor Ort hoffen darauf, dass sich die Situation in ihrem Viertel verändert. «Wir leben in einer Epoche des Wandels. Und gerade der Papst kann mit seinen Worten den Anstoß zur Veränderung geben», sagte der frühere Parlamentspräsident und Symbolfigur der katholischen Slowakei, Frantisek Miklosko.

Kirche / Religion / Papst / Vatikan / Ungarn / Slowakei
15.09.2021 · 10:59 Uhr
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