Outriders – Review – Mit mächtigen Kräften durch eine neue Welt oder nur ein weiterer Loot-shooter

Im vergangenen Jahr wurde Outriders von People can fly und Square Enix angekündigt. Allein das war für mich schon ein Grund den Titel im Auge zu behalten. Das Entwicklerstudio People can fly wie auch Square Enix sind prinzipiell Erfolgsgaranten und so ist der Hype um Outriders entsprechend hoch.

Für Rollenspiel Fans ist Square Enix seit dem damaligen Titeln wie Final Fantasy 7 oder anderen bekannten Namen wie Secret of Mana und Mystic Quest seit langem eine feste Größe, wenn nicht sogar DIE Marke für Games mit fantastischen Storys.

Auch People can fly ist spätestens seit Fortnite der breiten Masse bekannt, wobei die Entwickler bereits bei einigen anderenbekannten Games in der Vergangenheit ihre Finger im Spiel hatten, Gears of War oder Painkiller um hier nur 2 Beispiel zu nennen.

Anfang des Jahres gab es bereits die Möglichkeit das erste Kapitel der Kampagne in der Demo anzuspielen, Klassen zu testen und ein wenig in die Anfänge der Story zu schnuppern. Diesen Schritt habe ich persönlich übersprungen, was aber an meiner generellen Einstellung zu Demos liegt. Denn oft hat man höhere Erwartungen, die nachher gedämpft werden oder es gibt Details in der Demo, die zum eigentlichen Release wieder entfernt wurden. So konzentriere ich mich lieber auf das fertige Game und muss im Vorfeld nicht über ungelegte Eier philosophieren oder mich im Nachgang ärgern weil die Grafik angepasst werden musste oder einige Features deaktiviert oder gänzlich entfernt wurden, weil die eventuell zu Problemen geführt hätten und so weiter und so weiter… auch werde ich die anfänglichen Server- und Verbindungsprobleme nicht genauer thematisieren, denn hier wurde bereits ordentlich nachgebessert und sind meiner Meinung nach nicht mehr der Rede wert.

Auf geht unsere Reise um den Planeten Enoch neu zu besiedeln und der Menschheit eine neue Chance zu geben.

Mit Outriders erwartet uns ein neuer Koop Lootshooter in einer uns unbekannten Welt. Dieses Genre hat in den letzten Jahren so einiges an Zuwachs erhalten und so ist das System, wie es mit Division und Destiny eingeführt wurde nicht unbekannt. Auf unserer Reise leveln wir unseren Charakter auf und verbessern diesen stetig mit immer besserer Ausrüstung, die uns auf unserer Reise durch die Story, Nebenmissionen als Belohnungen und zufälligen Drops in die Hände fallen. Die Jagd nach der ultimativen Ausrüstung ist in Outriders also auch ein fester Bestandteil und treibt uns voran… oder in den Wahnsinn. 

Wir beginnen unsere Reise mit der Charaktererstellung… Geschlecht, Gesicht und kleinere Details wie Frisur, Haar- und Augenfarbe, wie auch Narben könnt ihr in einem begrenzten Rahmen einstellen. Bei der Hautfarbe seid ihr an die verschiedenen Gesichtsmodelle gebunden und habt hier nur eine geringer Auswahl bassende zum Gesichtstyp, beziehungsweise sind diese an gewisse Modelle gebunden. Für jemanden, der gerne viel Zeit in die passende Optik seiner Figur setzt bekommt hier also nicht ganz so viel Auswahl… So verballert man aber auch nicht Stunden damit alles in kleinste Detail zu gestalten. Da man die meiste Zeit eh voll gerüstet durch die Spielwelten läuft ist es für mich persönlich auch OK und für die sehr gut gemachten Zwischensequenzen in denen der Charakter dann auch voll zu sehen ist, sind diese vorhanden Einstellungen in meinen Augen vollkommen ausreichend und die entsprechenden Möglichkeiten die zur Auswahl stehen gut gesetzt. Wer später fest stellt, einen Fehlgriff bei der Gestaltung getroffen zu haben kann den Charakter später aber noch umgestalten.

Achtung Spoilerwarnung! Wer die ersten Schritte im Game noch nicht kennt und nicht gespoilert werden möchte sollte den Abschnitt bis zum Video Prolog 2/2überspringen.


Die Erde ist am Ende und der Rest der Überlebenden sind auf der Reise in 2 Kolonie Schiffen um einen neuen Planeten zu ihrem neuen zu Hause zu machen, Enoch.

Im Kälteschlaf liegend, sind wir auf dem Weg eine neue Heimat zu besiedeln. Die Erde liegt in Schutt und Asche, die Menschheit hat es erfolgreich geschafft die Erde soweit auszubeuten und sich selbst an den Rand der Vernichtung getrieben. Der Planet Enoch soll die Hoffnung einer neuen besseren Zukunft für die Menschen sein… soweit der Plan.

Angekommen auf dieser, friedlich wirkenden, neuen “Erde” geht die Vorhut auf Erkundungstour, um Enoch für die Besiedelung vorzubereiten. Die Outriders, eine ausgewählte Truppe, soll den Weg ebnen und für eine sichere Ankunft der noch zu Tausenden im Kälteschlaf befindlichen Menschen sorgen.

Auf ihrer Tour durch die Wildnis und der Suche nach den eingesetzten Sonden um wichtige Daten zu sammeln, begeben sich die Outriders tief in die dichten Wäldern, treffen auf seltsame einheimische Tierarten und leider auch auf ein paar unvorhersehbare Probleme.

Wehrlos gegen einen einem Anomaliesturm, der unseren Trupp fast gänzlich auslöscht, werden wir schwer verletzt zurück in eine Kälteschlaf Kapsel gebracht, um hier zu verweilen bis jemand auf Enoch landet der eure Verletzung heilen kann…

Das sowas nicht gut endet kann man sich ja vorstellen und so wie es das Klischee schon fast vorgibt werden wir einige Jahrzehnte später aus dem Kälteschlaf gerissen. Aber anstelle einer blühenden neuen Zivilisation finden wir auch nur Krieg, Tod und eine heruntergekommene Welt vor und stehen direkt vor dem nächsten Problem in Form von Soldaten die uns in einem der bekannten Anomalien Stürme aussetzen und uns unserem Schicksal überlassen.

Genug der Einführung, und Spoiler Ende sonst nehme ich noch zu viel vorweg.


Ab jetzt heißt es als Outriders durch die zerstörte Welt zu wandeln. Hierzu nutzt ihr als Veränderter die Macht der Anomalie in Form verschiedener Kräfte, die euch durch die Wahl der Klasse gegeben werden.

  • Technomant
  • Assassin
  • Pyromant
  • Verwüster

Der Technomant nutzt seine Kräfte um Gegner erstarren zu lassen, setzt Geschütztürme ein, die eure Gegner mit todbringenden Raketen unter Beschuss nehmen. Support und Angriff aus der hinteren Reihe.

Der Assassine verlangsamt die Zeit in Sphären, die nicht nur den Gegner in Zeitlupe versetzten, auch  freundliche Kugeln fliegen in feinster Matrix-Manier an euch vorbei. Teleportiert euch hinter euren Feind und setzt zeitliche Nahkampfangriffe.

Als Pyromant beherrscht ihr das Feuer, durchbrecht die gegnerischen Angriffe mit einer Wand aus Flammen brennt alles weg, was sich euch in den Weg stellt.

Der Verwüster steht in vorderster Front und mit seinen Fähigkeiten lässt er den Boden beben, schützt sich und seine Verbündeten indem er das Feuer auf sich zieht oder auf seine Gegner herabstützt und somit massiven schaden verursacht.

Jede Klasse hat ihren eigenen Spielstil, wo der Assassin sich schnell an den Gegner heran tritt um Schaden zu verursachen um anschließend schnell wieder außer  seiner Reichweite verschwindet setzt der Pyromancer auf eine mittlerer Distanz um schaden auszuteilen.

Aber nicht nur die Art des Schadens unterscheidet die Klassen voneinander, ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Heilung. Jede Spezialisierung setzt auf eine andere Art sich zu heilen. Beim Einsatz der verschiedenen Fähigkeiten erzeugt ein Outriders einen heilenden Effekt um seine Lebensenergie wieder zu füllen, dieses ist aber nicht bei allen gleich und erfordert auch hier Unterschiede in der Vorgehensweise. Wo der Technomancer Heilung erzeugt durch schaden an gefrorenen Gegnern, muss der Pyromancer Gegner mit Feuer töten und den Lebensbalken zu füllen und der Assassin benötigt zum Beispiel Kills und Schaden an Gegnern die unter einem Verlangsamung Effekt stehen.

So ist es nicht nur wichtig wie man Schaden austeilt, sondern auch Strategien entwickelt um Heilung zu erhalten.

Mit jedem Level welches euer Outriders aufsteigt werdet ihr stärker und nach und nach schaltet ihr neue Fähigkeiten frei von denen ihr 3 aktiv Nutzen könnt, hier macht es auch Sinn diese genau zu studieren und den entsprechenden Anforderungen des Gebiet anzupassen um euch auf die unterschiedlichen Gegner auszurichten. Aber mit den Fähigkeiten ist die Skillung noch nicht am Ende, mit der Zeit erhaltet ihr Skillpunkte um euch weiter zu spezialisieren. Im Optionsmenü findet ihr einen Charakter spezifischen Skilltree in dem ihr euch weiterentwickeln könnt. Durch den Einsatz der erspielten Punkte könnt ihr eure Fähigkeiten stärken, Verteidigung stärken, Heilung verbessern und und und… so könnt ihr eure Klasse noch weiter verfeinern und so noch vielseitiger einsetzten. Macht den Verwüster zum unüberwindlichen Bollwerk der so gut wie allen Schaden wegstecken kann oder stärkt den Pyromancer um seine Flammen noch rötlicher zu machen.

Bei der Ausrüstung gibt es ebenfalls ab einer bestimmten Item Seltenheitsstufe Effekte die eure Fähigkeiten verbessern können und euch zum Beispiel beim Technomancer mehr Granaten werden zu lassen…

Und und und…. Die Möglichkeit zur Individualisierung und Ausbaumöglichkeiten der Charakter ist nahezu grenzenlos… Fähigkeiten, Waffen, Skillung und Ausrüstung… erschafft euren Outrider und passt ihr an wie es euch gefällt.

Anders als bei anderen Loot-shootern der Vergangenheit geht Outriders nicht den Weg einer großen offenen Welt und setzt eher auf relativ lineare, schlauchige Level die immer wieder in Areale münden, wo die Luft bleihaltig wird. Zwar gibt es ab und an Abzweigungen die euch zu Schauplätzen für Nebenquests bringen, aber ein erkunden von großzügigen offenen Welten… eher weniger. Dafür habt ihr aber verschiedene Schauplätze die mit unterschiedlichen Gefahren und Umgebungen auf euch warten.

Die Story ist vom Grundaufbau nichts was die Entwickler von People can fly neu erfunden haben, sie haben es aber in eine interessante Geschichte verpackt in der es ums pure überleben geht, nicht nur im Kampf gegen andere Gruppierungen sondern auch gegen die Natur und den Planeten selbst. Die Charaktere sind auch mit kleinen Details und Hintergrundinformationen über deren Vergangenheit ausgeschmückt die man in Gesprächen erfahren kann, aber nicht muss wenn einem das egal sein sollte. Für mich füllen solche Infos ein Spiel mit mehr Leben und lassen uns deren Beweggründe des aktuellen handeln manchmal besser verstehen.

Beim Spielprinzip setzt Outriders zwar auch auf ein Deckungssystem wie es auch bei Division und Gears of War gibt, aber sollte man diesen Titel nicht so spielen wie seine Vorlagen. Die KI ist darauf aus, euch in dem Fall schnell mit Granaten aus der Deckung zu Bomben oder euch einfach zu überrennen. Spielt ihr hingegen eine gute Mischung aus aggressivem frontalem Konfrontation und gelegentlichem verschanzen um euch frische Munition ins Magazin zu laden werdet ihr den größten Erfolg und auch den meisten Spaß am Game finden, da die Fähigkeiten auch hier besser zur Geltung kommen. Findet einen guten Mittelweg aus beidem und der Weg wird euch leichter fallen als wenn ihr versucht nur eine einseitige Strategie zu wählen.

Im Bezug auf die Grafik erwartet euch ein effektvolles Schauspiel, die Landschaft ist mit vielen Details gespickt und ihr seht nicht nur eine zerstörte, im Krieg liegende Welt, sondern erlebt diese auch. Zerstörte Gebäude in den Slums der ersten Stadt bis hin zu Einöden und herunter gekommenen Hallen und Schauplätzen wie es eine Endzeit Verfilmung kaum hatte besser zeigen können. Auch die Zwischensequenzen sind eine gelungene Abwechslung, wobei ich hier aber leichte Schwächen in der Darstellung der Charaktere sehe… ist aber auch Ansichtssache, aber mir persönlich gefallen mein Charakter in den Sequenzen nicht sind gut und es kommt mir vor, daß diese zu dem was ich mir vorher im Editor zusammengestellt habe nicht zu 100% zu dem passt was ich mir vorher zusammengestellt haben. Bevor sich das aber jemand zu Herzen nimmt, das ist ein meckern auf hohem Niveau und wenn man das Gesamtbild betrachtet ist nicht viel Raum zum meckern.

Die KI ist auch nicht von schlechten Eltern und auch hier erkennt das System wenn wir uns zu passiv verhalten und reagiert mit Gegnern die uns Dichter auf die Pelle rücken und uns aus unserem Versteck locken. Viele Gegner nutzen ebenfalls das Deckungssystem aber andere Gegnertypen sind auch komplett auf direkte Konfrontation aus, was vor allem bei nicht menschlichen Wesen der Fall ist. So wie sich Gegner auf uns einstellen müssen wir uns auch denen anpassen um siegreich die nächste Mission abschließen zu können.

Beim Schwierigkeitsgrad haben sich die Entwickler auch etwas einfallen lassen. Ihr habt nicht einfach die Wahl zwischen leicht, normal, schwer, Bockschwer und sonstigen Modi… Outriders hat im Prinzip ein Levelsystem für den Schwierigkeitsgrad, die Weltenstufe. Ähnlich wie bei den Erfahrungspunkten eures Level erhaltet ihr durch das Töten von Gegnern Punkte in eurer Weltenstufe… diese nimmt also mit der Zeit zu und je weiter ihr kommt, um so bessere Ausrüstung wartet auf euch. Die Erhöhung der Stufe läuft automatisch solange man es nicht deaktiviert, man fällt aber nicht einfach in der Stufe zurück nach mehrfachen vergeblichen Versuchen und Toden, das erreichte Level bleibt bestehen solange ihr nicht selbst die Wahl trefft und auf eine leichtere Stufe zurück zu gehen. Dieses ist durchaus auch mal ganz legitim um einen Bereich zu schaffen, an dem man seit mehreren Versuchen immer und immer wieder scheitert. Sollte euer Interesse an der Story auch größer sein als die Herausforderung könnt ihr natürlich auch generell die Stufe festlegen in der ihr das Spiel erleben wollt auf dem Weg ins Endgame und dem maximalen Level.

Outriders ist für Playstation 4, Xbox One, Google Stadia und PC erhältlich. Durch die Abwärtskompatibilität der neuen Konsolengeneration könnt ihr Outriders selbstverständlich auch auf der Playstation 5 und den Xbox Series Konsolen erleben. Ebenfalls ist die Crossplay Funktion mit dem letzten Update aktiviert worden.

Outriders – Review – Mit mächtigen Kräften durch eine neue Welt oder nur ein weiterer Loot-shooter
8
Grafik
7.5
Sound
7.5
Steuerung
8
Spiele Spaß
7.5
Preis Leistung
Gesamtwertung 7.7 / 10
Unser Fazit
Outriders hat im Vorfeld bereits einen Hype ausgelöst und dementsprechend waren die Erwartungen hoch. Die Entwickler haben das Rad nicht neu erfunden, aber eine interessante Mischung aus verschiedenen Mechaniken in ein neues Gewand gesteckt. Viele Möglichkeiten seinen Charakter zu entwickeln und das umfangreiche System der Schwierigkeitsstufen machen das Spiel stets zu einer Herausforderung. Wer eine Alternative zu anderen Loot-shootern sucht und generell in dem Genre unterwegs ist, wird an Outriders nicht vorbei kommen.
Gaming / Cloud-Gaming / PC-Computer / PlayStation / Tests / Xbox / Google Stadia / OUTRIDERS / People Can Fly / Playstation 4 / PlayStation 5 / PS4 / PS5 / Review / Square Enix / Test / Trailer / Xbox one / Xbox Series
[topgamingnews.de] · 17.04.2021 · 06:43 Uhr
[0 Kommentare]
 

RKI registriert 6125 Corona-Neuinfektionen

Coronavirus
Berlin (dpa) - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages […] (02)

PlayStation 5: bis 2022 werden Lieferschwierigkeiten erwartet

Die Jagd nach der nächsten verfügbaren Konsole geht weiter. Noch immer kann das Angebot an verfügbaren […] (00)
 
 
Suchbegriff

Diese Woche
11.05.2021(Heute)
10.05.2021(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News