Oktoberfest München: Traditionen, Etikette und Tipps für Gäste aus dem In- und Ausland

Das Oktoberfest auf der Theresienwiese ist seit vielen Jahrzehnten ein Magnet für Millionen von Besuchern. "Die Wiesn 2024" meldete laut Landeshauptstadt München rund 6,7 Millionen Gäste, die zusammen gut 7,0 Millionen Maß Bier konsumierten. Wer zum ersten Mal kommt, egal ob aus einer anderen deutschen Stadt oder aus dem Ausland, wird mit jahrhundertealten Bräuchen, Verhaltensregeln und einer durchorganisierten Großveranstaltung konfrontiert.
Ursprung und Ablauf der Wiesn
Das erste Oktoberfest fand am 12. Oktober 1810 anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen statt. Nach ihr wurde die Theresienwiese benannt. Aus dem Pferderennen zu Ehren des Brautpaares entwickelte sich über die Jahrzehnte das heutige Volksfest. Seit 1950 eröffnet der amtierende Oberbürgermeister das Fest am ersten Samstag mit dem Anstich im Schottenhamel-Festzelt. Der Ruf „O’zapft is!" markiert den offiziellen Beginn. Die Regeldauer beträgt 16 bis 18 Tage und endet stets am ersten Sonntag im Oktober, außer der 3. Oktober fällt auf einen Montag oder Dienstag.
Auf dem Festgelände von rund 34,5 Hektar stehen 14 große und rund 20 kleinere Festzelte. Ausgeschenkt werden dürfen ausschließlich Biere der sechs Münchner Traditionsbrauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und Hofbräu. Grundlage dafür ist das Reinheitsgebot von 1516 in Verbindung mit den städtischen Vorgaben zum Wiesn-Bier, das mindestens 13,5 Prozent Stammwürze aufweisen muss.
Reservierungen, Dresscode und Ablauf im Zelt
Wer sicher einen Sitzplatz haben möchte, sollte reservieren. Reservierungen laufen direkt über die Wirte der jeweiligen Zelte, in der Regel ab dem Frühjahr. Für Geschäftskunden und internationale Gäste, die eine geschlossene Runde planen, empfiehlt sich zusätzlich professionelle Unterstützung vor Ort. Agenturen wie ZOE Escort München bieten stilvolle Begleitung zu Wiesn-Abenden, Firmenreservierungen und Abendveranstaltungen, was besonders bei anspruchsvollem Klientel im Rahmen von Reise- oder Geschäftsanlässen nachgefragt wird. Reservierungen umfassen üblicherweise einen Verzehrgutschein pro Person, meist zwei Maß Bier und ein halbes Hendl.
Der Dresscode ist zwar nicht vorgeschrieben, hat sich aber stark etabliert. Frauen tragen Dirndl, Männer Lederhose mit Trachtenhemd, Haferlschuhen und Wollsocken. Ein Detail, das immer wieder für Verwirrung sorgt, ist die Position der Dirndlschleife. Links gebunden signalisiert ledig, rechts vergeben oder verheiratet, vorne mittig jungfräulich oder Kind, hinten verwitwet oder als Kellnerin im Dienst.
Etikette, Sicherheit und praktische Tipps
Ein paar Verhaltensregeln erleichtern den Abend. Auf den Tisch stellen darf man sich nur auf die Bank, nicht auf den Tisch selbst, und das auch nur beim Zuprosten. Anstoßen erfolgt mit Blickkontakt und einem klaren „Prost". Wer sein Bier vor dem ersten Schluck abstellt, ohne angestoßen zu haben, gilt in Wiesn-Runden als unaufmerksam.
Für die Anreise ist der öffentliche Nahverkehr die erste Wahl. Die U-Bahn-Linien U4 und U5 halten an der Station Theresienwiese, die U3 und U6 am Goetheplatz. Rund um das Gelände gilt ein weiträumiges Halteverbot, Taxis und Ride-Sharing-Dienste halten an ausgewiesenen Bereichen. Rucksäcke und größere Taschen sind seit 2016 verboten, erlaubt sind kleine Taschen bis maximal drei Liter Volumen. Kontrollen finden an allen Eingängen statt.
Familien mit Kindern nutzen den Familientag, meist der erste und zweite Dienstag, mit reduzierten Preisen an den Fahrgeschäften. Ruhigere Zelte wie das Käfer Wiesn-Schänke oder die Ochsenbraterei bieten sich am Nachmittag für Gäste an, die Wert auf Gespräche legen. Wer die traditionelle Seite sucht, findet sie auf der Oidn Wiesn, einem abgetrennten Bereich mit historischen Fahrgeschäften, klassischer Blasmusik und eigenem Eintritt von drei Euro.

