Ohio-Bestechungsskandal: Ehemaliger CEO und Top-Manager von FirstEnergy angeklagt
Ehemalige Führungskräfte der Energiegesellschaft FirstEnergy stehen im Zentrum eines beträchtlichen Bestechungsskandals, der in Ohio für Aufsehen sorgt. Die Bundesanklage erhob Anklage gegen den Ex-CEO Chuck Jones und den ehemaligen Senior Vice President Michael Dowling wegen Erpressung. Die beiden sollen im Rahmen eines groß angelegten Bestechungsmusters agiert haben, mit dem Ziel, ein milliardenschweres Rettungspaket für die Kernkraftwerke des Unternehmens durchzusetzen.
Das Unternehmen und seine Top-Manager gerieten bereits zuvor aufgrund verwandter Vorwürfe auf staatlicher Ebene unter Druck. Nun sieht sich das Duo den schwerwiegenden Vorwürfen einer föderalen Verschwörung gegenüber, die am Freitag öffentlich gemacht wurden. Sie sollen durch raffinierte Bestechungsmanöver, Geldwäsche und Behinderung der Justizvorgänge sowohl den Aktienkurs von FirstEnergy steigern als auch persönlichen Profit erlangen wollten.
Die Protagonisten bestreiten jegliches Fehlverhalten, das nun im Rahmen einer umfassenden Untersuchung aufgedeckt wurde. Dennoch musste FirstEnergy, mit Sitz in Akron, letztes Jahr eine zivilrechtliche Strafe von 100 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsichtsbehörde zahlen, um Investoren nicht vollumfänglich über ihre Rolle in dem Skandal informiert zu haben.
Zudem zahlte die Firma weitere 20 Millionen Dollar im Rahmen einer Einigung mit Staatsanwälten, um strafrechtliche Verfahren abzuwenden. Auch in einer Vereinbarung zur aufgeschobenen Strafverfolgung bekannte sich die Firma im Juli 2021 zu ihrer Mitwirkung und vereinbarte zusätzliche Strafzahlungen in Höhe von 230 Millionen Dollar. Gleichzeitig verpflichtete sich das Unternehmen zur Implementierung umfassender Reformen, um zukünftigen Strafverfolgungen auf Bundesebene vorzubeugen.
Der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses von Ohio, Larry Householder, wurde im Juni 2023 wegen seiner zentralen Rolle in dem Skandal zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Bundesstaatsanwälte argumentieren, dass über geheime Geldmittel von FirstEnergy Kandidaten unterstützt wurden, die Householder bei den letztlich erfolgreichen Wahlen zur Sprecherwahl 2018 den Rücken stärkten.
Diese finanziellen Ströme dienten dazu, das umstrittene Energiewirtschaftsgesetz durch den Kongress zu peitschen und Gegner in einem Volksentscheid mundtot zu machen.

