Ölschock hält die asiatischen Märkte in der Zange – Yen-Stärke signalisiert Kapitalabfluss

Steigende Ölpreise sind das deutlichste Signal dafür, dass geopolitische Faktoren die Dovishness der Zentralbanken nach wie vor überstimmen können. Jeder zusätzliche Dollar an der Zapfsäule treibt direkt die Inflationsziele nach oben und korrigiert die Erwartungen an Zinssenkungen, die die Märkte bereits eingepreist haben.
Die Widerstandsfähigkeit des Yen hat wenig mit den japanischen Fundamentaldaten zu tun; es geht vielmehr um Kapital, das nach Schutz sucht. Wenn die Währung einer verschuldeten, niedrig wachsenden Wirtschaft aufwertet, signalisiert dies, dass der Liquidität aus dem globalen System entzogen wird und die Anleger sich auf einen härteren Abschwung vorbereiten, als die politischen Entscheidungsträger zugeben.
Bürokraten in Tokio und anderswo werden versucht sein, den Yen durch verbale Interventionen abzuwerten, aber Währungseingriffe sind nur eine weitere Steuer für Sparer und Exporteure. Die wahre Lösung besteht darin, die Preisbildung freizugeben und Unternehmen anzupassen, anstatt mehr Interventionen zu drucken, um das Problem zu verschleiern.
Für die Exporteure und Rohstoffimportiereure Asiens drückt die Kombination aus teurem Öl und einem starken Yen die Margen doppelt. Die einzige verlässliche Absicherung bleibt die Ertragskraft und die Preisdiziplin, nicht die politischen Versprechen.

