Öffentliche Schulden der Kommunen in 2018 gesunken

Wiesbaden (dts) - Die Verschuldung der Kommunen in Deutschland hat sich zum Jahresende 2018 im Bereich der Kassenkredite gegenüber dem Jahresende 2017 um 16,7 Prozent beziehungsweise 7,1 Milliarden Euro verringert. Zum Jahresende 2018 hatten die Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände 35,2 Milliarden Euro an offenen Kassenkrediten beim nicht-öffentlichen Bereich, also bei Kreditinstituten sowie in sonstigen inländischen und ausländischen Bereichen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Hier sei jedoch zu berücksichtigen, dass die hessische Landesregierung im Jahr 2018 mit dem Programm "Hessenkasse" rund 4,8 Milliarden Euro kommunaler Kassenkredite vom Land abgelöst hat, die jetzt nicht mehr in der Schuldenstatistik nachgewiesen würden.

Ohne diese Ablösung hätte sich der Stand der Kassenkredite der kommunalen Kernhaushalte nur um 5,5 Prozent verringert, so das Statistikamt weiter. 2018 hatten die Kommunen durchschnittlich 458 Euro Kassenkreditschulden je Einwohnerin und Einwohner, 2017 lag dieser Wert noch bei 551 Euro. Die Gemeinden und Gemeindeverbände in den einzelnen Bundesländern nutzen Kassenkredite sehr unterschiedlich. 85 Prozent aller Kassenkredite betrafen drei Länder: Am höchsten verschuldet an Kassenkrediten waren die Kommunen in Nordrhein-Westfalen mit 22,6 Milliarden Euro, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 5,3 Milliarden Euro und dem Saarland mit 1,9 Milliarden Euro. In Bezug auf die Einwohnerzahlen war das Saarland mit 1.950 Euro Kassenkreditschulden pro Kopf am höchsten verschuldet, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 1.302 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 1.261 Euro, so das Bundesamt. Am geringsten war die Pro-Kopf-Verschuldung in Bayern mit 13 Euro, in Baden-Württemberg mit 22 Euro und in Sachsen mit 23 Euro. Kassenkredite werden zur Überbrückung vorübergehender Kassenengpässe verwendet. Sie dienen also der Liquiditätssicherung. In einigen Bundesländern werden Kassenkredite allerdings häufig mit langer Laufzeit abgeschlossen, insbesondere in den Ländern mit hohem Kassenkreditbestand. Im Saarland hatten 67 Prozent der Kassenkredite eine Ursprungslaufzeit von über einem Jahr, in Rheinland-Pfalz 63 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 57 Prozent, so die Statistiker weiter. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen hatten dagegen jeweils weniger als 6 Prozent der kommunalen Kassenkredite eine so lange Laufzeit. Im bundesweiten Durchschnitt hatten 57 Prozent aller kommunalen Kassenkredite eine Ursprungslaufzeit von über einem Jahr. Bei knapp mehr als die Hälfte der kommunalen Kassenkredite in Deutschland steht die Fälligkeit im Jahr 2019, bei 9 Prozent im Jahr 2020, bei 7 Prozent im Jahr 2021, bei jeweils 5 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 sowie bei 22 Prozent nach dem Jahr 2023 an, so das Statistikamt. Analog zu den Laufzeiten sind in den drei Ländern mit hohen Kassenkreditbeständen über die Hälfte der Kassenkredite erst nach dem Jahr 2019 fällig, im Saarland sogar ein Drittel erst nach 2023. In allen übrigen Ländern ist der Großteil der Kassenkredite bereits 2019 fällig, so das Bundesamt.
Wirtschaft / DEU
12.09.2019 · 10:30 Uhr
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