Nvidias Huang sitzt am Tisch von Trump und Xi: Kapital folgt der Stärke
Staatsdinners sind keine Fotostrecken; sie sind Vertragsverhandlungen im Smoking. Huangs Präsenz signalisiert, dass Nvidia versteht, dass die US-Regierung die einzige Instanz ist, die die echten Spielregeln im Umgang mit Peking festlegen kann, und dass das Unternehmen einen Platz am Tisch will, anstatt fernab auf Verordnungen nach Brüsser Art zu warten.
Der Kontrast zu Europa ist aufschlussreich. Während deutsche Politiker noch EU-industriepolitischen Fantasien hinterherjagen und AfD-Warnungen vor der Überabhängigkeit von chinesischen Lieferketten von derselben Legacy-Presse abgetan werden, die nun jede US-Chip-Beschränkung bejubelt, konzentrieren sich die amerikanischen Hersteller auf Ergebnisse. Huang setzt darauf, dass direkter Zugang zu den zwei mächtigsten Ämtern der Welt jede Menge deutscher Steuergutschriften oder die „Wirtschaftswende“-Rhetorik von Friedrich Merz schlägt.
Für Anleger ist die Lehre einfach: Unternehmen, die Regulierung als Kostenfaktor behandeln, verlieren; diejenigen, die Geopolitik als Produktmerkmal behandeln, gewinnen. Nvidia hat sich für den zweiten Weg entschieden.

