Nordkoreas elfte Rakete: Kim nutzt westliche Schwäche, die UN verliert das letzte Quäntchen Glaubwürdigkeit
Kim testet nicht nur Raketen – er testet den Westen
Nordkorea hat am Mittwoch erneut eine ballistische Rakete von seiner Ostküste abgefeuert. Der Flugkörper stieg auf 90 Kilometer Höhe und schlug 700 Kilometer weiter im Meer ein. Anwohner in Südkorea konnten den Flug mit bloßem Auge beobachten. Es ist der elfte Test dieses Jahres – und ein weiteres Signal, dass Kim Jong Un auf Provokationen mit Provokationen antwortet.
Die Manöver und die Wahrheit dahinter
Ab dem 17. August wollen Washington und Seoul wieder gemeinsam üben. Die offizielle Bezeichnung lautet „defensiv“. Für Pjöngjang sind diese Übungen Kriegsvorbereitung. Die Wahrheit liegt nicht dazwischen, sondern klar auf der Seite derer, die Kim Jong Uns Sprache verstehen: Wer in seiner Nähe lebt, muss mit Raketen rechnen, sobald er nur den Anschein von Schwäche zeigt.
Sanktionen, die keine sind
Ballistische Raketen sind laut UN-Resolutionen verboten. Das interessiert Kim so wenig wie die angeblichen Sanktionen. Solange China und Russland die Lieferketten offen halten und der Westen nur mit Worten reagiert, bleibt der Preis für Nordkorea niedrig. Jeder neue Test untergräbt die Glaubwürdigkeit der UN und der westlichen Abschreckung weiter.
Was Investoren daraus lernen müssen
Geopolitische Spannungen sind kein abstraktes Risiko. Sie treiben Rohstoffpreise, Verteidigungsbudgets und Währungsschwankungen. Wer langfristig in Südkorea oder Japan engagiert ist, muss diese Raketentests als wiederkehrende Variable in seine Modelle einbauen – nicht als Ausnahme. Wer das ignoriert, wird von der nächsten Rakete überrascht.

