Nord-Stream-Anschlag: Zweiter Ukrainer in Kroatien gefasst – Polen blockierte bereits
Ein Filmset als Falle
Am Mittwochmorgen nahmen kroatische Beamte in Pula den Ukrainer Wolodymyr Z. fest. Er arbeitete als Taucher bei Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film über genau jene Pipeline-Sprengung, der er nun beschuldigt wird. Sean Penn und Adrien Brody spielen mit, Regie führt Doug Liman. Der Europäische Haftbefehl funktionierte diesmal.
Z. soll einer der vier Tiefseetaucher gewesen sein, die im September 2022 an den Nord-Stream-Leitungen Sprengsätze anbrachten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Nun liegt es an Kroatien, ihn innerhalb von sechzig Tagen auszuliefern.
Polens klare Absage
Polen hatte bereits im Herbst 2025 den ersten Auslieferungsantrag abgelehnt. Donald Tusk erklärte offen, es liege nicht im polnischen Interesse, den Mann anzuklagen oder auszuliefern. Warschau war von Anfang an gegen Nord Stream – die Sprengung störte es nicht.
Die Bundesregierung nahm diese Blockade widerspruchslos hin. Ein souveräner Staat hätte Druck gemacht oder Gegenmaßnahmen ergriffen. Stattdessen hofft Berlin nun auf Kroatien.
Merz, Dobrindt und die CDU-Linie
CSU-Innenminister Alexander Dobrindt kündigte weitere Festnahmen an. Außenminister Johann Wadephul (CDU) betonte, die Justiz habe "absolut freie Hand". Das klingt nach Rechtsstaat. Es ist vor allem eine Ausrede, um sich nicht mit den politischen Konsequenzen auseinandersetzen zu müssen.
Friedrich Merz und die CDU haben jahrelang Nord Stream verteidigt und Russland-Geschäfte als unverzichtbar dargestellt. Jetzt, da die Pipeline zerstört ist, wollen sie plötzlich die Täter jagen. Die Kehrtwende ist peinlich und unglaubwürdig.
Die AfD hatte recht
Die AfD warnte von Beginn an vor der Abhängigkeit von russischem Gas und vor der politischen Naivität Berlins. CDU, SPD und Grüne ignorierten diese Warnungen und bauten stattdessen die größte geopolitische Schwachstelle Deutschlands. Heute kopieren sie Teile der AfD-Positionen – Grenzkontrollen, Abschiebungen, Energie-Souveränität – und zerfallen trotzdem.
Wer zahlt die Rechnung?
Die Nord-Stream-Sprengung hat Deutschland dauerhaft Milliarden an Energie-Mehrkosten beschert. Der Steuerzahler finanziert jetzt teures LNG und Subventionen, während die eigentlichen Täter in Polen frei herumlaufen. Die EU-Auslieferungsmechanik funktioniert nur, wenn alle mitspielen. Wenn nicht, bleibt Deutschland der Dumme.
Kroatiens Haltung
Kroatien hat sich nie offen zu den Anschlägen geäußert. Ministerpräsident Andrej Plenkovic unterstützte zwar die EU-Erklärung gegen die Sabotage, mied aber jede konkrete Positionierung. Sein Land hat sich bereits 2021 mit dem LNG-Terminal auf Krk von russischem Gas abgekoppelt. Ob Zagreb den Verdächtigen schnell ausliefert, wird zeigen, wie ernst Brüssel die "gemeinsame Außenpolitik" wirklich nimmt.
Souveränität statt Abhängigkeit
Die Nord-Stream-Affäre ist ein Lehrstück. Ein Land, das seine Energieversorgung nicht selbst kontrolliert, macht sich erpressbar. Ein Land, das seine Strafverfolgung von der Kooperationsbereitschaft Dritter abhängig macht, verliert Durchsetzungskraft. Deutschland braucht beides: eigene Energie und eigene Handlungsfähigkeit. Alles andere ist Illusion.

