Nikkei 225 Index fällt aufgrund steigender japanischer Anleiherenditen und Softbank-Aktienverlusten

Der Nikkei 225 Index setzt seinen Abwärtstrend fort und erreichte den niedrigsten Stand seit dem 5. August dieses Jahres, was einem Rückgang von 11,80% gegenüber seinem Jahreshoch entspricht. Dieser Rückgang erfolgte im Zuge der Spannungen zwischen den USA und Iran sowie steigender japanischer Anleiherenditen. Der Index fiel auf 64.253 Punkte, wobei die meisten japanischen Unternehmen Verluste verzeichneten.
Steigende Anleiherenditen belasten den Nikkei 225 Index
Der Nikkei 225 Index fiel im Einklang mit anderen globalen Indizes, da der Ausverkauf japanischer Anleihen anhielt. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen stieg auf 3%, den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Ebenso kletterte die Rendite der 30-jährigen Anleihen auf 4,17%, weit über dem pandemiebedingten Tief von 0,113%.
Die japanischen Anleiherenditen steigen weiter, da Bedenken hinsichtlich der Wirtschaft und der hohen Staatsausgaben bestehen, die unter der Führung von Sanae Takaichi zugenommen haben. Der japanische Yen hat sich in dieser Woche ebenfalls stark abgeschwächt. Der USD/JPY-Kurs überschritt die wichtige Marke von 160 und setzte damit einen Aufwärtstrend fort, der am 3. August bei 155,22 begann.
Der Nikkei 225 Index fiel auch, da Händler davon ausgehen, dass die Bank of Japan (BoJ) noch in diesem Monat die Zinsen anheben wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 91% auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi. Aktien tendieren dazu, schwächer abzuschneiden, wenn die Zentralbank die Zinsen erhöht.
Die Aktienkurse sanken zudem, nachdem die USA und Iran ihre Konflikte wieder aufgenommen hatten. Die USA starteten am Dienstag Angriffe als Reaktion auf iranische Angriffe in Jordanien, die nach US-Angriffen auf wichtige Standorte in der Nähe der Straße von Hormus erfolgten. Diese Angriffe haben die Ölpreise in die Höhe getrieben, wobei Brent und WTI auf $95 bzw. $90 gestiegen sind.
Japan ist stark von der Krise im Nahen Osten betroffen, da es erhebliche Mengen an Öl importiert. Dies bedeutet auch, dass die Inflation in Japan kurzfristig weiter steigen wird.
Die meisten japanischen Unternehmen verzeichneten heute Verluste. Die Softbank Group, die als Stellvertreter für den KI-Sektor gilt, fiel um 6,16% und hat nun 46% von ihrem Jahreshoch verloren. Kioxia fiel ebenfalls auf 51.170 Yen, was einem Rückgang von 54% gegenüber dem bisherigen Jahreshoch entspricht.
Weitere große Verlierer waren Unternehmen wie Toyota Motor, Tokyo Electron, Recruit Holdings und Hitachi.
Technische Analyse des Nikkei 225 Index
Das Tagesdiagramm zeigt, dass der Nikkei 225 Index stark von seinem bisherigen Jahreshoch von 72.842 im Juni auf aktuell 64.266 gefallen ist. Es bildete sich eine Abwärtslücke, während die japanischen Anleiherenditen weiter stiegen.
Der Index ist unter den 50-Tage-Durchschnitt gefallen, was darauf hindeutet, dass die Bären derzeit die Kontrolle haben. Zudem haben die beiden Linien des Percentage Price Oscillator (PPO) ein bärisches Crossover-Muster gebildet.
Daher wird erwartet, dass der Index weiter fällt, möglicherweise bis zum wichtigen Unterstützungsniveau von 60.000.

