Neuer Kurseinbruch voraus? Warum der Rücktritt des Nikola-Gründers eine Gefahr für die Nikola-Aktie sein könnte

• Nikola-Aktie mit starken Schwankungen
• Chef-Rücktritt nach Betrugsvorwürfen
• Weitere Gefahr für die Nikola-Aktie?

Für Anteilseigner des Elektrotruckherstellers Nikola waren die vergangenen Wochen eine Berg- und Talfahrt, die sich auch in der Aktienkursentwicklung widerspiegelte. Mit großen Ambitionen war das Unternehmen im Juni an der Börse gestartet und mit zahlreichen Vorschusslorbeeren überhäuft worden. Das Geschäftsmodell überzeugte eine breite Anlegerbasis, das Konzept, Trucks mit einem wasserstoffbetriebenen Motor produzieren zu wollen, stieß auf reichlich Gegenliebe am Börsenparkett.

Doch die Euphorie wich schon bald der Realität, denn Nikola erwirtschaftet keine nennenswerten Umsätze, wann die viel beschworene Konkurrenz zum Elektroautobauer Tesla tatsächlich Fahrt aufnehmen wird, ist noch mehr als ungewiss. Trotz der aufkeimenden Zweifel an einem zeitnah verkaufsfähigen Fahrzeug ist der an Absatz und Marktanteil gemessen größte US-Autobauer, General Motors, im September bei Nikola eingestiegen und will im Rahmen einer strategischen Partnerschaft die Fertigung des Pick-up-Truck Badger übernehmen.

Nikola-Chef stolpert über eigene Fehler

Bis zu diesem Zeitpunkt konnte Nikola-Chef Trevor Milton die Unternehmensentwicklung noch als Erfolg verbuchen, doch inzwischen ist Nikola in sehr schwieriges Fahrwasser geraten. Der Leerverkäufer Hindenburg Research hat massive Vorwürfe gegen den Truckhersteller formuliert, von Hochstapeleien und einem "komplexen Betrug" war die Rede. Die Reaktion von Nikola fiel nicht aus, wie am Markt erhofft: Statt den Bericht des Finanzspekulanten zurückzuweisen und konkret zu entkräften, blieb es bei einem eher halbherzigen Dementi und Nikola musste sogar einräumen, dass der Elektro-Lkw bei einer Video-Präsentation gar nicht selbst fuhr, sondern ohne eigenen Antrieb einen Hügel herunterrollte.

Nicht zuletzt dieses Eingeständnis hat den Gründer von Nikola, Trevor Milton, zwischenzeitlich seinen Job gekostet: Der 39-Jährige zog Anfang der Woche überraschend die Konsequenzen aus den aktuellen Entwicklungen rund um sein Unternehmen und gab seinen Posten an der Konzernspitze auf.

Milton bleibt größter Einzelaktionär

Obwohl sich im operativen Machtgefüge dadurch einschneidende Veränderungen ergeben haben: An der Aktionärsstruktur ändert sich nichts. Vorerst. Denn Milton besitzt auch nach seinem Ausscheiden aus der Firma ein milliardenschweres Aktienpaket von Nikola: Forbes schätzt den Wert seiner Anteile nach dem Rücktritt auf rund 2,7 Milliarden US-Dollar. Fast ein Viertel der Unternehmensanteile sind in seiner Hand, damit bleibt Milton der größte Einzelaktionär des von ihm gegründeten Unternehmens.

Crash-Gefahr für die Nikola-Aktie

Doch genau das könnte die Talfahrt der Nikola-Aktie unter Umständen zusätzlich beschleunigen, denn mit seinem Rücktritt von seinem Führungsposten gilt Milton nun nicht mehr als Unternehmensinsider und kann sein Aktienpaket jederzeit ohne Beachtung etwaiger Meldepflichten auf den Markt werfen. Angesichts der hohen Beteiligung von Milton an Nikola könnte dies zu weiteren Verwerfungen führen. Käme ein Viertel der Unternehmensaktien innerhalb eines kurzen Zeitraumes auf den Markt, dürften sich kaum genügend Käufer finden.
Eine fortgesetzte Talfahrt der Nikola-Aktie wäre dann wohl kaum aufzuhalten.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 24.09.2020 · 09:35 Uhr
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