Netflix-Bulle malt Negativszenario, das die Netflix-Aktie abrauschen lässt

• Bernstein-Analyst mit bullisher Einschätzung für die Netflix-Aktie
• Anleger nehmen sich aber Negativszenario deutlich mehr zu Herzen
• Aktie trotz hohem Kursziel unter Druck

Knapp drei Prozent haben Netflix-Aktien am Donnerstag an Wert verloren, nachdem ein Analyst der Aktie 20 Prozent Abwärtspotenzial bescheinigt hat. Noch mal fünf Prozent ging es am Freitag abwärts. Dabei hat der Experte selbst ein Outperform-Rating auf Netflix-Titel und liegt mit seinem Kursziel massiv über dem aktuellen Börsenpreis.

Negativszenario belastet

Die Netflix-Aktie hat in den letzten drei Monaten äußerst schwach performt. Rund 20 Prozent verlor der Anteilsschein als Folge schwacher Quartalszahlen und eines enttäuschenden Ausblicks. Zudem trieb die zunehmende Konkurrenz im Streaming-Markt Anleger zuletzt Sorgenfalten auf die Stirn: Neben dem Entertainmentriesen Disney wird auch der Techkonzern Apple mit einem eigenen Streaming-Dienst antreten - letzterer will den Kampf über die Preisgestaltung gewinnen.

Sollten die neuen Konkurrenten das Wachstum mit Disney+ und Apple TV+ das Wachstum von Netflix empfindlich beeinflussen, sehe er die Netflix-Aktien bei einer theoretischen Untergrenze von 230 Dollar, erklärte Bernstein-Analyst Todd Juenger in der vergangenen Woche. Damit reagiert der Experte auf Anfragen von Investoren, die wissen wollten, wie tief die Negativfaktoren der vergangenen Monate die Aktie noch ins Minus drücken könnten. Juenger berief sich dabei auf eine Bewertungsmethode aus dem Jahr 2017.

Analyst eigentlich Netflix-Bulle

In Folge der Mitteilung sackte die Netflix-Aktie ab - und das, obwohl Juenger das von ihm selbst prophezeite Negativszenario für wenig wahrscheinlich hält. Die Sorge vieler Anleger um den Abo-Preis von Netflix, das Kundenwachstum und den Verlust exklusiven Contents könne er nicht teilen, betonte der Experte in einer Mitteilung an Investoren. Tatsächlich sei "die Preisgestaltung das einzige, das uns Sorgen macht", erklärte er. Dabei setzt der Experte auf die Fanbase des Streaming-Giganten: Das internationale Wachstum des Medienunternehmens, die originelle Programmgestaltung und die Loyalität der Verbraucher dürften im Laufe der Zeit zwei der drei Probleme beseitigen.

Er selbst behalte seinen positiven Ausblick für Netflix weiter bei. Die Aktie wird von dem Analysehaus weiter mit "outperform" bewertet, das Zwölfmonatskursziel bleibe bei 450 US-Dollar. Damit hätte die Aktie mittelfristig noch ein Aufwärtspotenzial von deutlich über 50 Prozent - bis zum Jahresende traut Juenger dem Anteilsschein bereits einen Sprung auf 400 US-Dollar zu.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 23.09.2019 · 07:50 Uhr
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