Nach enttäuschendem Quartal: Analysten verreißen Aurora Cannabis

• Aurora enttäuscht mit weniger Umsatz und Sparplänen
• Aktie erlebt schlimmsten Börsentag seit fünf Jahren
• Analysten fallen vom Glauben ab

Aurora Cannabis-Bilanzvorlage enttäuscht

Jüngst veröffentlichte das zweitgrößte Cannabis-Unternehmen der Welt Zahlen für das erste Quartal 2020. Dabei sorgte zum einen der Umsatz von Aurora Cannabis für lange Gesichter. Statt der von Analysten vorher veranschlagten 123 Millionen Kanadischen Dollar, gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorquartal (98,9 Millionen CAD) sogar auf 75,245 Millionen Kanadische Dollar zurück, wie das Unternehmen bekanntgab.

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Doch nicht nur hier überraschte der Hanf-Produzent: Für einen noch größeren Schock sorgte jedoch die Entscheidung von Aurora Cannabis, "in dem Bestreben, entsprechend der globalen Nachfrage verantwortungsvoll zu expandieren", den Bau seiner Nordic 2-Fabrik in Dänemark abzubrechen. Daneben verspäte sich auch die Fertigstellung der Aurora Sun-Fabrik in Kanada. Hierdurch sollen 80 Millionen Kanadische Dollar an Kosten eingespart werden, wie das Unternehmen mitteilte.

Aurora Cannabis-Aktie bricht zweistellig ein

Im US-Handel kam die Aurora Cannabis-Aktie an der NYSE dementsprechend stark unter die Räder und erlebte den schlimmsten Börsentag in fünf Jahren, wie MarketWatch berichtet. Zum Handelsschluss blieb ein Abschlag von 17,02 Prozent bei 2,73 US-Dollar an der Kurstafel stehen.

Analysten machen lange Gesichter

Nachdem Anleger schlagartig die Aktien fallen ließen, zeigten sich auch viele Analysten mehr als besorgt anlässlich der mehr als enttäuschenden Zahlen. So schrieb Bill Kirk, Analyst bei MKM Partners, in einer Notiz an Kunden: "Wenn Aurora weniger bereit ist, Kapital in diese Industrie zu investieren, glauben wir, dass auch Anleger unwilliger sein sollten, die Industrie mit Geld zu versorgen", wie MarketWatch berichtet. Auch Jefferies-Analyst Owen Bennet zeigt sich mehr als skeptisch. Schließlich habe Aurora Cannabis noch vor wenigen Wochen eine Pressemitteilung herausgegeben, in der die Fortschritte der neuen Produktionsstätten betont wurden. Da der Bau nun jedoch unterbrochen wurde, könnte ein echtes Vertrauensproblem bei Anlegern entstehen. So meint Bennett: "Es wäre verständlich von Investoren ihnen [Aurora] nicht zu glauben", wie MarketWatch aus einem Bericht Bennetts zitiert.

Auch Piper Jaffray-Analyst Michael Lavery zeigte sich ungewiss, was die kommenden Quartale des kanadischen Marihuana-Herstellers betrifft und strich sein Kursziel , laut Yahoo Finance, dementsprechend von vier auf drei US-Dollar zusammen.

Doch nicht alle Markt-Experten deuteten die Quartalszahlen derart pessimistisch. Pablo Zuanic von Cantor Fitzgerald stufte das Aurora Cannabis-Papier sogar von "Neutral" hoch auf "Overweight" und erhöhte sein Kursziel von 5,10 auf 5,85 US-Dollar. Er begründete den Schritt unter anderem damit, dass er nicht annehme, dass ein noch schlimmeres Quartal folgen würde, wie MarketWatch berichtet. Darüber hinaus sei der Cannabis-Produzent weitaus besser aufgestellt als viele der Konkurrenten.

Cannabis-Sektor unter Druck

Aurora Cannabis ist durchaus nicht der einzige Marihuana-Hersteller, der mit seiner Bilanzvorlage enttäuschte. Auch die Canopy Growth-Anteilsscheine und die Tilray-Papiere kamen nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen unter Druck. Es wird sich zeigen, ob sich der Abwärtstrend im Cannabis-Sektor als längerfristig erweist oder im nächsten Quartal der Sektor zu alten Höhen zurückfindet.

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[finanzen.net] · 19.11.2019 · 18:53 Uhr
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