Munich Re-Aktie schließt im Plus: Munich Re beim Gewinn trotz schwachem Anlageergebnis über Erwartungen

Die Munich Re hat mit ihrem Gewinn im zweiten Quartal trotz Belastungen beim Kapitalanlageergebnis durch die Inflation und die sich abkühlende Wirtschaft sowie den Ukraine-Krieg die Analystenprognosen übertroffen.
Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr bestätigte der DAX-Konzern, traut sich aber nur eine geringere Kapitalanlagerendite zu als bisher.

Der Nachsteuergewinn des Rückversicherers fiel im Quartal wegen des schwachen Anlageergebnisses auf 768 Millionen Euro von 1,106 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten in einem vom Unternehmen selbst veröffentlichten Konsens nur 719 Millionen Euro prognostiziert. Das Ergebnis je Aktie betrug 5,50 Euro im Vergleich zu einer Analystenprognose von 5,18 Euro. Die Bruttoprämien stiegen um 8,3 Prozent auf 15,850 Milliarden Euro (Konsensprognose 15,8 Milliarden).

Die Großschadensbelastung lag mit 575 Millionen Euro zwar über dem Vorjahreswert von 432 Millionen Euro. Die Großschadenbelastung entspricht aber nur einem Anteil von 7,5 Prozent der verdienten Nettobeiträge und liegt damit unter dem im langfristigen Mittel erwarteten Wert von 13 Prozent.

Die Schaden-Kosten-Quote in der Rückversicherung, die Aufwand und Ertrag im Versicherungsgeschäft in Relation setzt, verbesserte sich auf 89,7 von 90,1 Prozent. Die Erstversicherungstochter Ergo trug 160 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei nach 155 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Analageergebnis fiel auf 971 Millionen Euro, hier hatten Analysten mit 1,161 Milliarden Euro gerechnet. Die Kapitalanlagerendite betrug 1,6 Prozent.

Im laufenden Jahr rechnet die Munich Re weiterhin mit einem Nettogewinn von 3,3 Milliarden Euro nach 2,9 Milliarden im Vorjahr. Abgesichert wird dieses Ziel durch ein für den Rest des Jahres verbleibendes Großschadensbudget von 2,7 Milliarden Euro. Bei der Kapitalanlagerendite traut sich Munich Re wegen hoher Abschreibungen auf Aktien und Anleihen im ersten Halbjahr aber nur noch eine Rendite von 2,0 Prozent zu. Hier hatte das Ziel bislang über 2,5 Prozent gelautet.

Munich Re erzielt 6 Prozent Beitragswachstum in der Juli-Erneuerung

Die Munich Re hat in der Erneuerungsrunde der Rückversicherungsverträge zum 1. Juli ein deutliches Beitragswachstum bei stabilen Preisen erzielt. Wie der DAX-Konzern mitteilte, steigerte er das Geschäftsvolumen um 6 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das Preisniveau für das Portfolio der Munich Re stieg um 0,1 Prozent.

Die Preisangabe ist risikoadjustiert, was bedeutet, dass Preiserhöhungen, denen eine höhere Schadenerwartung gegenübersteht, verrechnet wurden. Wegen der gestiegenen Inflation habe man die künftige Schadenerwartung bewusst vorsichtig kalkuliert, so der Konzern.

Für die nächste Erneuerungsrunde im Januar sei mit einem "guten" Marktumfeld mit attraktiven Geschäftsmöglichkeiten zu rechnen.

Munich Re-Aktie stark - Lob von Analysten

Die Aktien von Munich Re haben sich am Dienstag nach einer anfänglichen Achterbahnfahrt auf deutlich höherem Niveau festgesetzt. Zum Handelsstart hatten die Papiere des Rückversicherers mit deutlichen Kursausschlägen in beide Richtungen auf einen durchwachsenen Quartalsbericht reagiert. Zum Handelsschluss gewannen sie 1,75 Prozent auf 232,40 Euro und gehörten damit zu den Spitzenreitern im DAX. Zugleich erklommen sie am Dienstag den höchsten Stand seit Anfang Juli.

Schwache Anlageergebnisse belasteten den operativen Gewinn des Konzerns im zweiten Quartal schwer. Das Jahresziel für den Gewinn blieb aber unangetastet. Die Belastung durch Großschäden sei deutlich geringer als erwartet und auch deutlich besser als bei der Konkurrenz, kommentierte JPMorgan-Analyst Kamran Hossain in einer ersten Reaktion. Zudem verfüge Munich Re für die Folgen des Ukraine-Krieges über einen üppigen Puffer. Mit größeren Veränderungen der Markterwartungen rechnet der Experte nicht.

Jefferies-Analyst Philip Kett hob die hervorragende Solvabilität des Konzerns hervor. Dies sollte das Anlageergebnis eigentlich klar in den Schatten stellen. Der Experte Derald Goh von der Royal Bank of Canada betonte neben der besonders guten Solvabilität auch das bekräftigte Jahresziel für das Nettoergebnis von 3,3 Milliarden Euro.

Positiv wertete UBS-Analyst Will Hardcastle die starke Bilanz und die hohe Qualität des Eigenkapitals. Schlechter als erwartet habe der Rückversicherer hingegen mit seinen Investments abgeschlossen, die den Gewinn belastet hätten.

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 09.08.2022 · 17:48 Uhr
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