Morgan Stanley: Virgin Galactic-Aktie könnte um 600 Prozent steigen

Virgin Galactic-Aktie bekommt starkes Kursziel verpasst
• Bullenfall liegt 600 Prozent über aktuellem Börsenpreis
• Überschallflüge als Katalysator

Die Aktie von Virgin Galactic hat an der NYSE seit ihrem IPO im Oktober mehr als 28 Prozent an Wert verloren. Doch der erste börsennotierte private Raumfahrtkonzern hat ambitionierte Pläne für die Zukunft - und die könnten der Aktie kräftig Schwung verleihen.

Börsenneuling will es wissen

Schon im kommenden Jahr sollen 66 private Passagiere mit Virgin Galactic in den Weltraum fliegen. Dieses Ziel hatte das Unternehmen zum Börsenstart im Oktober ausgegeben. Ein Analyst glaubt, dass dieses Geschäftsfeld so profitabel sein wird, dass das Unternehmen einen kräftigen Wertschub erfahren dürfte. Adam Jonas, Analyst bei Morgan Stanley, zeigt sich davon überzeugt, dass Virgin Galactic die aktuell bestehende milliardenschwere Luftfahrtbranche auf den Kopf stellen wird, wenn der Konzern seine Pläne für Überschallflüge ins All wirklich umsetzen kann.

Bis 2040 sei im Bereich Hyperschallreisen ein Jahresumsatz von 800 Milliarden Dollar möglich - Virgin Galactic sieht der Experte in dem Segment stark positioniert, da es einen langfristigen Plan gebe, Menschen mit Überschallgeschwindigkeit um die Welt zu fliegen.

Starkes Kursziel und "Overweight"-Rating

Der Analyst hat der Aktie in seiner ersten Beurteilung ein Kursziel von 22 US-Dollar verpasst, was Anleger zum Anlass nahmen, sich kräftig mit Virgin Galactic-Aktien einzudecken. Aber auch nach dem analysebedingten Anstieg der Aktien um knapp 16 Prozent liegt das Kursziel von Morgan Stanley noch immer 160 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs.

"Die Aktien weisen ein für Biotech-Unternehmen typisches Risiko- / Ertragsverhältnis auf, bei dem das heutige Geschäft mit dem Weltraumtourismus als Finanzierungsstrategie und Innovationskatalysator dient, um die Technologie für die Möglichkeit des hyperschallintensiven P2P (Punkt-zu-Punkt) -Flugverkehrs zu entwickeln", sagte Jonas. Während viele Investoren das Geschäft mit der privaten Raumfahrt als "Sahnehäubchen" sehen, sei für ihn die Überschalltechnik Kuchen und Sahnehäubchen gleichzeitig, der Weltraumtourismus sei dabei der Ofen, so Jonas weiter.

Bis 2030 könnte Virgin Galactic sein Flugangebot auf mehr als 3.000 Passagiere ausbauen, glaubt der Morgan Stanley-Analyst. "Das Ziel des Weltraumtourismus für das nächste Jahr wird sein: sicher zu werden. [...] Wir glauben, dass der Schlüsselkatalysator in den nächsten 12 Monaten darin besteht, zunächst einen einzigen Kunden in den Weltraum zu schicken und diesen sicher zurückzuholen". Sollte Virgin damit erfolgreich sein, wird der Konzern seiner Ansicht nach das führende Unternehmen im Markt für Überschallreisen bleiben. Im besten Fall könnte die Aktie von Virgin Galactic dann bis auf 60 US-Dollar steigen, formulierte Jones den Bullenfall. Damit wäre für den Anteilsschein noch ein Kursplus von 600 Prozent möglich.

Im schlimmsten Fall sei aber auch ein Absturz auf einen US-Dollar möglich. "In diesem Geschäft gibt es viele Risiken und Unbekannte - einschließlich der Möglichkeit von tödlichen Unfällen, regulatorischen Hindernissen, begrenzter Marktakzeptanz, Wettbewerb, unzureichender Wirtschaftlichkeit und Liquiditätsbeschränkungen", so der Analyst weiter. Die Risiken würden sich angesichts der potenziellen Chancen aber lohnen.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 11.12.2019 · 18:43 Uhr
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