Milliardenkosten für die Telekom-Branche

5G-Mobilfunkauktion
Foto: Arne Dedert
Mit dem Ende der Frequenzauktion können Telekommunikationsfirmen künftig ultraschnelles mobiles Internet anbieten.

Mainz (dpa) - Für den Ausbau des ultraschnellen Mobilfunks 5G ist es ein Startschuss: Mit dem Ende der Frequenzauktion haben sich die Telekommunikationsfirmen Spektrum gesichert, mit dem sie künftig ultraschnelles mobiles Internet anbieten können. Ein Überblick.

Was ist das Ergebnis der Frequenzauktion?

420 Megahertz Spektrum hat die Bundesnetzagentur an vier Firmen verkauft. Die Deutsche Telekom und Vodafone konnten sich jeweils 130 Megahertz sichern, Telefónica 90 Megahertz und der Neueinsteiger Drillisch nur 70 Megahertz. Insgesamt rund 6,6 Milliarden Euro müssen die Firmen an den Staat zahlen.

Wer darf sich als Gewinner fühlen, wer wurde zum Verlierer?

Glaubt man den Telekommunikationskonzernen, so sehen sie sich nun zwar alle gut aufgestellt, aber nicht als strahlender Sieger. Grund hierfür: die hohen Kosten - die Telekom muss 2,2 Milliarden Euro zahlen, Vodafone 1,9 Milliarden, Telefónica 1,4 Milliarden Euro und Drillisch 1,1 Milliarden. Viel zu viel, stöhnen die Unternehmen - das Geld hätten sie lieber in den Netzausbau gesteckt.

Klar ist aber, dass die Deutsche Telekom und Vodafone ihre ohnehin schon gute Position am Markt stärken können. Und schaut man sich den Verlauf der mehr als zwölfwöchigen Mammut-Auktion an, so wird ebenfalls deutlich: Telefónica und Drillisch wollten mehr. Telefónica machte bei dem Wettbieten recht früh Abstriche, Drillisch gab im Ringen um einen Block erst ganz am Ende klein bei - und ermöglichte dadurch, dass die Auktion enden konnte. Als Verlierer müssen sie sich trotzdem nicht fühlen - Telefónica dürfte auch dank Spektrums aus vorigen Auktionen weiterhin eine gute Rolle am Markt spielen. Und Drillisch darf seinen Aufstieg zum Netzbetreiber ebenfalls als Erfolg verbuchen, zumal die Firma als Neueinsteiger Ausnahmeregeln für den Ausbau zugebilligt bekommen hat.

Ein Netzbetreiber mehr - ist das eine gute Nachricht für Verbraucher?

Davon gehen Experten aus - weil künftig vier statt wie bisher drei Konzerne mit eigenen Netzen um die Gunst der Kunden buhlen, verschärft sich der Wettbewerb und die Preise für Handyverträge fallen tendenziell.

Welche Rolle wird Drillisch als neuer Netzbetreiber spielen?

Bisher nutzt Drillisch Antennen und Netze der Konkurrenz, künftig haben sie auch eigene Anlagen. Die Firma konnte sich zwar weniger Spektrum als die Mitbieter sichern, beim Ausbau wurden ihr aber Ausnahmeregeln zugebilligt. «Drillisch ist knapp ausgestattet mit Frequenzen - für den Start reicht das, aber man muss schauen, wie sich das weiter entwickelt», sagt Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen.

Bei der Auktion im Jahr 2000 bekamen zwei damalige Neueinsteiger, MobilCom Multimedia und Quam (Group 3G), noch weniger Spektrum, was um ein Vielfaches teurer war als heute. Erbaulich sind diese Vorbilder aber nicht für Drillisch: Beide Firmen warfen nach einigen Turbulenzen das Handtuch und stiegen aus dem Markt aus. «Es ist nicht auszuschließen, dass auch Drillisch in einigen Jahren wieder aussteigt», sagt Gerpott. Für wahrscheinlicher halte er aber das Szenario, dass Drillisch dem spanischen Telefónica-Konzern das Deutschlandgeschäft abkauft und dadurch sein Netz wesentlich stärkt. «Mittelfristig ist das durchaus möglich.»

6,6 Milliarden Euro als Auktionserlös - ist das nicht viel zu viel?

Den Eindruck könnte man bekommen, auch im Rückblick auf die Auktionen der Vorjahre. Telekom und Vodafone rechnen vor, mit den Gesamtkosten hätten rund 50 000 neue Mobilfunkstationen gebaut werden können. Experte Gerpott glaubt dagegen nicht, dass die Provider übervorteilt wurden: «Das sind ganz normale Marktpreise», sagt er und verweist darauf, dass in den vorangegangenen Auktionen weniger Spektrum über den Tisch ging. Rechnet man die Kosten auf ein Megahertz runter, so werde nun gleich viel bezahlt wie zuvor, und zwar 15,5 Millionen Euro für ein Megahertz.

Was geschieht mit den Einnahmen?

Das Geld geht an den Bund. Oppositionspolitiker wie der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Sitta warnen davor, es dürfe nicht «im Haushalt versickern». Tut es nicht, heißt es von der Bundesregierung. So betont Infrastrukturminister Andreas Scheuer (CSU), das Geld fließe «zu 100 Prozent» in einen Förderposten, mit dem der Festnetz-Breitbandausbau auf dem Land angeschoben und die Digitalisierung der Schulen ermöglicht werden sollen. Vodafone und Telefónica fordern, mit dem Geld lieber den Ausbau des Mobilfunknetzes zu fördern. Das dürfte Wunschdenken bleiben.

Warum ist 5G so wichtig?

Deutschlands Industrie will dank des ultraschnellen Standards global wettbewerbsfähig bleiben. Der Download ist im Vergleich zu 4G/LTE etwa 100 Mal schneller, die Latenz - also die Reaktionszeit - ist nahezu in Echtzeit. Ob vernetzte Produktionsmaschinen und Roboter oder selbstfahrende Autos - 5G gilt als der Schlüssel.

Wann haben Privatleute etwas von 5G?

Das dauert noch. Bislang gibt es kaum Smartphones auf dem Markt, die 5G-fähig sind. Es ist auch noch nicht klar, wann so viele neue Anlagen aktiviert sind, dass die ersten 5G-Mobilfunkverträge verkauft werden können. Die Firmen halten sich zur Frage des 5G-Netzstarts noch bedeckt. Die 5G-Smartphones samt Vertrag dürften vorerst also eher etwas für Technik-Liebhaber sein und nur in Großstädten voll nutzbar sein.

«In der zweiten Jahreshälfte 2020 dürfte 5G massenmarktfähig sein, wenn dann auch ausreichend Smartphones zur Verfügung stehen», sagte Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner. Er betonte aber, dass 5G keineswegs ein «reines Industriethema» sei. «Die Datenmengen von Diensten, die auch von Privatkunden genutzt werden, werden exponentiell steigen - dafür wird zukünftig auch 5G wichtig.» Für Anwendungen der virtuellen Realität oder für datenintensive Online-Spiele sei 5G auch für Privatkunden relevant, so der Manager.

Telekommunikation / Internet / Deutschland
13.06.2019 · 15:43 Uhr
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