Midterms als Gewinn für Tilray-Aktie & Co.: Rücktritt des US-Justizministers treibt Cannabis-Aktien an

Gutes Ergebnis für die Cannabis-Branche

Die Ergebnisse der Zwischenwahlen in den USA gelten als Gewinn für die Marihuana-Industrie. Während Utah und Missouri die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken genehmigt haben, erlaubt Michigan die Verwendung von nun an sogar in der Freizeit. "Die aufregendste Neuigkeit ist, dass Michigan die Erlaubnis zu Erholungszwecken erhält. Utah verabschiedete die Gesetzesvorlage wie Missouri. Drei sehr große Gewinne für die Branche", erzählte Karson Humiston, CEO von Vangst, einer der größten Personalvermittlungen in der Cannabisindustrie, TheStreet. Und auch Brendan Kennedy, CEO des Marihuana-Schwergewichtes Tilray, zeigte sich CNBC gegenüber begeistert: "Es ist definitiv ein Sieg".

So erlauben nun zehn US-Bundestaaten die Verwendung von Marihuana in der Freizeit, 33 Staaten genehmigen es indes zu medizinischen Zwecken. "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem 93 Prozent der Amerikaner glauben, dass medizinisches Cannabis legal sein sollte, 65 Prozent glauben, dass Cannabis für Erwachsene legal sein sollte", berichtet Kennedy. "Ich denke, die Leute warten auf den Sturz der Berliner Mauer von Cannabis in den USA und ich denke, die gestrigen Wahlen haben ein paar Steine mehr von der Mauer genommen", so Kennedy weiter. Der Tilray-CEO ist der Meinung, dass Marihuana an immer mehr Orten legalisiert werden wird und die USA so schließlich gezwungen seien, nachzuziehen. Er ist sich außerdem sicher, dass die neu gewählte Zusammensetzung hier Fortschritte erzielen wird: "Mit diesem neuen Kongress werden wir die Unterstützung beider Parteien für die weitere Legalisierung sehen".

Erholung der Marihuana-Aktien

Die Cannabis-Schwergewichte reagierten auf die ersten Prognosen der Midterm-Ergebnisse bereits mit einem kräftigen Kursauftrieb. So kletterte beispielsweise die Tilray-Aktie am Mittwochmorgen um fast 6 Prozent. Doch damit nicht genug: Nachdem am Mittwoch, keine 24 Stunden nach den Midterm Elections, Justizminister Jeff Sessions unter Druck Donald Trumps seinen Rücktritt verkündete, reagierten Anleger mit Jubel. Die Aktien von Aurora Cannabis und Canopy Growth erlebten einen kräftigen Aufwind, Tilray-Titel schossen sogar rund 30 Prozent in die Höhe.

"Gute Menschen rauchen kein Marihuana"

Denn Jeff Sessions gilt als großer und langjähriger Gegner der Legalisierung von Cannabis und damit als ernstzunehmendes Risiko für die Marihuana-Industrie. "Gute Menschen rauchen kein Marihuana", sagte der ehemalige Justizminister bereits im Jahr 2015 bei einer Kongressanhörung, Cannabis sei "nur etwas weniger schlimm als Heroin".

Anfang des Jahres beendete Session sogar die Politik der Obama-Ära, die es den Staaten bis dahin gestattet hatte, selbst über die Erlaubnis von Marihuana zu entscheiden, ohne jeglichen Eingriff der Bundesregierung.

"Sie sind glücklich, wenn Sie Cannabis-Aktien halten. Er war die größte Barriere, um das auf ein nationales Gespräch zu erweitern", sagte Art Hogan, Chef-Marktstratege bei B. Riley FBR, nach Bekanntgabe des Rücktritts.

Ob diese Entwicklung tatsächlich nachhaltig positiv für die Branche ist, bleibt abzuwarten. Ein neuer Justizminister "könnte entweder diesen oder jenen Weg einschlagen", sagte Vivien Azer, Analystin beim Finanzdienstleistungsunternehmen Cowen. Doch zumindest für den Moment können sich Cannabis-Aktien erholen und auf weitere Legalisierungen hoffen.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 09.11.2018 · 13:26 Uhr
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