Microsoft-Gründer Bill Gates deklariert Apple-Pionier Steve Jobs zum "Zauberer"

Vor kurzem war Bill Gates Gast in der CNN-Show "Fareed Zakaria GPS" und äußerte sich über die Tech-Branche im Allgemeinen, zu den Anfängen von Microsoft sowie dem 2011 verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs. Dabei fand er für diesen lobende als auch kritische Worte.

Gates: Steve Jobs war ein "Zauberer"

So bezeichnete Gates seinen einstigen Kontrahenten als "Zauberer", der seine Mitmenschen regelrecht "verzaubere" oder gar "hypnotisiere". Da allerdings der Microsoft-Gründer selbst auch ein, wenn auch nur weniger bedeutender, Tech-Zauberer sei, hätten die Zaubersprüche Jobs jedoch keine Wirkung auf ihn gehabt. Auch er selbst habe nicht dieselbe Fähigkeit besessen, Menschen in den Bann zu ziehen. Er hätte immer nur wieder mit Erstaunen beobachtet, wie Jobs Menschen von Dingen überzeugte, was seiner Meinung nach nicht funktioniert haben sollte.

NeXT-Flop

So zum Beispiel als Steve Jobs 1985 Apple verließ, um eine neue Computer-Firma, NeXT Inc., zu gründen. "Als er [Steve Jobs] NeXT vorstellte, war das so ein Unsinn", so Gates, "und trotzdem hat er die Menschen verzaubert … Ich sagte zu mir selbst 'Moment mal, das sollte eigentlich nicht funktionieren'", so der Microsoft-Gründer weiter. Der NeXT Computer wurde zwar nicht zum Kassenschlager, jedoch kaufte Apple das Unternehmen 1996 für über 400 Millionen US-Dollar auf, mit der Bedingung, dass Jobs zurück zum iKonzern kommen würde. Darüber hinaus legte die bei NeXT entwickelte grafische Benutzeroberfläche den Grundstein für die Apple-Produkte, die später die Welt im Sturm eroberten.

"Einzigartiger Fall"

Dazu sagte Gates: "Steve ist ein einzigartiger Fall, der es schaffte ein Unternehmen, das bereits im Sterben lag, zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt zu machen". Bis jetzt habe Gates niemand anderes getroffen, dessen Fähigkeiten Talente zu entdecken, diese Talente bis zum äußersten zu motivieren, es mit dem Apple-Pionier aufnehmen könnten. Darüber hinaus hätte Jobs einen unverwechselbaren Sinn für Design gehabt und konnte immer genau sagen "Oh, das ist gut. Das ist nicht gut", so der Microsoft-Erfinder.

Auch andere Seiten

Allerdings habe der einstige Apple-CEO auch andere Seiten gehabt. Manchmal konnte er auch ein richtiges "Arschloch" sein, wie Gates in dem Interview sagte. Doch auch der Microsoft-Gründer selbst blickte dabei selbstkritisch auf die Anfangszeiten seines Computer-Unternehmens zurück. So seien die damals meist männlichen Arbeitskräfte oft miteinander hart ins Gericht gegangen. "Und ich glaube, manchmal ging es dabei zu weit", so Gates. Allerdings hätte zumindest Jobs durch diese Härte "einige extrem positive Dinge" geschaffen. Und auch der Microsoft-Gründer gab an, heute weit weniger Druck auszuüben als damals. Obwohl er, wie er zugab, bei der von ihm und seiner Frau Melinda gegründeten Privat-Stiftung sich öfter mal einmischte und ins Micro-Managing verfalle.

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[finanzen.net] · 12.07.2019 · 16:16 Uhr
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