Präsident im Catering-Laster

Medien: Bedrohung durch Rakete Grund für Trumps Täuschung

12. August 2026, 20:50 Uhr · Quelle: dpa
US-Präsident Trump in der Air Force One
Foto: Alex Brandon/AP/dpa
In einem Catering-Container wurde Trump in eine andere Maschine gebracht (Archivbild).
Der US-Präsident saß auf dem Heimweg vom Nato-Gipfel gar nicht im Regierungsflieger, obwohl das Weiße Haus das vor laufenden TV-Kameras vortäuschte. US-Medien wollen nun den Grund dafür kennen.

Washington (dpa) - Die Bedrohung durch eine Rakete soll laut US-Medien der Grund für das Täuschungsmanöver auf dem Rückflug von US-Präsident Donald Trump vom Nato-Gipfel in der Türkei gewesen sein. Während der Fernsehsender CNN unter Berufung auf einen Informanten von einer konkreten Bedrohung durch eine schultergestützte Rakete berichtete, schrieb die «New York Times» unter Hinweis auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen von einer konkreten Bedrohung durch eine Boden-Luft-Rakete gegen die Präsidentenmaschine Air Force One. Zudem sei in der Nähe des Nato-Gipfels eine Person mit einer schultergestützten Rakete gesichtet worden.

Laut CNN befürchteten die Beamten, dass der US-Präsident in höchster Gefahr sei. So habe der Iran «offenbar detaillierte Informationen über Trumps Aufenthalt in der Türkei» gehabt. Den Informationen der «New York Times» zufolge wusste Teheran zudem «genau, wo sich Herr Trump in Ankara aufhielt, einschließlich des Stockwerks.»

Trump im Catering-Container, Rubio in Regierungsflieger

Die «Washington Post» hatte am Montag (Ortszeit) enthüllt, dass das Weiße Haus im Juli nach dem Nato-Gipfel nur vorgetäuscht hatte, dass Trump mit einer Regierungsmaschine aus Ankara abgeflogen war. Der 80-Jährige stieg dort vor laufenden Kameras in die Regierungsmaschine ein, stieg dann aber laut der Zeitung unbemerkt in einen seitlich an dem Flugzeug platzierten Catering-Container. Dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog. 

Die «New York Times» und der US-Sender Fox News berichteten unter Berufung auf US-Beamte, dass US-Außenminister Marco Rubio und US-Finanzminister Scott Bessent in der Regierungsmaschine blieben. Nach Informationen der Zeitung war Rubio über die Bedrohung informiert. Fox News berichtete, beide Minister hätten gewusst, dass Trump nicht an Bord sei. Auf dem Flug von der Türkei nach Großbritannien wurde das Flugzeug demnach von Kampfjets begleitet und geschützt. 

Nach der Landung der Regierungsmaschine in Großbritannien wechselte der Tross des Präsidenten von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, der Trump von Katar geschenkt worden war. Auch der Präsident stieg dort in die Air Force One um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe. In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus.

Zeitung: Selbst Mitarbeiter des Weißen Hauses wussten nichts

Der «Washington Post» zufolge sollen selbst einige Mitarbeiter des Weißen Hauses, die ebenfalls in der Türkei in den Regierungsjet gestiegen waren, nicht gewusst haben, dass Trump gar nicht an Bord war. Auch eine Journalistengruppe, die den Präsidenten regelmäßig auf seinen Reisen begleitet, war an Bord der Maschine. Laut dem Bericht sollen sie nicht über die mögliche iranische Bedrohung in Kenntnis gesetzt worden sein. 

Die «Washington Post» beruft sich in ihrem Bericht auf eingesehene Dokumente sowie auf Angaben eines mit dem Manöver vertrauten US-Beamten und einer weiteren Person, der Einzelheiten zu der Präsidentenreise bekannt sein sollen. 

Trump: Habe auf Secret Service gehört

Am Dienstagabend hatte Trump bekanntgegeben, dass das Täuschungsmanöver auf Weisung seiner Personenschützer erfolgt sei. Er richte sich nach deren Vorgaben, sagte der Republikaner auf Nachfragen von Reportern. «Das liegt allein beim Secret Service.» Das gelte auch für das Militär. «Ich tue, was sie sagen.» Der Secret Service ist unter anderem für die Sicherheit des Präsidenten zuständig.

Zum Hintergrund der Entscheidung machte Trump keine genauen Angaben. Er sagte: «Ich nehme an, dass es eine Bedrohung gab.» Er habe nicht weiter nachgefragt. Zugleich schien der Präsident bemüht, dem Fall keine große Bedeutung beizumessen: «Ich bekomme viele Drohungen.» Er ergänzte: «Jeder Präsident, der etwas bewirkt, ist mit zahlreichen Drohungen konfrontiert. Präsidenten, die nichts bewirken, bekommen keine Drohungen.»

Regierung / Nato / Konflikte / Krieg / Luftverkehr / USA / Türkei / Iran
12.08.2026 · 20:50 Uhr
[10 Kommentare]
Münchner Oktoberfest
München (dpa) - Wer darf verdienen am Millionengeschäft mit dem Münchner Oktoberfest? Und wer darf dort sein Bierzelt aufstellen? Nur eine Woche vor dem Start der diesjährigen Ausgabe von Deutschlands größtem Volksfest geht es vor Gericht um die Zukunft der Wiesn. Das Bayerische Oberste Landesgericht verhandelt eine Klage mit Zündstoff: Gestritten wird […] (01)
vor 1 Stunde
Nicole Kidman hat offen darüber gesprochen, wie einsam sie sich trotz ihres größten beruflichen Erfolgs fühlte.
(BANG) - Nicole Kidman hat offen darüber gesprochen, wie einsam sie sich trotz ihres größten beruflichen Erfolgs fühlte. Die 59-jährige Schauspielerin gewann 2003 für ihre Rolle als Virginia Woolf in 'The Hours' den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Doch obwohl sie für die Auszeichnung "so dankbar" gewesen sei, habe ihr der Abend zugleich vor Augen […] (00)
vor 12 Stunden
KI-Firma Anthropic
San Francisco (dpa) - Die KI-Firma Anthropic wirft chinesischen Rivalen vor, Anfragen von Nutzern heimlich zu ihr umgeleitet zu haben, statt sie mit der eigenen Software zu beantworten. Dadurch seien zum Teil auch Daten staatlicher Stellen aus China und Russland in Systemen der US-Firma gelandet, schrieb Anthropic in einem ausführlichen Bericht zu […] (00)
vor 3 Stunden
Marvel’s Wolverine überrascht vor Release: 13 Punkte fehlen auf Spider-Man 2
Die Erwartungen an Marvel’s Wolverine waren riesig. Insomniac Games hat mit seinen Spider-Man-Spielen schließlich einige der erfolgreichsten PlayStation-Abenteuer der vergangenen Jahre geschaffen. Wenige Tage vor dem Release am 15. September sind nun zahlreiche Tests erschienen. Und die zeigen ein ungewöhnliches Bild: Wolverine kommt gut an, erreicht […] (00)
vor 6 Stunden
Yehuda Levi kämpft sich durch den kolumbianischen Dschungel
Sektenaussteiger trifft auf ehemaligen Mossad-Agenten: Keshet International setzt bei seinem neuen Actionthriller auf eine international angelegte Geschichte. Yehuda Levi übernimmt die Hauptrolle im neuen Actionthriller The Escape. Der aus «A Body that Works» bekannte Schauspieler verkörpert in der achtteiligen Serie den ehemaligen Mossad-Agenten Carmeli. Die unter dem hebräischen Titel […] (00)
vor 5 Stunden
Kevin Krawietz und Tim Pütz
New York (dpa) - Kevin Krawietz und Tim Pütz haben im Doppel zum zweiten Mal das Finale der US Open erreicht und dürfen auf ihren ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel hoffen. Das deutsche Davis-Cup-Duo bezwang die dreimaligen Champions Rajeev Ram (USA) und Joe Salisbury (Großbritannien) souverän mit 6: 3, 6: 4. Vor zwei Jahren hatten Krawietz (34) und […] (01)
vor 6 Stunden
Krankenkassen
Berlin (dpa) - Wenn die Krankenkasse teurer wird, ärgert das viele Versicherte. Doch wie leicht bekommt man das künftig überhaupt noch mit - auch, um vielleicht schnell zu einer anderen zu wechseln? Bisher mussten die Kassen bei Beitragsanhebungen Millionen Briefe verschicken und eigens darauf hinweisen. Die Pflicht ist aber jetzt gestrichen worden, […] (00)
vor 1 Stunde
Mathespaß statt Mathefrust: PHKA-Sommerschule setzt auf mehr Eigenverantwortung beim Lernen
Karlsruhe, 10.09.2026 (lifePR) - Mit neuen Lernblättern hilft die PHKA-Sommerschule „Karlsruher Mathesommer“ Grundschüler: innen dabei, ihren Lernstand selbst einzuschätzen, und selbst zu entscheiden, mit welchen Aufgaben sie weitermachen wollen. Das motiviert und die Kinder sehen, welche Fortschritte sie machen. Fit in Mathe für das neue Schuljahr! […] (00)
vor 12 Stunden
 
Großrazzia gegen Schwarzarbeit in Nagelstudios
Berlin (dpa) - Die Zahl der bekanntgewordenen Opfer von Menschenhandel in Deutschland […] (00)
20 Jahre nach dem 11. September 2001
Washington/New York (dpa) - Mit Schweigeminuten, Glockenschlägen und […] (00)
Mehrere Tote bei Busunfall in der Schweiz
Susch (dpa) - Auch Stunden nach dem tödlichen Busunglück im Osten der Schweiz ist die […] (00)
Pressekonferenz mit SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach
Berlin (dpa) - Nach Bekanntwerden neuer Details aus den Ermittlungen gegen den […] (00)
Virtua Fighter 5 R.E.V.O. World Stage ab sofort im XBOX Game Pass verfügbar
Der neueste Ableger der bahnbrechenden 3D-Fighting-Serie von SEGA und RGG Studio,  […] (00)
Europol-Razzia: Rennpferde illegal zu Snacks verarbeitet?
Den Haag (dpa) - Europol ist in vier Ländern gegen illegale Pferdehändler vorgegangen, […] (02)
Die Welt sollte untergehen – doch ZDFneo bestellt neue «Doppelhaushälfte»-Folgen
Eigentlich hatte die fünfte Staffel ein ziemlich endgültiges Finale vorbereitet. Nun geht das […] (00)
Neue Audio-Intelligence-Funktionen für die Apple Watch vorgestellt
Auf der jüngsten Keynote hat Apple neue Audio-Intelligence-Funktionen für die Apple […] (00)
 
 
Suchbegriff