Lufthansa-Aktie schließt leichter: Lufthansa will Staatshilfe noch vor der Wahl zurückzahlen - Scheuer verteidigt Stellenabbau

Er appellierte zudem an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass der Staat der Luftverkehrsbrache bei der Transformation hin zur Klimaneutralität unterstützte. Die CDU-Politikerin mahnte unterdessen, dass die Dekarbonisierung des Sektors keinen Aufschub dulde.

"Wir waren eines der ersten Unternehmen, was von der Bundesregierung gerettet wurde. Wir wollen auch eines der ersten Unternehmen sein, das die Rettungsmittel zurückzahlt - hoffentlich noch vor der Bundestagswahl, da sind wir dran", sagte Spohr auf dem zweiten Nationalen Luftfahrtkonferenz im Gespräch mit Merkel.

Der Bund ist nach der coronabedingten staatlichen Milliardenhilfe größter Anteilseigner der Lufthansa.

Merkel will keinen Aufschub mehr bei Dekarbonisierung

Merkel forderte in ihrer Rede auf der Konferenz mehr Anstrengungen von der Luftfahrtindustrie, um die Transformation hin zur Klimaneutralität zu bewältigen.

"Mehr und mehr bedroht der Klimawandel unsere Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen. Die Antwort darauf kann nur eine umfassende Transformation sein, die eben auch die Luftfahrtindustrie betrifft", so Merkel.

Deutschland strebe Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 an. Dies bedeute, dass die Dekarbonisierung aller Wirtschaftszweige "keinen Aufschwung mehr duldet".

"Wie für andere Branchen ist Klimaneutralität für die Luftfahrt natürlich ein sehr ehrgeiziges Ziel. Man darf wohl zu Recht sagen, dass das wirklich auch disruptive Erneuerungen erfordert, sei es beim Flugzeug selber, bei den Antriebstechnologien oder der Infrastruktur", so Merkel. "Und das nicht irgendwann, sondern so schnell wie möglich. Weil ja die Produktzyklen in der Luftfahrtindustrie sehr lang sind."

Allerdings räumte sie ein, dass noch zu wenig nachhaltiges Kerosin für den deutschen Luftverkehr verfügbar sei. Preise und Mengen ließen noch zu wünschen übrig.

Spohr fordert Wettbewerbsfähigkeit für europäische Luftfahrt

Spohr forderte in diesem Zusammenhang massive staatliche Unterstützung. Nachhaltiges Kerosin koste das Fünffache des herkömmlichen Kraftstoffes. Auch sei es nicht unbegrenzt verfügbar. Synthetische Kraftstoffe, die aus grüner Elektrizität gewonnen würden, seien skalierbar, aber um das Zehnfache teurer.

"Das kann sich keine Airline in Europa leisten, das werden wir nur gemeinsam mit den Staaten schaffen, dass kompensiert wird, was wir als Zusatzkosten haben, sonst fliegen die Leute über Istanbul oder Doha, wo natürlich kein synthetischer Kraftstoff verlangt wird. Das ist für die Umwelt schlecht und für uns und unserer Arbeitsplätze sowieso", mahnte Spohr.

Wenn der europäische Luftverkehr klimaneutraler werden solle, dann müsse er auch wettbewerbsfähig bleiben. "Es darf nicht sein, dass die Wettbewerber von uns, die wenig für die Umwelt tun, davon profitieren, dass wir viel für die Umwelt tun. Die Dinge hängen zusammen", so Spohr.

Scheuer verteidigt Stellenabbau der Lufthansa

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat den Abbau von Stellen trotz staatlicher Hilfe bei der Lufthansa gegen Kritik verteidigt. "Wir haben aber auf der anderen Seite auch minus 95 Prozent Passagieraufkommen", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. "Es wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch von den Airlines im Unternehmen gehalten, obwohl wir diesen Einbruch hatten, die größte Krise in der Luftfahrt." Die Lufthansa geht nach seiner Überzeugung "sehr verantwortungsvoll" mit der Situation um. "Aber wir haben soziale Marktwirtschaft und keine Staatswirtschaft."

Jetzt müsse "das System wieder anspringen", mahnte der Verkehrsminister. Bei der zweiten nationalen Luftfahrtkonferenz sollten der Luftverkehrswirtschaft Perspektiven für die Zukunft hin zu "grünem Fliegen" aufgezeigt werden. Scheuer betonte, "dass wir eine starke Luftverkehrswirtschaft brauchen". Innovationen aus Deutschland sollten dazu beitragen. Er sprach sich gegen eine Kerosinsteuer aus.

Via XETRA fiel die Lufthansa-Aktie bis Handelsende um 0,86 Prozent auf 10,33 Euro.

BERLIN / FRANKFURT (Dow Jones)

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[finanzen.net] · 18.06.2021 · 17:53 Uhr
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