Lufthansa-Aktie nach schwachen Zahlen und enttäuschendem Ausblick unter Druck

Auch die geplante Dividende für 2018 auf dem Vorjahresniveau von 0,80 Euro je Aktie liegt unter den Prognosen der Analysten. Die Planungen für das Kapazitätswachstum im Sommer halbierte der DAX-Konzern.

Der Umsatz stieg von Oktober bis Dezember um 6 Prozent auf 8,95 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) ging um 11 Prozent auf 378 Millionen Euro zurück. Der Konzerngewinn brach um 39 Prozent auf 343 Millionen Euro ein.

Analysten hatten im Quartal im Konsens mit einem Umsatz von 9,302 Milliarden und einem bereinigten EBIT von 419 Millionen Euro gerechnet. Die Dividende sahen die Marktbeobachter bei 0,83 Euro je Aktie

Die Treibstoffkosten stiegen 2018 um rund 850 Millionen Euro auf 6,1 Milliarden Euro und dürften im laufenden Jahr nochmals um 650 Millionen Euro zulegen. Zudem belasteten höhere Kosten für Verspätungen und Flugausfälle, die um 70 Prozent auf 518 Millionen Euro stiegen.

Die um Treibstoff- und Währungseffekte bereinigten Stückkosten konnten um 1,7 Prozent reduziert werden.

"Wir arbeiten daran, unsere Stückkosten Jahr für Jahr zu verringern", sagte Finanzvorstand Ulrik Svensson. Das sei dem Konzern das dritte Mal in Folge gelungen. "Wir sind gut gerüstet, um auch zukünftig in profitables Wachstums zu investieren und gleichzeitig unsefluthre Kosteneffizienz weiter zu steigern."

Die Kapazität der Konzern-Airlines will die Lufthansa im kommenden Sommer nur noch um 1,9 Prozent ausweiten, statt um 3,8 Prozent, um sich auf nachhaltiges, qualitatives Wachstum zu konzentrieren. Den Umsatz will der Konzern 2019 im mittleren einstelligen Bereich steigern. Weitere Kostensenkungen sollen die Mehrbelastungen aus höheren Treibstoffkosten kompensieren, so dass die bereinigte EBIT-Marge zwischen 6,5 und 8 Prozent liegen werde nach 7,9 Prozent 2018.

Die Low-Cost-Tochter Eurowings, die wegen der Integration von Air-Berlin-Maschinen im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben hat, soll operativ die Gewinnschwelle erreichen.

Ein enttäuschender Gewinnausblick hat am Donnerstag die jüngste Erholung der Lufthansa-Aktien gestoppt. Steigende Kerosinpreise und der Preiskampf unter den Fluglinien in Europa dämpfen die Erwartungen des Vorstands an das laufende Jahr, so dass die Papiere des deutschen Branchenprimus zum Handelsende 6,31 Prozent auf 21,39 Euro absackten. Damit waren sie das klare Schlusslicht im weiter erholten, deutschen Leitindex DAX. Zwischenzeitlich war der Lufthansa-Kurs sogar um rund 7 Prozent abgesackt.

Die gestiegenen Kerosinpreise könnten im laufenden Jahr noch stärker auf das Ergebnis drücken. Lufthansa-Chef Carsten Spohr peilt deshalb für 2019 einen operativen Gewinn in der Spanne von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro an. Analysten rechneten bisher im Schnitt mit einem Wert auf Vorjahreshöhe, also rund 2,8 Milliarden Euro.

Der Ergebnisausblick für 2019 sei recht unambitioniert, schrieb Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler. Belastend hinzu kämen das deutlich gestiegene Schuldenniveau, zudem habe die Kranich-Linie die erst wenige Monate alten Ziele für die Durchschnittserlöse im Schlussquartal klar verfehlt.

Weil sich vor allem die Fluglinien innerhalb Europas einen herben Preiskampf liefern, halbierte Lufthansa-Chef Carsten Spohr seine Wachstumspläne für den Sommer. Dieses langsamere Kapazitätswachstum sei zwar begrüßenswert, schrieb der Fachmann Gerald Khoo vom Analysehaus Liberum. Es bleibe aber abzuwarten, ob dadurch die Durchschnittserlöse so weit steigen werden, dass sie die steigenden Kerosinkosten kompensieren können.

Etwas optimistischer äußerte sich Analyst Malte Schulz von der Commerzbank. Generell seien die Durchschnittserlöse im Langstrecken-Geschäft weiterhin hoch. Insofern bevorzugt Schulz die Aktien klassischer Fluggesellschaften wie der Lufthansa gegenüber den Papieren von Billigfliegern, die überwiegend Kurzstrecken- und Mittelstreckenflüge anbieten.

Trotz des Rückschlages an diesem Donnerstag haben die Lufthansa-Papiere seit Jahresbeginn gerechnet immer noch gut 10 Prozent gewonnen. Von ihrem Rekordhoch bei gut 31 Euro Anfang 2018 aber sind sie immer noch ein gutes Stück entfernt.

FRANKFURT (Dow Jones) / dpa-AFX

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[finanzen.net] · 14.03.2019 · 17:53 Uhr
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